25. Spieltag

Bundesliga: Drei große Verlierer im Abstiegskampf

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Thomas Schaaf bei seiner Rückkehr ins Weser-Stadion als Trainer von Hannover 96.

Frankfurt - Im Schatten des Bundesliga-Gipfels zwischen dem BVB und FC Bayern wächst die Not im Abstiegskampf. Keinem der letzten drei Teams aus Hannover, Hoffenheim und Frankfurt gelang ein Sieg. 

Trainerwechsel in Frankfurt, Ernüchterung in Hoffenheim, Resignation in Hannover - im Bundesliga-Tabellenkeller gab es am 25. Spieltag drei große Verlierer. Schon am Morgen nach dem 1:1 gegen Aufsteiger Ingolstadt verkündete die Eintracht die Trennung von Armin Veh. „Wir wollen der Mannschaft einen wichtigen Impuls geben, damit wir den Klassenerhalt schaffen“, kommentierte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Nach sieben Spielen ohne Sieg und Fanprotesten sah sich der Drittletzte zu diesem Schritt gezwungen.

Bereits am kommenden Samstag beim Spiel in Mönchengladbach soll ein neuer Coach auf der Bank sitzen und den Abwärtstrend stoppen. „Wir wollen zeitnah einen neuen Trainer verpflichten“, sagte Bruchhagen. Veh war erst zu Saisonbeginn zur Eintracht gekommen und sollte dort an seine erfolgreiche erste Zeit von 2011 bis 2014 anknüpfen.

Heftiger Dämpfer für Hoffenheim

Einen ähnlichen Rettungsversuch haben die beiden Leidensgenossen aus der Abstiegszone schon hinter sich. So wähnten sich die Hoffenheimer nach dem Amtsantritt von Stevens-Nachfolger Julian Nagelsmann am 11. Februar eigentlich auf dem Weg der Besserung. Schließlich verbuchte der Trainer-Novize in seinen ersten vier Partien beachtliche sieben Punkte. Doch mit dem 1:5 in Stuttgart kehrte die Ernüchterung zurück.

„Ein absolut verdienter Sieg des VfB, auch in dieser Höhe“, gestand Nagelsmann. Nun sind seine Qualitäten als Psychologe gefragt: „Wir müssen versuchen, das so schnell wie möglich aus den Köpfen herauszubekommen.“ Noch liegen die Frankfurter mit nur drei Punkte Vorsprung in Schlagdistanz.

Dagegen beträgt der Abstand von Schlusslicht Hannover zum Relegationsrang nach dem 1:4 im Kellerduell mit den Bremern bereits sieben Zähler. Selbst die „Danke“-Transparente einiger Werder-Fans konnten den von Hannover im Januar verpflichteten Coach Thomas Schaaf bei seiner Rückkehr an seine langjährige Wirkungsstätte nicht aufheitern.

„Ich habe mich mehr über das Spiel geärgert, als das ich mich jetzt darüber freuen kann“, bekannte der einstige Bremer Profi und Trainer. Manager Martin Bader klang ähnlich resigniert: „Allen, die uns betrachten, fehlt der Glaube. Nach so einem Spiel zu recht.“

Topspiel bleibt torlos

Einziges torlosen Spiel des Wochenendes blieb ausgerechnet der Branchengipfel zwischen dem BVB und dem FC Bayern. Dennoch kamen die Zuschauer auf ihre Kosten. „Es war ein richtiges Spitzenspiel, sehr intensiv. Ein Spiel, mit dem man weltweit Werbung machen kann“, schwärmte Weltmeister Manuel Neuer. Spitzenreiter München wahrte seinen Fünf-Punkte-Vorsprung, verpasste aber eine Vorentscheidung im Titelkampf. „Es bleibt spannend. Wir haben jetzt Druck in jeder Bundesligapartie“, sagte Angreifer Thomas Müller.

Hinter dem Top-Duo wird der Kampf um die internationalen Plätze immer heißer. Große Gewinner waren Schalke und Wolfsburg. Die Königsblauen untermauerten mit dem 3:1 im begeisternden Westderby beim 1. FC Köln ihre Ambitionen auf die Königsklasse. „Jetzt heißt es: voller Angriff in Berlin bei einem Sechs-Punkte-Spiel“, sagte der Schalke-Keeper Ralf Fährmann mit Blick auf das Duell beim Rivalen Hertha BSC am Freitag.

Wolfsburg rückt an Europapokal-Plätze heran

Immer besser in Schwung kommen die Wolfsburger. Zwar war das 2:1 gegen Mönchengladbach glücklich. Doch dank seiner Effektivität ist der Pokalsieger mit dem zweiten Sieg binnen vier Tagen dicht an die Europapokal-Plätze herangerückt. Das veranlasste Trainer Dieter Hecking zu der Kampfansage, noch „im oberen Tabellendrittel für Wirbel zu sorgen“. Auch Geschäftsführer Klaus Allofs glaubt an eine Initialzündung: „Wenn man gegen eine Spitzenmannschaft wie Gladbach gewinnt, kann man selbstbewusst sein. Wir sind jetzt wieder dran.“

Dagegen droht Leverkusen als Achter den Anschluss zu verlieren. Immerhin bewies das Werksteam nach zuletzt drei Pleiten Moral und rettete trotz des 0:3-Rückstands durch den ersten Bundesliga-Dreierpack des Augsburgers Ja-Cheol Koo noch einen Punkt. Der letztmals gesperrte Bayer-Chefcoach Roger Schmidt versäumte die Aufholjagd, weil er zur Beobachtung des Europa-League-Gegners FC Villarreal nach Spanien gereist war. Was Schmidt von vielen Experten Kritik einbrachte, wertete sein Vertreter Markus Krösche als „Vertrauensbeweis für die Mannschaft und das Trainerteam“.

dpa

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