Unterschiedliche Stimmungslage

BVB "nahe an der Perfektion" - Bayer hadert

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Die Dortmunder lassen sich feiern.

Dortmund - Die Champions League ist die Bühne der Dortmunder. Der Finalist von 2013 räumt zum Auftakt mit Arsenal den am stärksten eingeschätzten Gruppengegner mühelos ab. Hingegen scheitern die Leverkusener im Fürstentum Monaco.

Leverkusens „Hurra“-Fußballer sind ernüchtert, Borussia Dortmund spielte sich in einen Rausch. Trotz des Ausfalls von gleich acht Profis trumpfte der BVB beim 2:0 gegen den FC Arsenal groß auf. „Das war nahe an der Perfektion. Dieses Spiel hefte ich mir ab“, sagte Trainer Jürgen Klopp.

Die hoch eingeschätzte Bayer-Mannschaft dagegen erlebte bei der diesjährigen Champions-League-Premiere der Clubs aus dem Land des Fußball-Weltmeisters eine unnötige 0:1-Niederlage beim AS Monaco und muss sich mit Systemfragen herumschlagen. „Das ganze Gerede geht mir auf den Keks“, schimpfte Stürmer Stefan Kießling. „Erst wirst du gelobt, und jetzt wird schon gefragt, ob dieser Hurra-Fußball wirksam ist. Ich finde das Schwachsinn.“

In Dortmund hatte sich Ciro Immobile erste Kritik anhören müssen. Das ist Vergangenheit: Allein der Treffer des Torjägers zum 1:0 in der 45. Minute riss die Zuschauer von den Sitzen. Nach einem Sololauf über fast 60 Meter versetzte der 18,5 Millionen Euro teure Neuzugang zwei Gegenspieler und schloss gekonnt ab. Die Erleichterung über sein erstes Pflichtspieltor im schwarzgelben Trikot stand dem Italiener ins Gesicht geschrieben: „Ich fühle mich ein bisschen befreit. Heute haben mich die Leute vielleicht richtig kennengelernt.“

Zusammen mit seinem kongenialen Sturmpartner Pierre-Emerick Aubameyang, der in der 48. Minute das 2:0 erzielte, bereitete der letztjährige Torschützenkönig der Serie A dem FC Arsenal große Probleme. Die Pläne der BVB-Führung, nach dem Wechsel von Robert Lewandowski zum FC Bayern auf mehr Variabilität im Angriff zu setzen, scheinen aufzugehen. Obwohl Marco Reus verletzt fehlte und der noch am Samstag umjubelte Rückkehrer Shinji Kagawa nur auf der Bank saß, stellten Aubameyang und Co. selbst den mit hohem finanziellen Aufwand verstärkten Arsenal-Angriff in den Schatten.

Der erneut bärenstarke Kevin Großkreutz wähnt die Borussia auf Augenhöhe mit den großen Clubs in Europa: „Da sieht man einmal, was wir für einen geilen Kader haben. Mit einer solchen Teamleistung können wir gegen jeden Gegner bestehen.“

Der Sieg über das Londoner Starensemble verschaffte dem Bundesliga-Vierten vor den beiden Auswärtsspielen beim RSC Anderlecht (1. Oktober) und bei Galatasaray Istanbul (22. Oktober) jedenfalls eine glänzende Ausgangsposition. „Für uns war es eine Lehrstunde. Der BVB war in Sachen Laufbereitschaft und Tempo ein Vorbild“, bekannte Arsenals Weltmeister Per Mertesacker kleinlaut.

In Monaco war nicht nur Leverkusens Torjäger Kießling nach dem Abpfiff richtig sauer. Nicht allein die Niederlage ärgerte das Bayer-Team, sondern dass die bewunderte Offensiv-Spielphilosophie schon in der Kritik steht. Bereits nach dem 3:3 gegen Werder Bremen hatte sich die Werkself Kritik anhören müssen, dass sie Harakiri-Fußball spiele. „Man sollte nicht alles so schwarz sehen. Wir sind von unserem Spielstil überzeugt“, betonte Kießling. Schließlich habe man die Monegassen mit Ausnahme des Gegentores durch Joao Moutinho (61. Minute) im Griff und nur ein Problem gehabt: „Wir konnten den Scheißball nicht ins Tor bringen.“

Systementwickler Roger Schmidt sah es ähnlich, aber den Auftritt im Stade Louis II etwas zu positiv. „Ich glaube, dass wir ein sehr gutes Champions-League-Spiel mit einer fast perfekten ersten Halbzeit gezeigt haben“, meinte der Bayer-Cheftrainer. „Wir hatten acht Topchancen und haben eine zugelassen. Die Voraussetzung, das Spiel zu gewinnen, war hervorragend. Da gibt es keine zwei Meinungen.“ Benfica Lissabon ist am 1. Oktober nächster Gegner der Leverkusener.

dpa

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