DFB-Pokal-Vorschau

Braunschweig mit Verbal-Pressing gegen Bayern

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Torsten Lieberknecht weiß, dass er mit Braunschweig kaum eine Chance gegen die Bayern hat.

Köln - Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig steht bei Rekord-Cupgewinner Bayern München im Achtelfinale des DFB-Vereinspokals vor einer schier unlösbaren Aufgabe.

Update vom 4. März: Ausgerechnet im DFB-Pokal kassierte der FC Bayern die letzte Niederlage gegen Eintracht Braunschweig. Vor über 30 Jahren - im Oktober 1982. Am Mittwochabend treffen beide Mannschaften im DFB-Pokal-Achtelfinale in der Allianz Arena wieder aufeinander. Wie Sie das Spiel FC Bayern gegen Eintracht Braunschweig am Mittwoch live im TV und im Live-Stream sehen können, erfahren Sie im TV- und Live-Stream-Guide.   

Du hast keine Chance, also nutze sie: Getreu diesem Motto geht Zweitligist Eintracht Braunschweig exemplarisch für alle unterklassigen Vereine im DFB-Pokal-Achtelfinale die scheinbar aussichtslose Dienstreise zu Titelverteidiger Bayern München (Mittwoch 20.30 Uhr/Sky) an. Der Bundesliga-Absteiger setzt beim deutschen Vorzeige-Team auf Herz und ironisch-markige Worte.

„Wir wollen handlungsfähig sein und uns besser aus der Affäre ziehen als so mancher Erstligist“, sagte Trainer Torsten Lieberknecht. Gegen den Pokalverteidiger gehe es darum, „mit dem Herz am rechten Fleck Fußball zu arbeiten“. Lieberknechts nicht ganz ernstzunehmende taktische Vorgabe: „Wir werden die Bayern des Öfteren in unserem Sechzehner einschnüren. Wir müssen sie dann unter Druck setzen.“

Ungeachtet des übermächtig erscheinenden Gegners glauben viele Anhänger der Niedersachsen offensichtlich an eine sportliche Sensation: 4200 Eintracht-Fans werden die Norddeutschen in die bayerische Landeshauptstadt begleiten. Etwas mehr Fans werden die anderen Underdogs der Mittwochsspiele im Rücken haben, die allesamt Heimrecht genießen.

Hahn muss bei Gladbach-Sieg auf der Couch schlafen

Schon vor dem Anpfiff ein Gewinner ist Kickers Offenbach. Der Pokalsieger von 1970, der nach überwundenem Insolvenzverfahren als Tabellenführer der Regionalliga Südwest vor der Rückkehr in den Profifußball steht, darf sich gegen Borussia Mönchengladbach (20. 30/Sky und ARD) über die Publicity und nicht zuletzt den Geldsegen eines Free-TV-Spiels freuen.

Ein Weiterkommen gegen den Champions-League-Anwärter wäre „fast ein Wunder“, sagte denn auch Trainer Rico Schmitt der Offenbach-Post: „Wenn wir verlieren, geht die Welt nicht unter. Dann hatten wir aber einen guten Test vor der Fortsetzung der Liga am Sonntag gegen Freiburg II.“ Unterstützung der etwas anderen Art erhält der OFC von Ragna, der Lebensgefährtin von Gladbachs Andre Hahn. Ihm sei bewusst, dass er in Falle eines Favoritensieges „für mindestens eine Nacht auf der Couch schlafen muss“, sagte der eingefleischte Offenbach-Fan der Bild-Zeitung.

Arena bei Leipzig - Wolfsburg ausverkauft

Der VfL Wolfsburg als derzeit klare zweite Kraft der Bundesliga bekommt es dagegen vergleichsweise mit einem Gegner auf Augenhöhe zu tun. Im Spiel bei RB Leipzig (19.00 Uhr/Sky) treffen die Wölfe gewissermaßen auf ihren „Klon“ - und womöglich einen gleichwertigen Gegner von morgen: Beide Vereine besitzen viel Geld, aber auch vergleichsweise wenig Sympathien und Tradition.

„Das ist eine Mannschaft mit hoher Einzelspieler-Qualität, aber wir haben auch nicht lauter Blinde da vorne“, sagte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. Seine Gefährlichkeit bewiesen hat Leipzig schon einmal: In der ersten Pokalrunde der Saison 2011/12 eliminierte der damalige Viertligist den VW-Klub.

Dieses Mal ist der Gegner aber auch ungleich stärker: Tormaschine Bast Dost (elf Rückundentreffer) und Vorlagenkönig Kevin de Bruyne (15 Assists) sind wie die gesamte Mannschaft in bestechender Form. Die Zuschauer in Leipzig tragen dem Rechnung: Gegen Wolfsburg wird die WM-Arena mit 43.500 Zuschauern erstmals bei einem Pflichtspiel der Bullen ausverkauft sein.

Meier trifft mit Arminia auf die "alte Liebe"

Vergleichsweise unspektakulär, dafür aber umso traditionsreicher kommt der Vergleich zwischen dem langjährigen Bundesligisten und derzeitigen Drittliga-Tabellenführer Arminia Bielefeld sowie Werder Bremen (19.00 Uhr/Sky) daher. Eine besondere Geschichte hat das Spiel dennoch, weil DSC-Trainer Norbert Meier auf der Alm seine „alte Liebe“ willkommen heißt, für die er von 1980 bis 1989 spielte.

Die Rolle des Außenseiters nimmt Meier dabei nur zu gern an: „Der Bundesligist ist grundsätzlich der klare Favorit. Wir werden alles versuchen, eine gute Leistung abzurufen und es dem Bundesligisten so schwer wie möglich zu machen“, sagte der Coach bei werder.de.

Die seit dem Rückrundenstart überaus formstarken Bremer nehmen das Spiel keineswegs auf die leichte Schulter. Manager Thomas Eichin orakelte in der Kreiszeitung Syke: „Norbert kann eine Mannschaft richtig heiß machen. Also ist für uns Vorsicht geboten.“

sid

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