Liga-Dino mal wieder in der Krise

Chaos beim HSV - Klubchef Beiersdorfer unter Druck

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Dietmar Beiersdorfer nimmt seine Kritiker ernst. 

Hamburg - Nach dem miesen Saisonstart des Hamburger SV wird Kritik an Klubchef Dietmar Beiersdorfer laut.

Das Team ein Torso, der Effekt des Trainerwechsels völlig verpufft - und nun droht offenbar auch Klubchef Dietmar Beiersdorfer das Aus: Die Krise beim Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV spitzt sich zu. Eine ungewöhnliche Brandrede von Aufsichtsrats-Boss Karl Gernandt macht das neuerliche Chaos beim Dino perfekt.

"So eine sportliche Krise gab es in der Bundesliga-Geschichte des HSV noch nie", sagte Gernandt der Bild-Zeitung. Er werde "da nicht tatenlos zusehen. Es geht sportlich und in der Führung nicht mehr so weiter". Rumms. Zuvor hatte der Intimus des umstrittenen HSV-Investors Klaus-Michael Kühne, der bei seinem verbalen Rundumschlag keine Namen nannte, die Spieler via Vereins-Homepage mit ziemlich deutlichen Worten bei der Ehre gepackt.

Beiersdorfer rückt ins Zentrum der Krise

"Ich lasse keine Ausreden und Alibis für so eine Minusleistung gelten", polterte Gernandt angesichts der desolaten Vorstellung der Hanseaten im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (0:3). Er sei "entsetzt, wie zaghaft, wie wenig geschlossen und zum Teil naiv unsere Spieler" sich präsentiert hätten. Jeder Akteur sei "gefordert für sich und für das Team zu arbeiten, alle zusammen vertreten unseren HSV. Und das darf in dieser Form nicht geschehen".

Vor dem Pokalspiel beim Hallescher FC am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) rückt neben der Mannschaft Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer immer stärker in den Fokus. Für viele ist er das Gesicht der Krise. Und spätestens durch die Gernandt-Aussagen ist der 52-Jährige, der seit der Entlassung von Peter Knäbel (Mai 2016) in Doppelfunktion auch den Posten des Sportdirektors bekleidet, schwer angeknockt.

Fünf Trainer in mehr als zwei Jahren

Coach Markus Gisdol ist bereits der fünfte Trainer seit Beiersdorfers Amtsübernahme im Juli 2014. Die im Sommer für weitere 30 Millionen Euro runderneuerte Mannschaft blieb ihre Bundesliga-Tauglichkeit bislang schuldig - und so wächst die Kritik am glücklosen Beiersdorfer von Tag zu Tag.

"Es ist normal, dass man mit zwei Punkten aus acht Spielen kritisiert wird", sagte Beiersdorfer der Bild. Sachliche Kritik nehme er an. "Damit habe ich kein Problem." Im Sommer 2014 war "Didi" angetreten, um den HSV wieder nach oben zu führen.

In Sphären, in denen der Klub während Beiersdorfers erstem Engagement (2002 bis 2009) noch schwebte. Doch das Gegenteil ist eingetreten: Die permanente Abstiegsangst ist an der Elbe längst zum ständigen Begleiter geworden.

Seit sechs Spielen torlos

Nach acht Spieltagen ist der HSV mal wieder Bundesliga-Schlusslicht und hat seit sechs Spielen keinen Treffer mehr erzielt. Auch nach dem Trainerwechsel von Bruno Labbadia zu Gisdol hat sich das Team keineswegs stabilisiert. Entsprechend große Bedeutung kommt dem Zweitrundenspiel im DFB-Pokal in Halle zu.

"Das Pokalspiel in Halle bereitet mir keine Sorge", sagte Gernandt, Vertrauter von HSV-Investor Klaus-Michael Kühne, in einem Interview auf der Klub-Homepage: "Vielmehr betrachte ich es als Chance für unsere Mannschaft, den jüngsten Eindruck zu korrigieren. Genau das zu zeigen und ein Weiterkommen sind ihre Aufgabe. Ich erwarte eine Reaktion, unsere Spieler müssen deutliche Zeichen setzen."

sid

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