Badstuber und Gomez peilen Comeback an

Kadernominierung: Hält Löw an Podolski fest?

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Joachim Löw beruft nach dem WM-Titel erstmals wieder seinen Kader für das Testspiel gegen Argentinien und den EM-Qualifikationsstart gegen Schottland.

München - Der langjährige Abwehrchef Mertesacker ist als Weltmeister abgetreten. Ein früherer Nebenmann will dagegen möglichst bald wieder ins Nationaltrikot schlüpfen. Bundestrainer Löw könnte beim Neubeginn erste Signale geben - zum Beispiel Richtung Podolski.

Nach seinem Comeback in der Fußball-Bundesliga strebt Bayern-Profi Holger Badstuber mittelfristig auch eine Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft an. „Klar ist das ein Ziel für mich“, sagte der 25 Jahre alte Abwehrspieler im „Kicker“ (Montag).

Bundestrainer Joachim Löw war Augenzeuge beim 2:1-Erfolg des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg, bei dem der Innenverteidiger nach zwei Kreuzbandrissen im rechten Knie sein erstes Punktspiel nach 20 Monaten bestritt und eine mehr als beachtliche Leistung ablieferte. Als „sensationell“ bewertete sie sogar Bayern-Kapitän Philipp Lahm: „Es macht Spaß, ihm zuzusehen auf dem Platz, dass alles im Knie hält, dass er fit ist. Holger hat lange dafür hart gearbeitet.“ Für Matthias Sammer war Badstubers Leistung keine Überraschung: „Was er gespielt hat, sehe ich jeden Tag im Training“, bemerkte der Sportvorstand des FC Bayern und frühere DFB-Sportdirektor.

Löw beruft am Donnerstag oder Freitag seinen ersten Kader nach der WM, in dem mehrheitlich die umjubelten Titelgewinner von Brasilien stehen werden. Badstuber dürfte nach seiner langen Spielpause für die Länderspiele am 3. September in Düsseldorf gegen WM-Finalgegner Argentinien sowie vier Tage später zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Schottland in Dortmund noch keine Rolle spielen.

Der Innenverteidiger könnte sich mit regelmäßigen Einsätzen im Verein aber rasch wieder für höhere Aufgabe empfehlen. „Ich möchte durch Leistung auf mich aufmerksam machen und dann wieder in die Nationalmannschaft berufen werden. Das ist ein großes Ziel von mir“, äußerte Badstuber. Die Comeback-Entscheidung treffe aber nicht er. „Und ich bin gut beraten, einfach weiterzumachen, meinen Weg zu gehen, zu arbeiten - und dann kommt alles nach und nach.“

Sein letztes von bislang 30 Länderspielen hat er am 16. Oktober 2012 in Berlin beim unvergesslichen 4:4 der DFB-Auswahl in Berlin gegen Schweden in der WM-Qualifikation bestritten. Der Rücktritt von Weltmeister Mertesacker könnte Badstuber zusätzlich in die Karten spielen. Der Münchner war immerhin bis zu seiner Verletzung Stammspieler in der Innenverteidigung des DFB-Teams. Das galt auch bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine, seinem zweiten Turnier nach der WM-Teilnahme 2010 in Südafrika.

Beim Neubeginn der deutschen Weltmeister wird Löw Ende der Woche mit seiner Kaderliste womöglich erste Fingerzeige Richtung Europameisterschaft 2016 geben. Kapitän Philipp Lahm, Torjäger Miroslav Klose und Innenverteidiger Mertesacker sind nach dem Triumph von Brasilien zurückgetreten. Außerdem wird Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger wegen Patellasehnen-Problemen den Länderspielauftakt der Saison 2014/15 definitiv verpassen.

Ungewiss ist, wie Löw zum Beispiel mit Lukas Podolski (116 Länderspiele) plant, für den Trainer Arsène Wenger beim FC Arsenal zum Saisonstart in England keine Verwendung mehr hatte. Einige Weltmeister wie die Dortmunder Mats Hummels und Roman Weidenfeller kamen nach den Strapazen des Sommers im Verein auch noch nicht wieder zum Einsatz. Das dürfte sich in dieser Woche bei einem Testspiel in Mannheim und der Bundesliga-Partie des BVB beim FC Augsburg jedoch ändern, was auch Löw im Hinblick auf die ersten Länderspiele der WM-Helden berücksichtigen dürfte.

Möglicherweise kehren auch einige Spieler zurück, die wegen Verletzungen oder fehlender Form die WM verpasst hatten. So möchte Mario Gomez nach einem schwierigen Jahr wieder angreifen. „Als ich fit war, war ich gemeinsam mit Miroslav Klose Stammspieler“, erklärte der 59-malige Nationalspieler (25 Tore). „Jetzt arbeite ich daran, wieder auf mein Niveau zurückzukehren.“

dpa

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