Wer ersetzt Rooney?

Kapitäns-Diskussion bei den Engländern 

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Harry Kane könnte Wayne Rooney beerben. 

Berlin - Auf dem Weg zur EM bestimmt die Diskussion um Wayne Rooney die Schlagzeilen im englischen Fußball. Auch Coach Roy Hodgson verwehrt dem letzten verbliebenen Superstar der Three Lions eine Garantie. Gegen Deutschland soll sich die nächste Generation beweisen.

Wayne Rooneys Erben spielen vor. Ohne den verletzten Kapitän steht die nächste englische Generation im Klassiker gegen Deutschland vor ihrer ersten wichtigen EM-Bewährungsprobe.

Die Diskussion um die Rolle des letzten verbliebenen Superstars der Three Lions bei der erhofften Wiedergutmachung für die WM-Schmach von Brasilien ist längst entbrannt. "Harry Kane muss anstelle von Wayne Rooney bei der Euro 2016 starten", forderte der "Independent" mit Blick auf den treffsicheren Angreifer der Tottenham Hotspur. "Roy Hodgson muss mutig sein."

Auch im Prestigeduell am Samstag (20.45 Uhr) im Berliner Olympiastadion dürfte der Nationaltrainer auf Kane im Sturmzentrum setzen. Rooneys Comeback nach einer Knieverletzung zieht sich hingegen weiter hin, so dass Hodgson dem 30-Jährigen auch für den EM-Start gegen Russland am 11. Juni keine Garantien geben will.

Länderspiel in Berlin: Löw mit Respekt vor Vardy

"Ich habe niemals gesagt, dass er ein automatischer Starter sein wird", sagte der Coach vor dem Test beim Weltmeister. "Hat er aufgrund seiner Bilanz, seiner Fähigkeiten und seiner Erfahrung eine gute Chance? Natürlich. Aber das bedeutet nicht notwendigerweise, dass er auch in der ersten Elf ist: es könnte sein, dass er nicht auf dem Höhepunkt seiner Form ist oder dass wir andere Spieler nutzen wollen."

Nach dem bitteren Vorrunden-Aus bei der WM in Brasilien schoss Rooney die stolze Fußball-Nation zwar mit sieben Treffern zwar maßgeblich zur Euro-Endrunde. Doch diese Saison verpasste er angeschlagen 16 von 48 Pflichtspielen für Manchester United.

Mit sieben Premier-League-Treffern liegt er gleich hinter drei Kollegen aus dem Nationalteam: Neben Shooting Star Kane (21 Tore) kann Jamie Vardy erster englischer Torschützenkönig seit Kevin Philips vor 16 Jahren werden. Auch Joachim Löw schwärmte von dem Aufstieg der bereits 29 Jahre alten Saison-Überraschung von Leicester City. "Das ist schon spektakulär. Vardy ist ein Spieler, der einen unglaublich Zug zum Tor hat", sagte der Bundestrainer. "Unsere Abwehrspieler haben einige Situationen mit Vardy gesehen. Er geht da hin, wo es dem Gegner am meisten weh tut. Er ist extrem gefährlich."

Vardy hat diese Spielzeit bereits 19-mal in der Liga getroffen, und selbst Mittelfeldspieler Ross Barkley vom FC Everton (8) war häufiger als Rooney erfolgreich. "Seine ideale Rolle wäre, wenn er von der Bank den Unterschied machen könnte, anstatt dass sein Name als Erstes auf dem Aufstellungsbogen steht", meinte der "Telegraph".

Doch noch haben die jungen Wilden einen großen Nachteil: sie können auf keine großen Auftritte im englischen Team oder Europapokal zurückblicken. Rooney hat zusammen mehr Länderspiele (109), und -tore (51) als Kane, Vardy, Daniel Sturridge, Danny Welbeck und Theo Walcott zusammen (102/29).

"Wir sprechen über Spieler, die sich in der Premier League jede Woche gut schlagen, aber sie sind auf internationalem Niveau unerfahren", gestand Hodgson. "Wenn man sich Thomas Müller und Arjen Robben anschaut - das sind Spieler, die Medaillen gewonnen haben, hunderte Male gespielt haben und jede Woche Tore schießen." Bei Müller können Kane & Co. bereits am Samstag wertvollen Anschauungsunterricht nehmen.

dpa

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