Wiedersehen mit Freunden

Fünf Trainer treffen auf ihre Ex-Clubs

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Thomas Schaaf trifft erstmals auf seinen alten Verein Werder Bremen.

Düsseldorf - Gleich fünf Trainer treffen mit ihren Teams am Wochenende auf ehemalige Arbeitgeber. Eintracht-Coach Schaaf tritt erstmals gegen Bremen an. Und Stevens fordert mit Stuttgart seine große Liebe Schalke heraus.

Die Vorfreude auf das Wiedersehen ist groß, für Sentimentalitäten aber kein Platz. Gleich fünf Trainer treffen am 14. Bundesliga-Spieltag mit ihren aktuellen Teams auf ihre ehemaligen Arbeitgeber. Noch besonders starke Bindungen zu ihren Ex-Clubs haben Thomas Schaaf, der mit Eintracht Frankfurt am Sonntag (17.30 Uhr) erstmals gegen Werder Bremen spielt, und Huub Stevens. Auch der in Diensten des VfB Stuttgart stehende Niederländer hat bei Gegner Schalke eine ganze Ära geprägt.

„Natürlich sind Gefühle da“, räumte Schalkes Jahrhunderttrainer Stevens vor dem Gastspiel der Königsblauen in Stuttgart ein. „Die musst du aber ausschließen, weil du professionell bist. Die Vergangenheit ist nicht wichtig.“ Stevens, der mit Schalke den UEFA-Pokal (1997) gewann und zwei DFB-Pokalsiege (2001, 2002) feierte, will die Schwaben möglichst schnell aus dem Tabellenkeller führen. Dieser Mission gilt seine ganze Konzentration.

„Wenn man das Geschehen in den vergangenen Tagen verfolgt hat, erkennt man, dass Huub dort alles im Griff hat. Ich freue mich auf ihn“, betonte Horst Heldt. Auch für den jetzigen Schalke-Manager, der Stevens in dessen zweiter Amtszeit im Dezember 2012 durch Jens Keller ersetzte, ist es eine Reise in die Vergangenheit. Drei Jahre spielte er für den VfB, bevor er ins Management wechselte. Stevens Nach-Nachfolger Roberto Di Matteo weiß um dessen große Verdienste im Revier: „Huub Stevens ist ein Teil der Vereinsgeschichte.“

Schaaf trifft erstmals auf die alte Liebe

Das gilt auch für Thomas Schaaf in Bremen. Erst als Spieler, dann 14 Jahre lang als Chefcoach war der 53-Jährige ein Grün-Weißer. Schaaf prägte Werder, sammelte Titel und Triumphe. Anders als für Stevens, der schon siebenmal mit anderen Clubs gegen Schalke antrat (3 Siege, 2 Remis, 2 Niederlagen), ist es für Schaaf die erste Begegnung mit der alten Liebe: „Es ist insofern besonders, weil ich zum ersten Mal mit meiner neuen Mannschaft gegen den Verein spiele, für den ich sehr lange gearbeitet habe“, erklärte der Eintracht-Coach. „Und weil ich natürlich auf sehr viele bekannte Gesichter treffe.“

Zwar wurde die Ehe 2013 geschieden, doch Schaaf beteuert, dass es keine Vorbehalte mehr gibt. „Ich bin ganz im Reinen damit, was Werder Bremen und meine Person angeht“, sagte Schaaf. Dass in Viktor Skripnik nun ein langjähriger Schaaf-Schüler auf Bremens Trainerbank sitzt, verleiht dem Duell zusätzlich eine pikante Note. Ihm traut Schaaf zu, Werder auf Kurs zu halten. „Weil er ein guter Trainer ist, der sich schon als Spieler Gedanken gemacht hat. Deshalb glaube ich, dass er erfolgreich sein wird“, sagte Schaaf. Skripnik wähnt sich im Vorteil: „Er kennt mich als Trainer nicht. Ich ihn schon.“

Keine großen Gefühle in Mönchengladbach

Beim Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC sind in Lucien Favre und Jos Luhukay gleich zwei Trainer involviert, die einst den Gegner betreuten. Herthas Luhukay saß von 2007 bis 2008 auf der Borussen-Bank, Gladbachs Favre arbeitete von 2007 bis 2009 in der Hauptstadt.

Große Gefühle sind dennoch kaum zu erwarten, dafür liegt die Zeit schon zu lange zurück. Zudem sind weder der Schweizer noch der Holländer für emotionale Ausbrüche bekannt. Entsprechend pragmatisch klingen sie vor dem Duell. „Ich erwarte ein schweres Spiel gegen einen schwierigen Gegner“, sagte Favre, der nach drei Pleiten die Wende einleiten will. Luhukay wählte fast die gleichen Worte: „Es wird ein schweres Spiel mit hoher Intensität.“

Auch für Dieter Hecking, von 2006 bis 2009 Trainer von Hannover 96, liegt bei der Rückkehr an alte Wirkungsstätte der Fokus auf dem Erfolg mit dem Tabellenzweiten VfL Wolfsburg. Heckings Bilanz in Hannover seit 2009 (vier Niederlagen mit Nürnberg, drei mit Wolfsburg) ist stark verbesserungswürdig. „Wir dürfen uns nur nicht selbst ins Bein schießen“, warnte der VfL-Coach.

dpa

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