Nike will Adidas ausstechen

60 Mio. Euro pro Jahr! Wechselt der DFB den Ausrüster?

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Starke Markenbotschafter: Schweinsteiger, Neuer und Müller im EM-Trikot.

München - Adidas ist seit 60 Jahren Partner des DFB. US-Konkurrent Nike will das ändern und hat den Fußballbossen ein "unmoralisches Angebot" unterbreitet.

Am 1. Mai hatte die tz exklusiv berichtet, dass Adidas den 2018 auslaufenden Vertrag verlängern wird. Der Konkurrent Nike hatte dem DFB zwar eine überzeugende Präsentation abgeliefert, aber kein schriftliches Angebot unterbreitet. Der US-Riese sah keine Chancen, Adidas, das jede Offerte eines Konkurrenten dank eines Vorkaufrechts – der sogenannten „Matching-Offer-Right“-Klausel – kontern kann, zu schlagen. Plötzlich aber hat der Poker eine sensationelle Wendung genommen…

Nach tz-Infos hat der DFB Adidas in der letzten Woche darüber in Kenntnis gesetzt, dass Nike die Verhandlungen wieder aufgenommen hat. Der Weltmarktführer hat dem Verband nun auch schriftlich eine Offerte unterbreitet. Und die soll den Adidas-Managern in Herzogenaurach schlaflose Nächte bereiten. Pro Jahr will der US-Konzern für das Weltmeistertrikot inklusive aller Nebengeräusche zwischen 60 und 70 Millionen Euro zahlen. Aber das ist nur ein Bestandteil des Angebots. Vielmehr versprechen die Amerikaner sogenannte „Benefits“ – eine exklusive Vorzugsbehandlung.

Bieterschlacht geht in die entscheidende Phase

Nike garantiert, dass die deutsche Nationalmannschaft noch vor allen anderen Nike-Teams wie Brasilien oder dem FC Barcelona höchste Priorität besitzt. Der Weltmeister soll DAS Premiumprodukt des US-Riesen werden und in den weltweiten Kampagnen eine Hauptrolle spielen. Außerdem soll Nike zugesichert haben, dass sämtliche Deutschland-Trikots exklusiv über den DFB verkauft werden. Nur in wenigen ausgewählten Nike-Stores soll es das Viersterne-Dress auch zu kaufen geben. Im Hauptquartier in Herzogenaurach habe die Nachricht der Nike-Offensive für Unruhe gesorgt. Das deutsche Unternehmen, das zurzeit 25 Millionen Euro im Jahr zahlt und seit 60 Jahren Partner des DFB ist, könne dieses Angebot bislang nicht toppen, heißt es aus gut informierter Seite.

Die monatelange Bieterschlacht geht nun in die entscheidende Phase. Und die Frage lautet: Kann Adidas den Vorstoß des großen Konkurrenten noch einmal kontern? Fraglich. Denn Nike geht in die Fußball-Offensive. Gerade wurde ein Milliarden-Deal mit dem FC Barcelona verkündet. Der Coup mit dem amtierenden Weltmeister soll das Sahnehäubchen werden. Es gibt noch viele Fragen. Klar ist bislang dieses: Der neue Vertrag wird aus kartellrechtlichen Bedenken (tz berichtete) höchstens eine Laufzeit zwischen vier und sechs Jahren habe. Außerdem soll die Matching-Offer-Right Klausel zukünftig gestrichen werden.

Das Thema steht beim DFB unter strengster Geheimhaltung. Schließlich handelt es sich um den wichtigsten und lukrativsten Vertrag aller Zeiten. „Ein Jahrhundertvertrag“, sagt man beim Verband. Auf tz-Anfrage hieß es aus der Frankfurter Zentrale nur: „Wir stehen in konstruktiven Verhandlungen.“ Eine Entscheidung wird nach tz-Informationen während der EM in Frankreich fallen. Dort wird es eine finale Sitzung geben. Die Entscheidung wird mit großer Spannung erwartet.

tg

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