Technologie soll 2015 getestet werden

Blatter kandidiert - Videobeweis soll kommen

Sepp Blatter
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Sepp Blatter wird für seine fünfte Amtszeit als FIFA-Präsident kandidieren.

Frankfurt/Main - Joseph Blatter lässt keine Zweifel an eine erneuten Kandidatur als FIFA-Präsident und will den Fußball mit einer einschneidenden Maßnahme reformieren.

Der Schweizer wird auf dem Weg in seine fünfte Amtszeit noch in diesem Monat seine Kandidatur offiziell einreichen. „Meine Mission ist noch nicht beendet“, sagte Blatter am Montag per Videobotschaft am Rande der Soccerex-Konferenz in Manchester und konkretisierte zugleich seine Pläne für die Einführung des Videobeweises. Blatter will die Technologie bereits 2015 bei der U20-Weltmeisterschaft in Neuseeland sowie in einer nationalen Liga testen.

Doch vorher steht seine Wiederwahl an. „Ich hatte beim letzten Kongress in São Paulo nicht nur den Eindruck, dass mich die Mehrheit unterstützt. Eine gewaltige Mehrheit der nationalen Verbände hat mich auch darum gebeten, in Zukunft Präsident zu bleiben“, ergänzte der 78-Jährige, dessen Bestätigung im Amt nach dem Verzicht auf eine Kandidatur von UEFA-Boss Michel Platini nur noch Formsache sein dürfte.

Blatter kündigte an, dem FIFA-Exekutivkomitee auf seiner Sitzung am 25. und 26. September seine Entscheidung offiziell mitzuteilen. „Es ist eine Frage des Respekts, dann der Fußball-Familie zu sagen: Ja, ich bin bereit. Ich werde wieder kandidieren“, sagte der Schweizer. Einziger Gegenkandidat ist nach derzeitigem Stand der ehemalige stellvertretende FIFA-Generalsekretär Jérôme Champagne (56) aus Frankreich, dem aber kaum Chancen eingeräumt werden.

Der umstrittene Blatter amtiert bereits seit 1998 und möchte im kommenden Jahr noch einmal für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt werden. Damit widersprach er seinem ursprünglichen Vorhaben. Blatter hatte 2011 angekündigt, dass die laufende definitiv seine letzte Amtszeit auf dem FIFA-Thron sein werde.

Hoffnungen auf eine Nachfolge hatte sich Platini gemacht, der die europäischen Verbände hinter sich wusste. Noch auf dem FIFA-Kongress vor der WM hatten die Europäer offenen Widerstand in einer noch nie dagewesenen Form gegen Blatter demonstriert. Doch das war zu wenig: Machtmensch Blatter weiß die restlichen Kontinentalverbände hinter sich.

So kam der Verzicht Platinis auf eine Kandidatur Ende August nicht überraschend. Sein Rückzug habe aber nichts mit Blatter zu tun gehabt. Er habe sich lediglich für die UEFA entschieden, behauptet der Franzose. Platini bleibt aber auf Konfrontationskurs zu Blatter. „Die FIFA hat einen furchtbaren Ruf, der von Blatter sogar noch gefördert wird. Der Fußball leidet darunter“, sagte der frühere Weltklasse-Fußballer im Interview der „Bild am Sonntag“.

Einen ernsthaften Gegenkandidaten von Blatter gibt es nicht und wird sich bis zum Ablauf der Frist im Januar 2015 auch kaum mehr finden lassen. Die Präsidentschaftswahl findet im Mai 2015 statt.

So oder so stehen Blatter angesichts der problembehafteten WM-Endrunden 2018 und 2022 stürmische Zeiten bevor. So waren zuletzt Forderungen laut geworden, Russland die Ausrichtung für das Turnier 2018 wegen der Ukraine-Krise zu entziehen oder das Turnier zu boykottieren. Dies lehnt Blatter kategorisch ab. „Wir stellen die WM in Russland nicht in Frage“, betonte der Schweizer jüngst beim Camp Beckenbauer. Weiter im Mittelpunkt steht auch die umstrittene WM 2022 in Katar.

Am Montag trafen sich führende Vertreter in Zürich, um eine Lösung im Terminstreit zu erörtern. Eine Entscheidung über eine mögliche Verlegung in die Wintermonate soll nicht vor Februar 2015 fallen. Sollte die Endrunde nicht im Sommer stattfinden, könnte das Turnier im Januar/Februar oder im November/Dezember 2022 ausgetragen werden. Dazu kommen noch die schwerwiegenden Korruptionsvorwürfe, mit der sich die FIFA-Ethikkommission befasst sowie die schwierige Menschenrechtslage in Katar. Es wartet also viel Arbeit auf Blatter.

In Sachen Videobeweis brachte Blatter sogenannte Challenge Calls bei strittigen Entscheidungen ins Spiel. „Warum geben wir den Trainern nicht die Möglichkeit, zwei Entscheidungen anzuzweifeln, wenn sie anderer Meinung sind?“, hatte Blatter bereits Anfang Juni gesagt.

dpa

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