Niederlage in Frankfurt

Tuchel stinksauer: "Das war ein einziges Defizit"

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Thomas Tuchel war mit dem Auftritt seiner Mannschaft gegen Eintracht Frankfurt ganz und gar nicht einverstanden.

Frankfurt/Main - Thomas Tuchel war nach der 1:2-Niederlage des BVB bei Eintracht Frankfurt bitter enttäuscht und sauer. Der Coach prangerte vor allen Dingen die Einstellung der BVB-Stars an.

Thomas Tuchel war stinksauer. Die Hände tief in die Taschen seiner Trainingshose vergraben und den Blick zu Boden gerichtet, lief der Trainer von Borussia Dortmund nach dem 1:2 (0:0) bei Eintracht Frankfurt durch die Stadion-Katakomben. Der personifizierte Frust bahnte sich seinen Weg. Unaufhaltsam. 

Vor dem späten Gang zur Pressekonferenz hatte Tuchel seinen schlafmützigen Profis noch in der Kabine die Leviten gelesen. Was wenig später vor den Medienvertretern folgte, war die öffentliche Abrechnung mit seinen Spielern. "Technisch, taktisch, von der Mentalität und der Bereitschaft her war unsere Leistung ein einziges Defizit", schimpfte der sichtlich erregte Tuchel und legte nach: "Die ganze Saison ist ein einziges Auf und Ab, das ist sehr unbefriedigend." 

Ginter: „Unnötige Niederlage“

Kein Wunder, dass nach der gesalzenen Tuchel-Kritik kaum ein Dortmunder in der Mixed Zone auftauchte. Nationalspieler Matthias Ginter sprach von einer "unnötigen Niederlage" und behauptete verzweifelt, dass "nicht die bessere Mannschaft" gewonnen habe. Schlüssige Erklärungen für die bereits dritte Auswärtsschlappe hatte aber auch der Verteidiger nicht. 

Mit dem Gerangel um die Tabellenspitze hat der Champions-League-Starter erst einmal nichts mehr zu tun: Der Rückstand zu Spitzenreiter RB Leipzig beträgt nach zwölf Spieltagen neun Punkte, der auf Bayern München sechs Zähler. Die Borussia hat eigentlich ganz andere Ansprüche.

Tuchel: Hätte mich gewundert, wenn wir kein Tor gefangen hätten

Doch ausgerechnet eine Woche nach dem Prestigesieg gegen den Rekordmeister aus München (1:0) enttäuschte der BVB gegen hochmotivierte Frankfurter auf ganzer Linie. Bezeichnend für das "Laissez faire" des Vizemeisters am Main, dass die Eintracht den Führungstreffer durch Szabolcs Huszti (46.) in der ersten Aktion nach dem Wiederanpfiff erzielte. Dabei schlief die gesamte linke Abwehrseite der Westfalen. "So wie wir aus der Kabine gekommen sind, hätte es mich gewundert, wenn wir kein Tor gefangen hätten", meinte Tuchel, der beim Gegentreffer kurioserweise selbst noch gar nicht auf seiner Bank angekommen war. Zumindest Ginter gab sich mit Blick auf den Blitz-Rückstand nach dem Wechsel selbstkritisch: "Das darf uns so nicht passieren." 

Und weil Tuchel derart unzufrieden war, sorgte er für ein Novum in der Dortmunder Vereinsgeschichte. Mit einem Dreifach-Wechsel in der 58. Minute reagierte der 43-Jährige konsequent und geballt auf die Vorstellung: Marco Reus kam für Adrian Ramos, Ousmane Dembélé für André Schürrle und Sebastian Rode für Julian Weigl. Für den verletzungsgeplagten Reus war es der erste Bundesliga-Einsatz nach 195 Tagen. Dembélé traf kurz vor Schluss immerhin die Latte. 

Oczipka: „Jeder hat bei uns Bock für den anderen zu laufen“

Mental aber lag einiges im Argen. Bestes Beispiel: Es verstrichen gerade einmal 66 Sekunden zwischen dem Ausgleichstreffer von Pierre-Emerick Aubameyang (77.), seinem 13. Liga-Saisontor, und dem Siegtreffer durch Frankfurts eingewechselten Haris Seferovic (79.). "Jeder hat bei uns Bock für den anderen zu laufen", sagte Eintracht-Abwehrspieler Bastian Oczipka nach der Leistung mit "Leidenschaft und Herz". 

Beim BVB fehlte davon einiges. Und die Negativ-Entwicklung hatte sich laut Tuchel nach dem skurrilen 8:4 in der Champions League vier Tage zuvor gegen Legia Warschau angedeutet. "Vom Training danach bis heute. Mit so vielen Defiziten in unserem Spiel ist in der Bundesliga kein Auswärtsspiel zu holen", haderte der Coach. Glück hatte die Borussia aber auch: Nach einem Rempler gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark kurz vor dem Abpfiff sah Dortmund-Kapitän Marcel Schmelzer nur die Gelbe Karte.

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SID

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