Klopp: „Wollen Führung behalten“

BVB auf Mission Gruppensieg

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp scheint sich auf das Gruppenspiel in der Champions League einzustimmen: "Jetzt erst recht!" Foto: Friso Gentsch
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Dortmunds Trainer Jürgen Klopp scheint sich auf das Gruppenspiel in der Champions League einzustimmen: "Jetzt erst recht!" Foto: Friso Gentsch

Dortmund - Der Einzug ins CL-Achtelfinale ist bereits sicher - nun soll der Gruppensieg her. Der BVB geht aus der Pole-Position in den Vorrunden-Showdown gegen Anderlecht.

In der Bundesliga ist der erste Schritt aus der Abstiegszone getan, in der Champions League lockt der Gruppensieg. Borussia Dortmund hofft auf ein weiteres ermutigendes Erfolgserlebnis. Schon ein Remis am Dienstag im Duell mit dem RSC Anderlecht (20.45 Uhr/Sky) dürfte ausreichen, um die Tabellenführung in der Königsklasse zu verteidigen. „Wir haben uns diese Führung erarbeitet und wollen sie jetzt auch behalten. Das Spiel hat einen extrem hohen Stellenwert, was die Entwicklung unseres Spiels angeht“, sagte Trainer Jürgen Klopp.

Zumindest auf internationaler Bühne könnte die Ausgangslage kaum besser sein. Die bereits für das Achtelfinale qualifizierte Borussia wäre selbst bei einem Remis am Ziel, wenn der Gruppenzweite FC Arsenal nicht mit mindestens sechs Toren Differenz in Istanbul gewinnt. Zwei Wochen nach dem schwachen Auftritt in London (0:2) brennen die BVB-Profis auf Wiedergutmachung. Der fehlende Leitwolf Sebastian Kehl erwartet einen ähnlich beherzten Auftritt wie beim befreienden 1:0 gegen Hoffenheim: „Wir haben in der Champions League Großes geleistet. Diesen Weg dürfen wir nicht verlassen.“

Der erlösende Sieg am Freitag hat den Glauben an eine Trendwende gestärkt. „Nachhaltigkeit ist jetzt das Stichwort. Es geht bis Weihnachten nur darum, Punkte, Punkte, Punkte zu sammeln - um nichts anderes“, sagte Sportdirektor Michael Zorc am Montag „Sport Bild Plus“. Eine Niederlage gegen die Belgier könnte dieses Vorhaben konterkarieren. Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan gab die Richtung vor: „Wichtig ist, dass wir es am Dienstag mit ähnlicher Überzeugung durchziehen wie gegen Hoffenheim, damit wir für das nächste Bundesligaspiel in Berlin gewappnet sind.“

Nicht nur aus psychologischen Gründen stehen die Borussen unter Zugzwang. „Für uns ist es sehr wichtig, Gruppensieger zu werden. Dann treffen wir im Achtelfinale nicht auf einen Ersten aus einer anderen Gruppe“, sagte Außenverteidiger Marcel Schmelzer.

Für anhaltende Diskussionen im Vorfeld des Gruppen-Showdowns sorgt die Frage, für welchen Torhüter sich Jürgen Klopp entscheidet. Roman Weidenfeller hat seine Verbannung auf die Ersatzbank im Duell gegen Hoffenheim nach eigenen Aussagen „akzeptiert“.

Eine dauerhafte Rolle als Nummer 2 hinter Mitch Langerak dürfte beim Weltmeister jedoch auf weniger Verständnis stoßen. Klopp ließ auch nach dem Abschlusstraining am Montag offen, ob der etatmäßige Stammkeeper gegen Anderlecht in die Startformation zurückkehrt: „Ich werde nicht verraten, wer im Tor steht. Ich vertraue Roman zu 100 Prozent. Aber Mitch eben auch. Es geht nicht darum, wie viele Verdienste jemand hat, sondern immer um den Moment.“

Ein persönliches Gespräch mit Weidenfeller hat es nach Aussage von Klopp noch immer nicht gegeben: „Es ist keine Zeit, eine Entscheidung, die getroffen ist, zu diskutieren. Alles ist in dieser Phase dem Mannschaftserfolg untergeordnet.“

Bei den Feldspielern wird auf jeden Fall rotiert. Der Ausfall von Routinier Kehl zwingt Klopp zu Umstellungen im defensiven Mittelfeld. „Er steht uns nicht zur Verfügung, weil er mehrere Schläge abbekommen hat“, sagte Klopp am Dienstag. Kehl hatte nach dem 1:0 über Hoffenheim über von einer Rippenprellung verursachte Schmerzen geklagt. Für ihn könnte Rekonvaleszent Nuri Sahin ins Team rücken.

Anders als die Dortmunder verpatzte der Tabellendritte der belgischen Liga die Generalprobe. Das 2:4 bei Aufsteiger Mouscron-Peruwelz sorgte für Ernüchterung. Zudem muss Trainer Besnik Hasi auf seinen Führungsspieler Steven Defour verzichten. Viel wird davon abhängen, wie es dem Coach gelingt, seine Profis zu motivieren. Denn für sie geht es nur noch um die Siegprämie. Die Qualifikation für die Europa League ist dem Gruppendritten nicht mehr zu nehmen. „Dortmund bleibt trotz der aktuellen Situation in der Bundesliga ein Topteam“, sagte Hasi.

dpa

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