Bei Pleite in Leipzig

So lief das Götze-Comeback

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Mario Götze im Trikot des BVB.

Leipzig - Gut begonnen, stark abgebaut und am Ende mit Pfiffen in die Kabine geschickt: So lief das Götze-Comeback im Trikot des BVB.

Weltmeister Mario Götze erlebte bei seiner Pflichtspiel-Premiere nach mehr als drei Jahren für Borussia Dortmund beim starken Aufsteiger RB Leipzig ein böses Erwachen. Vier Tage vor dem Champions-League-Start kam das 0:1 (0:0) für den BVB zur Unzeit.

"Man hat gesehen, dass ich endlich wieder spielen wollte", sagte Götze bei Sky. Der 24-Jährige war nach seinem Wechsel im Sommer von den Bayern lange nicht fit, er zeigte sich gegen RB aber im Vergleich zu seinen Auftritten in der Nationalelf verbessert, gewann 63 Prozent seiner Zweikämpfe. Dennoch reichte es nicht. "Wir wollten drei Punkte mitnehmen, das haben wir nicht geschafft. Deshalb kann ich nicht zufrieden sein", meinte der Rückkehrer.

In der Anfangsphase war Götze wichtiger Impulsgeber hinter den Spitzen, er baute dann aber bis zu seiner Auswechslung (71.) wie die gesamte Mannschaft ab. Trainer Thomas Tuchel bescheinigte ihm immerhin eine gute erste Halbzeit. "Nach der Pause wurde es zunehmend schwerer für ihn, auch körperlich bedingt", sagte Tuchel über Götze, der sein letztes Spiel im BVB-Trikot 1239 Tage zuvor am 30. April 2013 bestritten hatte.

Zuletzt war viel Kritik auf Götze eingeprasselt. Das habe Spuren hinterlassen, meinte Tuchel. Der Coach sieht bei dem Hochbegabten "eine große Sehnsucht nach Normalität". Götze selbst gab sich gereift. "So viele Leute sagen etwas zu meiner Person, mittlerweile ist mir das egal", meinte der Nationalspieler.

Rätselhaft war indes die hohe Fehlpass-Quote der Westfalen, die mit zunehmender Spielzeit immer eklatanter wurde. Egal, ob Lukasz Piszczek, Marc Bartra oder Sebastian Rode, immer wieder rollte der Ball zum Gegner. "Teilweise passierten die Fehler aus Ungeduld, teilweise aus technischen Mängeln", kritisierte Tuchel.

Aus einem Fehler Rodes resultierte auch der späte Gegentreffer. Zwei Einwechselspieler brachen dem BVB das Genick. Erst setzte sich der Schotte Oliver Burke (19) auf dem Flügel durch, dann vollendete Naby Keita (21) in der 89. Minute vor dem Tor. "Wir waren zu unkonzentriert", schimpfte Torhüter Roman Bürki und sprach von einem Wiederholungsfall: "Das ist schon der zweite späte Gegentreffer im zweiten Spiel. Nur beim letzten Mal gegen Mainz ging es unter, weil wir am Ende noch gewonnen haben."

Für den Auftakt in der Champions League am Mittwoch bei Legia Warschau (20.45 Uhr/Sky und ZDF) sieht Tuchel aber keine negativen Auswirkungen. "Meine Güte, ich fand das Spiel jetzt nicht so dramatisch, dass man die Hände über den Kopf schlagen muss", stellte der Coach vor seiner Premiere in der Königsklasse klar.

Tuchel forderte, die Mannschaft solle den Auftritt in Warschau genießen: "Das haben wir uns in der vergangenen Saison verdient." Der Coach zeigte sich zuversichtlich, dass sein Team den Rückschlag schnell wegstecken werde. "Sie sind lernwillig und engagiert, wir werden weiter zusammenwachsen." Fraglich blieb, ob Mittelfeldspieler Julian Weigl dabei sein wird. Beim Nationalspieler besteht der Verdacht auf Nasenbeinbruch.

SID ni nt

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