"Witz von Europa" - Niederlande nach EM-Aus am Boden

Robin van Persie (M.) ärgert sich nach seinem Eigentor. Foto: Koen Van Weel
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Robin van Persie (M.) ärgert sich nach seinem Eigentor. Foto: Koen Van Weel
Die niederländischen Spieler können das verpassen der EM nicht fassen. Foto: Koen van Weel
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Die niederländischen Spieler können das verpassen der EM nicht fassen. Foto: Koen van Weel
Bondscoach Danny Blind hadert während des Spiels gegen die Tschechen. Foto: Koen Van Weel
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Bondscoach Danny Blind hadert während des Spiels gegen die Tschechen. Foto: Koen Van Weel
Mittelfeldspieler Wesley Sneijder vergräbt sein Gesicht. Foto: Koen Van Weel
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Mittelfeldspieler Wesley Sneijder vergräbt sein Gesicht. Foto: Koen Van Weel
Die Oranje-Fans verlassen traurig die Amsterdam ArenA. Foto: Remko De Waal
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Die Oranje-Fans verlassen traurig die Amsterdam ArenA. Foto: Remko De Waal

Ohne Holland fahr'n wir zur EM. Das deutsche Spottlied ist Realität. Nach dem Debakel bei der EM-Qualifikation kommt die Quittung: "Oranje ist der Witz von Europa." Und die Zukunft ist düster.

Amsterdam (dpa) - Robin van Persie lief eine Runde in der Amsterdam Arena. Sehr lange und ganz allein. Fast schien es ein vorzeitiger Abschied des 32-Jährigen von den Fans und von Oranje.

Das Bild am Dienstagabend stand symbolisch für das Entsetzen über das Debakel der EM-Qualifikation und zugleich für die große Ratlosigkeit: Wie geht es nun weiter? Die 2:3-Niederlage der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Tschechien war ein weiterer Tiefpunkt in einer desaströs verlaufenen Qualifikation. Zum ersten Mal seit über 30 Jahren findet eine EM ohne die Niederlande statt.

"Schande", "Oranje ist der Witz von Europa", "Bei Oranje ist alles kaputt", lauteten am Mittwoch die Urteile der Kommentatoren. Das "Algemeen Dagblad" sah in Amsterdam "Verzweiflung, Fehler, Ohnmacht".

Von der Mannschaft, die 2014 noch unter dem damaligen Trainer Louis van Gaal bei der Weltmeisterschaft in Brasilien Dritte wurde, ist nichts mehr übrig, urteilte "De Volkskrant": "In der Arena vollzog sich die endgültige Demaskierung der niederländischen Mannschaft, eine bittere Parodie auf den Totalfußball, ein mitleiderregendes Sportteam, das nichts mehr bei einer Endrunde zu suchen hat."

Im kommenden Sommer bleibt den Oranje-Fans nun bei der EM in Frankreich nur die bittere Rolle des Betrachters von außen. "Die Spieler sind mehr mit ihrer Frisur beschäftigt als mit dem Ball", twitterte ein Fan. "Wir sind auf dem Niveau von Andorra", spottete ein Jan-Willem im niederländischen Radio.

Experten fordern einen kompletten Neuanfang. Dazu gehört für viele auch ein Personalwechsel, sowohl beim Fußballbund KNVB als auch auf der Trainerbank. Doch davon will der Verband (noch) nichts wissen. "Wir müssen aufbauen", forderte KNVB-Direktor Bert van Oostveen. "Wir müssen nach vorne schauen", betonte Bondscoach Danny Blind.

Doch die Oranje-Zukunft sieht rabenschwarz aus. Die Frage ist auch, ob ein Personalwechsel daran etwas ändern kann. Die Probleme, so analysiert "De Volkskrant", sind groß: "Fußball, Coaching, Widerstandskraft, Duell-Stärke, Technik, Kreativität, eigentlich überall." Das ist bis zur Qualifikation für die WM in Russland 2018 nicht gelöst. Die Zweifel sind groß, dass die Niederlande in der Gruppe mit unter anderem Frankreich und Schweden ein WM-Ticket lösen können. "Bereitet euch darauf vor, dass Oranje erst 2020 wieder bei einem Endturnier dabei sein wird", warnte das "Algemeen Dagblad".

Es ist zweifelhaft, ob erfolgreiche und erfahrene Spieler wie Bayern-Stürmer Arjen Robben, Wesley Sneijder oder van Persie noch lange dabei sein werden. Schalke-Spieler Klaas-Jan Huntelaar wich der Frage aber aus: "Ach, ich weiß nicht, ob das das Ende einer Generation ist", sagte er in Amsterdam.

Doch was kommt danach? Die vielen jungen Spieler, die Blind gegen Kasachstan und auch gegen Tschechien aufstellte, waren dem Druck nicht gewachsen. Und große Talente sind nicht zu erkennen. Bereits im November steht der geplagten niederländischen Mannschaft der nächste Test bevor: gegen den Erzrivalen und Weltmeister Deutschland.

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