Schon zum Saisonstart?

Beschlossen: Freistoßspray auch in Bundesliga

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Frankfurt/Main - Der Vorstand der Deutschen Fußball Liga hat die Einführung des Freistoßsprays zum frühestmöglichen Zeitpunkt beschlossen.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) drückt in Sachen Freistoßspray aufs Tempo: Schon am ersten Bundesliga-Spieltag in knapp zwei Wochen könnte das von der WM bekannte Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Am Montag sprach sich der Ligavorstand einstimmig für eine Anwendung in der deutschen Eliteklasse und der 2. Bundesliga zum frühestmöglichen Zeitpunkt aus - angestrebt wird ein erstmaliger Einsatz zum Bundesliga-Auftakt vom 22. bis 24. August.

„Die Tendenz beim Freistoßspray war nach den positiven Erfahrungen bei der WM in Brasilien von unserer Seite aus positiv“, sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig der Bild-Zeitung: „Deshalb haben wir jetzt im Ligavorstand mit Hochdruck an einer Entscheidung gearbeitet. Dass das Votum einstimmig war zeigt, wie überzeugt wir von dem Spray sind. Jetzt muss der DFB noch die letzten Details klären.“ Der Deutsche Fußball-Bund werde offene Fragen abschließend lösen, damit der genaue Einführungstermin festgelegt werden kann.

„DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und auch ich persönlich haben bereits während der WM in Brasilien deutlich zum Ausdruck gebracht, dass wir uns eine Einführung des Freistoßsprays in der Bundesliga und 2. Bundesliga vorstellen können“, sagte der deutsche Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel: „Vorausgesetzt, es gibt auch bei den Vereinen eine klare Mehrheit dafür. Wir arbeiten mit unseren Schiedsrichtern an einer Umsetzung zum frühestmöglichen und fachlich sinnvollen Zeitpunkt.“

Mit der Entscheidung im Rahmen seiner Sitzung in Düsseldorf folgte der Ligavorstand nun erstmals den zuletzt immer lauter gewordenen Rufen nach Hilfsmitteln. Denn Vertreter aus der Bundesliga hatten bereits eine zügige Umsetzung gefordert. „Ich kann nicht verstehen, warum wir möglicherweise noch bis zum Winter warten müssen“, wurde Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler noch am Montag in der Rheinischen Post zitiert: „Auf welche Erfahrungswerte sollen wir noch warten. Ich würde mir wünschen, dass bei der DFL entschieden würde, dass wir damit in zwei Wochen schon starten.“

Die Liga folgte nun den Wünschen der Klubs, obwohl zuletzt auch praktische Fragen noch unbeantwortet geblieben waren. „Wie reagiert das Spray bei schlechtem Wetter oder gar bei Schneefall. Diese und andere offene Fragen wollen wir zeitnah mit Experten klären“, sagte Rettig.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte bereits am Freitag bekannt gegeben, dass das in Brasilien erfolgreich eingesetzte Spray auch in den europäischen Klub-Wettbewerben zum Einsatz kommen wird. „Wir haben alle gesehen, dass das Spray bei der WM für die Schiedsrichter sehr hilfreich war“, sagte UEFA-Präsident Michel Platini.

Bereits beim UEFA Super Cup zwischen Champions-League-Sieger Real Madrid und dem Europa-League-Gewinner FC Sevilla am 12. August in Cardiff werde das Spray zum Einsatz kommen, sagte UEFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina. Ebenfalls zum Einsatz kommt das Freistoßspray in der Qualifikation für die EURO 2016 in Frankreich, auch die Ligaverbände Englands, Spaniens, Italiens und Frankreichs haben die Einführung zur neuen Saison bereits beschlossen.

Mit Blick auf die Torlinientechnik wurde zudem, wie vom DFL-Vorsitzenden Christian Seifert zuletzt angekündigt, eine zeitnahe Ausschreibung beschlossen, deren Ergebnis bei der nächsten Mitgliederversammlung im Dezember präsentiert werden soll. Dort wird erneut über die Einführung abgestimmt. „Ich denke, wir sollten vor der Abstimmung erst eine Ausschreibung durchführen, damit jeder das System und die Kosten kennt. Und nicht wie beim letzten Mal über ein theoretisches Modell und theoretische Summen diskutiert wird“, hatte Seifert der Sport Bild gesagt.

Hinsichtlich des Videobeweises möchte der Ligavorstand dagegen zunächst die technischen Entwicklungen sowie das Genehmigungsprozedere innerhalb des Weltverbandes FIFA weiter verfolgen.

sid

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