Schweizer beteuert Unschuld

Blatter: "Leute auf der Straße mögen mich immer noch"

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Joseph Blatter bekräftigte erneut seine Unschuld.

Zürich - Der suspendierte FIFA-Präsident Joseph Blatter hat nach eigenen Angaben trotz der Korruptionsvorwürfe gegen ihn noch viele Unterstützer im Weltfußball.

"Viele Verbandspräsidenten stehen noch immer auf meiner Seite, auch wenn ich vorverurteilt wurde", sagte er der italienischen Zeitung Gazzetta dello Sport. "Die Leute auf der Straße mögen mich immer noch", ergänzte er. "An mich wird man sich erinnern, für die Idee eines universellen Fußballs."

Blatter sagt vor Ethikhütern aus

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat vor seiner Aussage vor den Ethikhütern des Fußball-Weltverbands seine Argumente gegen eine längere Sperre bekräftigt. Die Zahlung von zwei Millionen Franken an den ebenfalls suspendierten UEFA-Chef Michel Platini im Jahr 2011 sei völlig korrekt gewesen, beteuerte Blatter im Interview der Schweizer Weltwoche (Donnerstag). „Der Platini-Vertrag ging durch die Finanzkommission, durch das Exekutivkomitee und durch die Kontrollorgane. Er passierte auch den Kongress. Alles wurde abgesegnet“, sagte Blatter.

Der 79-Jährige traf am Donnerstag um kurz nach 8.00 Uhr in einer Limousine vor der FIFA-Zentrale in Zürich ein und sollte von 9.00 Uhr an vor der rechtsprechenden Ethikkammer aussagen. „Ich habe in meinen vierzig Jahren bei der FIFA weder gegen ethische noch juristische Regeln verstoßen“, versicherte Blatter. Ein Urteil des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert in dem Fall wird für den 21. Dezember erwartet.

Unterdessen wurden im Zusammenhang mit der FIFA-Korruptionsaffäre in der Schweiz rund 50 Konten heutiger und ehemaliger Funktionäre gesperrt. Nach Angaben des Schweizer Bundesamts für Justiz (BJ) ist ein „hoher zweistelliger Millionenbetrag“ eingefroren. Der Schweizer „Tagesanzeiger“ berichtete, es dürfte sich um einen Betrag von 50 Millionen bis 100 Millionen Euro handeln. Das Bundesamt habe auf Ersuchen der amerikanischen Ermittler zehn Schweizer Geldhäuser kontaktiert und Informationen angefordert. Nun werde geprüft, ob es die 50 Konten, die die USA interessieren, tatsächlich gebe oder gab und ob eine Verbindung zu den erhobenen US-Vorwürfen bestehe.

Das US-Justizministerium hat eine Reihe heutiger oder früherer FIFA-Funktionäre angeklagt. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, bei der Vermarktung internationaler Turniere Schmiergelder kassiert zu haben. Inzwischen hat die Polizei auch den früheren Vorsitzenden des salvadorianischen Fußballverbandes, Reynaldo Vásquez, festgenommen. Die USA haben seine Auslieferung beantragt. Allerdings könnte Vásquez wegen Betrugs auch in seinem Heimatland El Salvador der Prozess gemacht werden. Auf Antrag der US-Behörden waren zuletzt bereits mehrere Fußballfunktionäre in Lateinamerika und der Schweiz festgenommen worden.

Platini sollte am Freitag von den Ethikhütern vernommen werden, verzichtet jedoch auf eine Aussage. Er wirft den Juristen eine Vorverurteilung und ein politisch motiviertes Verfahren vor, das seine Kandidatur für die Blatter-Nachfolge verhindern solle. Auch Blatter erneuerte vor seiner Anhörung die Vorwürfe gegen die Ethikkommission. Er sei vor seiner vorläufigen Sperre für 90 Tage nicht zum Sachverhalt befragt worden. Die Ethikhüter hatten dieser Darstellung schon vorher widersprochen.

Dennoch will Blatter weitere Sanktionen nicht hinnehmen. „Die Ethikkommission kann sich doch nicht einfach über den demokratischen Entscheid des Kongresses hinwegsetzen und den gewählten Präsidenten suspendieren, unter Umständen sogar lebenslänglich, wie jetzt anscheinend ernsthaft erwogen wird“, sagte Blatter der Weltwoche.

Sein Ziel ist es weiterhin, am 26. Februar den außerordentlichen FIFA-Kongress mit der Wahl seines Nachfolgers zu leiten. „Wie kann ich abtreten, wenn ich suspendiert bin? Das geht nicht“, sagte er. Im Falle einer Verurteilung will Blatter alle Einspruchs-Instanzen durchlaufen. Er könnte sowohl vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS wie auch vor das Schweizer Bundesgericht ziehen.

dpa

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