Samstag in Paris

Löw vor EM-Auslosung: "Egal, wer uns zugelost wird"

Joachim Löw, DFB, Bundestrainer
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Der mit dem Ball jongliert: Bundestrainer Joachim Löw führt den DFB bei der EM 2016 zum fünften Mal in ein großes Turnier.

Frankfurt/Main - Am Samstagabend wissen alle deutschen Fans, auf wen die DFB-Auswahl bei der EM 2016 treffen wird. Bundestrainer Joachim Löw bleibt im Vorfeld völlig gelassen.

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw blickt der Auslosung der Gruppen für die EM 2016 am Samstag in Paris mit großer Gelassenheit entgegen. "Mir ist völlig egal, wer uns zugelost wird", sagte Löw in einem Interview auf dfb.de: "Für mich viel entscheidender ist, dass wir unmittelbar im Anschluss an die Auslosung endlich konkret in die weiteren Planungen und Vorbereitungen einsteigen können. Sportlich wie organisatorisch."

Das DFB-Team geht die Auslosung trotz der holprigen Qualifikation mit dem Selbstbewusstsein des Weltmeisters an. "Entscheidend sind für uns nicht die Gegner, entscheidend sind wir selbst", betonte der Bundestrainer: "Und deswegen bin ich sehr optimistisch. Wir haben oft genug bewiesen, dass wir in der Lage sind, die Zeit der Vorbereitung optimal zu nutzen. Das wird uns auch diesmal gelingen. Turniere spielen zu können, ist für mich die größte Freude in meiner Tätigkeit als Bundestrainer. Das gilt vom ersten Gruppenspiel an, da es von Anfang an um viel geht. Und klar ist: Jeder Gegner bekommt von uns die volle Aufmerksamkeit. Wir werden auf alle Mannschaften gut vorbereitet sein - unabhängig davon, welche Gegner uns die Lose am Samstag bescheren werden."

Die Aufstockung auf 24 Mannschaften sieht Löw kritisch. "Aus sportlicher Sicht fand ich ein 16er-Feld für eine Europameisterschaft besser und auch für die Fans reizvoller", sagte er: "Ich kann aber verstehen, dass die kleineren Nationen eine Aufstockung positiv sehen. Am Ende werden sich immer die stärksten Mannschaften durchsetzen. Ob ein Turnier nun mit acht, 16 oder 24 Mannschaften gespielt wird, spielt für mich da keine Rolle."

Löws Gedanken an den 13. November

Die Rückkehr nach Paris, wo während des Länderspiels vor vier Wochen (0:2) Terror-Anschläge stattfanden, sei für ihn "sehr speziell", erklärte der 55-Jährige: "Ich denke, dass ich mich mit ein paar Gedanken an den 13. November auf den Weg machen werde, auch an die Angehörigen der Opfer. So wird es wohl der gesamten Delegation des DFB gehen. Ich wünsche unseren französischen Gastgebern, dass sie schnell wieder zur Normalität zurückfinden. Frankreich ist eine große und traditionsreiche Fußballnation. Am Wochenende rückt mit der EM-Auslosung in Paris auch wieder der Fußball stärker ins Blickfeld."

An den Franzosen als Ausrichter zweifelt Löw nicht. "Frankreich wird ein hervorragender Gastgeber sein, in den nächsten Tagen genauso wie beim Turnier selbst", sagte er: "Wir haben also auch allen Grund, uns auf die Europameisterschaft zu freuen, den Blick nach vorn zu richten. Gemeinsam mit den Teilnehmern aus den anderen Nationen wollen wir in Paris aber auch dokumentieren, dass wir an unserer Lebensweise festhalten, die geprägt ist von Offenheit, Toleranz, Respekt, Solidarität und Freiheit. Wir lassen uns diese Werte nicht nehmen."

sid

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