Frust über Berichterstattung

Hummels beklagt Medienschelte: Fand ich nicht okay

Mats Hummels diskutiert in Krasnodar mit den BVB-Fans. Foto: Anatoly Maltsev
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Mats Hummels diskutiert in Krasnodar mit den BVB-Fans.

Krasnodar - Ein Eigentor in Hamburg, ein spielentscheidendes Foul in Krasnodar: Für BVB-Abwehrchef Hummels läuft es derzeit wenig rund. Dennoch steht der Weltmeister beim Revierclub nicht zur Disposition.

Vom Stolz des Weltmeisters schien wenig geblieben. Mit ungläubiger Miene und einem kurzen Blick gen Himmel quittierte Mats Hummels den frühen Elfmeterpfiff des Schiedsrichters.

Weil der Dortmunder Kapitän mit einem Foul das unnötige 0:1 (0:1) in der Europa League beim FK Krasnodar einleitete, geriet er erneut in die Schlagzeilen. Hummels reagierte jedoch anders als zuletzt: Der Pechvogel zog sich nach dem neuerlichen Missgeschick nicht wortlos zurück, sondern ging in die verbale Offensive. Aus seinem Frust über die Medienschelte der vergangenen Tage machte er keinen Hehl: "Irgendwann war es so, dass der Fehler nur noch bei mir gesucht wurde. Das fand ich nicht okay."

Neuerliche Vorwürfe, dass Hummels seine Rolle als Kapitän vernachlässige, gab es nach dem Spiel in Krasnodar nicht. Kurz nach dem Abpfiff besänftigte er die ob der unnötigen Niederlage verärgerten BVB-Fans. Zudem stellte er sich den vielen Fragen der Medienvertreter. Für den spielentscheidenden Pfiff des Referees nur wenige Sekunden nach Beginn brachte er wenig Verständnis auf: "Okay, es war ein Foul. Ich habe einen Tick zu lange gezupft an seiner Schulter und hätte ihn früher loslassen müssen. Aber es war nur ein Freistoß, denn es war außerhalb des Strafraums."

Aus Sorge um weitere öffentliche Diskussionen über die Formkrise des Dortmunder Abwehrchefs, dem knapp eine Woche zuvor beim 1:3 in Hamburg ein Eigentor unterlaufen war, stellte sich Thomas Tuchel schützend vor Hummels. Der Fußball-Lehrer sprach ihn von der Schuld an der ersten Saisonschlappe der Borussia in Europa frei: "Falls es ein Leistungsloch geben sollte, war das heute 35 Sekunden lang. Ich habe ihn sehr fokussiert gesehen, mit einer insgesamt sehr guten Leistung und einer fast perfekten Antwort auf eine Geschichte, die nicht sehr inhaltlich gestrickt ist."

Bei allen Beteiligten war der Frust über das laut Tuchel "paradoxe Ergebnis" auch nach dem über vierstündigen Rückflug und der Landung um zwei Uhr morgens in Paderborn noch nicht verflogen. "Dieses Spiel darfst du nie und nimmer verlieren", klagte Sportdirektor Michael Zorc, "wir haben im Moment ein Problem mit der Effektivität." Ohne das daheimgebliebene Offensivtrio Pierre-Emerick Aubameyang, Marco Reus und Shinji Kagawa dominierte der BVB zwar, blieb aber erstmals in der Tuchel-Ära ohne Treffer und traf gleich viermal das Aluminium. Tuchel: "Man hat gesehen, dass man im Fußball auch allein mit Glück gewinnen kann."

Der avisierte Sieg in der Gruppe C ist damit wohl passé. Denn der direkte Vergleich mit Krasnodar ging nach dem 2:1 im Hinspiel verloren. Kaum vorstellbar, dass die Russen am 10. Dezember im letzten Vorrundenspiel bei Außenseiter FK Qäbälä Punkte lassen. Nur in diesem Fall hätte die Borussia bei einem gleichzeitigen Heimerfolg über Saloniki noch eine Chance auf den Gruppensieg. Ohne Happy End wächst das Risiko, für die erste K.o.-Runde einen stärkeren Gegner zugelost zu bekommen.

Doch zunächst gilt die volle Konzentration dem Duell mit den Stuttgartern am Sonntag (15.30 Uhr), die nach dem Trainerwechsel Aufbruchstimmung verspüren. "Möglicherweise wird deshalb ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Aber wir müssen auf uns schauen, den Bock umstoßen und dringend wieder in die Erfolgsspur kommen - egal, wer in Stuttgart auf der Bank sitzt", sagte Zorc.

dpa

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