Auf bestem Weg in die Champions League

Heimstarke Gladbacher vergrößern Hannovers Sorgen

Borussia Mönchengladbach
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Mönchengladbachs Torschütze Patrick Herrmann (r) jubelt mit Max Kruse und Granit Xhaka (l) über seinen Treffer zum 2:0.

Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach hat sich auf dem Weg in die Champions League auch von Hannover 96 nicht aufhalten lassen. Trotz der jüngsten Negativserie hält sich 96 wacker vom 16. Platz fern.

Als Matchwinner Patrick Herrmann in der 88. Minute den Platz verließ, erhoben sich zahlreiche Zuschauer von ihren Plätzen, Trainer Lucien Favre empfing den Doppel-Torschützen mit einer herzlichen Umarmung: Der 24-Jährige ist bei Borussia Mönchengladbach weiter der Mann der Rückrunde. Beim 2:0 (1:0) gegen das in immer tiefere Abstiegsnot taumelnde Hannover 96 erzielte der Offensivspieler beide Treffer (43./75.).

„Patrick macht eine unglaublich tolle Entwicklung durch. Er wird immer mehr ein Mann“, lobte Manager Max Eberl bei Sky und hofft, dass die Gespräche über eine Vertragsverlängerung über 2016 hinaus „bald zum Abschluss“ kommen. Mit acht Saison-Treffern hat Herrmann nun eine persönliche Rekord-Ausbeute, zudem ist er der beste Torschütze der Borussia, die mit dem sechsten Heimsieg hintereinander in der Fußball-Bundesliga als Dritter ihre Champions-League-Ambitionen eindrucksvoll untermauerte.

Hannover blieb hingegen zum neunten Mal in Folge ohne Sieg und hat weiter nur vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Damit gerät auch Trainer Tayfun Korkut vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr/Sky) immer mehr unter Druck. Manager Dirk Dufner schloss eine Entlassung Korkuts in dieser Woche aus, vermied aber eine Job-Garantie bis zum Saisonende. „Da wird sicherlich nichts passieren. Man muss die Ruhe bewahren“, sagte Dufner.

Die Partie gegen den BVB sei kein Endspiel, denn Korkut sei „unabhängig vom Ausgangs des Spiels bis auf Weiteres Trainer“. Allerdings gab Dufner zu bedenken: „Ich kann beim besten Willen nicht sagen, dass er noch bis zum Ende der Saison Trainer ist. Das liegt an den Ergebnissen. Wir müssen alles tun, um den Abstieg zu vermeiden, und das werden wir auch tun.“

Angetrieben von einem stark spielenden Granit Xhaka übernahmen die Gastgeber vor 49.134 Zuschauern im Borussia-Park sofort das Kommando. Mit ständigen Positionswechseln rissen die Gladbacher immer wieder Lücken in die Defensive der Niedersachsen, die sehr tief standen und kaum einmal Akzente nach vorne setzten. Der gesperrte Lars Stindl wurde bei den Hannoveranern schmerzlich vermisst.

Gladbach hielt das Tempo in der ersten Halbzeit über 45 Minuten hoch und gönnte den Gästen kaum einmal eine Ruhephase. Xhaka (10.) und Raffael (23.) sorgten mit ihren Distanzschüssen erstmals für Torgefahr. Gegen die beiden Viererketten der 96er ließ sich die Borussia nicht aus der Ruhe bringen und suchte geduldig die Lücke. Diese ergab sich nach einer halben Stunde. Max Kruse scheiterte nach Vorarbeit von Xhaka aber an seinem Nationalmannschaftskollegen Ron-Robert Zieler im Tor der Gäste.

Raffael (32.) und Herrmann (42.) ließen weitere Möglichkeiten des in allen Belangen überlegenen Pokal-Viertelfinalisten ungenutzt, ehe sich die Gladbacher für ihren starken Auftritt in der ersten Hälfte doch noch belohnten. Nach Vorarbeit von Kruse und Thorgan Hazard drückte Herrmann den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Joao Pereira hatte ihn zuvor aus den Augen verloren.

Nach dem Wechsel gab Hannover seine extrem defensive Ausrichtung auf und kam sofort zur ersten Möglichkeit. Joselu verfehlte das Gladbacher Tor nur knapp (48.). Nach dem Einbahnstraßen-Fußball in Hälfte eins entwickelte sich nun eine offene Begegnung - mit Chancen für die Gäste. Salif Sane verpasste mit einem Kopfball den Ausgleich (53.). Auf der anderen Seite scheiterte Xhaka nur knapp (58.), Zieler reagierte zudem gegen Herrmann ganz stark (68.). Sieben Minuten später gelang dem 24-Jährigen auf Vorlage von Kruse dann aber doch sein achter Saisontreffer.

Bei Gladbach ragten Xhaka und Herrmann heraus, bei Hannover verdienten sich Marcelo und Sane gute Noten.

SID/dpa

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