Aufstieg und Fall der Jungstars

Deisler, Göktan und Co.: So scheiterten die Supertalente

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Eines der hoffnungsvollsten Talente Deutschlands sollte Göktan sein. Es kam anders.

München - Sie steckten in der Pubertät, als sie zu Heilsbringern gemacht wurden. Spieler wie Deisler, Göktan oder Krkic wurden früh gefeiert - und zerbrachen am Druck und den Millionen-Ablöse. Diese Spieler scheiterten im Profifußball.

BERKANT GÖKTAN (DEUTSCHLAND): „Eines der hoffnungsvollsten Talente Deutschlands“, das sollte Göktan sein. Spielte mit 17 für Bayern München in der Champions League gegen Manchester United, was sein Karriere-Höhepunkt blieb. Verkorkste Stationen in der Türkei, von 2006 bis 2008 noch einmal erfolgreich für 1860 München, dort allerdings wegen Kokainkonsums gefeuert. Karriereende 2014 beim SV Heimstetten in der Regionalliga (ein Spiel).

NII LAMPTEY (GHANA): Torschützenkönig der U17-WM 1991, galt als DAS Supertalent im Weltfußball. Mit 16 Profi beim RSC Anderlecht, sein Berater transferierte ihn nach Eindhoven, England, Venedig, Argentinien. Psychische Probleme nach dem Tod seiner Kinder, nirgendwo erfolgreich, auch nicht bei der SpVgg Greuther Fürth (1999-2001). Karriereende 2008.

MARCO VILLA (DEUTSCHLAND): Mit 18 jüngster Ligatorschütze in der Geschichte von Borussia Mönchengladbach. Schaffte nie den Durchbruch. 2003 in die italienische 3. Liga gewechselt, 15 verschiedene Vereine in 14 Jahren. 2009 als enger Vertrauter von Robert Enke groß in der Öffentlichkeit.

SAVIO NSEREKO (DEUTSCHLAND): Geboren in Kampala/Uganda. Mit 16 Profi-Debüt bei Brescia Calcio, 2009 für 8,5 Millionen Euro zu West Ham United gewechselt. Seitdem mehr Skandale als Tore. Sieben verschiedene Vereine seit 2010, 2012 von der SpVgg Unterhachung wegen einer ungenehmigten Thailand-Reise entlassen. Täuschte seine eigene Entführung vor, um Geld von seiner Familie zu erpressen. Seit 2013 beim FK Atyrau in Kasachstan.

SERGEJ EVLJUSKIN (DEUTSCHLAND):  Durchlief sämtliche Jugend-Nationalmannschaften, teils als Kapitän, erhielt zweimal die Fritz-Walter-Medaille in Gold als bester Nachwuchsspieler. Wurde beim VfL Wolfsburg II „Kaiser“ genannt, weil er Kapitän des Klubs und der Nationalmannschaft war - wie Franz Beckenbauer. Spielt in der Regionalliga für Hessen Kassel, posiert auf seiner Homepage im Nationaltrikot.

BOJAN KRKIC (SPANIEN): Der „neue Messi“ brach in der Jugendakademie des FC Barcelona sämtliche Rekorde. Jüngster Spieler für die Katalanen in der Champions League (17 Jahre, 22 Tage), jüngster Ligatorschütze der Vereinsgeschichte. 2010 wurde seine Ablöse auf 100 Millionen Euro festgeschrieben. Erfolglose Leihgastspiele in Rom, Mailand und Amsterdam. Wechselte 2014 zu Stoke City.

SEBASTIAN DEISLER (DEUTSCHLAND): Früh erfolgreich bei Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC, 2002 Wechsel zu Bayern München als Nachfolger für Stefan Effenberg. Immer wieder Probleme mit Depressionen, mehrere schwere Verletzungen. Karriereende 2007 (mit 27) trotz bestehenden Vertrages bis 2009.

DENILSON (BRASILIEN):  Einst ein sicherer Kandidat für eine Weltkarriere. Betis Sevilla zahlte für den 20-Jährigen 1998 die Rekordsumme von umgerechnet 31,5 Millionen Euro und gab ihm einen Zehnjahresvertrag, doch nach fünf Jahren wechselte Denilson zu Girondins Bordeaux. Anschließend in Saudi-Arabien, den USA, Brasilien, Vietnam und Griechenland. 2002 Weltmeister als Ersatzspieler.

MARCO QUOTSCHALLA (DEUTSCHLAND):  „Ärger am Rhein: Streit um einen Zwölfjährigen“, schrieb der Spiegel 2001. Wechselte aus Leverkusen zum 1. FC Köln, wo er einen Achtjahresvertrag unterschrieb. Schaffte es dort nie zu den Profis, spielte in Aachen, Dattenfeld, Bonn, Trier. Seit Anfang des Jahres bei der TuS Koblenz in der Regionalliga.

NIKON JEVTIC (SERBIEN): Ein Wunderkind, das nach einem schwärmerischen Zeitungsartikel von seinem älteren Bruder in „El Maestro“ umbenannt wurde. Einst waren Real Madrid und der FC Barcelona interessiert, Jevtic ging aber nach Valencia und später zu Schalke 04. Schaffte es nicht in den Profibereich, fiel mit einem rassistischen Rap-Video auf. Spielte 2014 beim österreichischen Siebtligisten Blau-Weiß Hollabrunn - mit 21.

PATRICK FALK (DEUTSCHLAND):  Bester Mittelfeldspieler der U20-WM und der U16-EM. Als er 15 war, fragte der FC Barcelona an, doch Falks Vater verhinderte einen Abschied von Eintracht Frankfurt. Schaffte bei der Eintracht den Sprung in die Bundesliga, doch mit der Verpflichtung von Felix Magath war er dort chancenlos. Tingelte durch die Regionalliga, mehrmals verletzt. Karriereende mit 24.

SID

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