Nach geglückter Premiere

DFB-Präsident Grindel will Futsal-Team fördern

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Deutschland gewann das Futsal-Länderspiel gegen England. Foto: Daniel Bockwoldt

Im Fußball ist Deutschland Weltmeister, im Futsal hingegen noch Entwicklungsland. Am Sonntag in Hamburg ist dem neu formierten Team von Bundestrainer Schomann gegen England die Länderspiel-Premiere geglückt. DFB-Chef Grindel will diese Sportart nun auch fördern.

Hamburg (dpa) - Nach der perfekten Länderspiel-Premiere des deutschen Futsal-Nationalteams war Deutschlands oberster Fußball-Herr begeistert.

DFB-Präsident Reinhard Grindel sprach von "einer tollen Werbung für Futsal" und kündigte noch an Ort und Stelle die breite Unterstützung seines Verbandes für die bis vor kurzem im Land des Feld-Weltmeisters kaum beachtete Hallen-Variante an. "Wir werden in den nächsten Jahren einen Schwerpunkt auf die Entwicklung dieser Nationalmannschaft und auf den DFB-Futsal-Cup für die Vereine legen", verkündete Grindel am Sonntag nach dem historischen 5:3-Auftakterfolg der neu formierten DFB-Auswahl in Hamburg gegen England.

Genau diese Unterstützung sieht auch Ehrengast Arne Friedrich als Grundlage für die Entwicklung einer erfolgreichen Sportart an. "Voraussetzungen sind eine gute Förderung und eine funktionierende Liga", meinte der Ex-Nationalspieler nach der Premieren-Partie, die vom Fernsehsender Sport 1 sogar live im Free-TV übertragen wurde.

"Mit diesem historischen Sieg haben wir sicher einen Impuls gegeben", meinte Bundestrainer Paul Schomann hoffnungsvoll. Dem 65-Jährigen ist auf jeden Fall gelungen, in kurzer Zeit ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen. Immerhin gelang der Sieg gegen die Briten, die schon seit 2003 Spitzen-Futsal betreiben.

Deutschland aber ist ein Spätstarter im Futsal. Fast alle anderen 55 UEFA-Mitglieder waren schneller als der DFB, der die Auswahl erst 2015 einführte. 54 Fußballer bewarben sich damals zum Casting um einen Kader-Platz. Übrig gebliebenen sind 26 Akteure. In Hamburg sind 18 Mann am Start, von denen vier auf der Tribüne Platz nehmen mussten. Dieses Quartett soll im zweiten Duell am Dienstag (18.00 Uhr) an gleicher Stelle eine Chance erhalten.

Besonders gefeiert wurde von den 2092 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Inselparkhalle in Hamburg-Wilhelmsburg Timo Heinze: Dem Kölner gelang nach acht Minuten das erste deutsche Länderspiel-Tor. "Mein Körper hat nur noch Glückshormone ausgeschüttet", gab Heinze zu, der standesgemäß als Kapitän voranging und traf. "Ich würde lügen, wenn mir dieses Amt nichts bedeuten würde", ergänzte der 30-Jährige, der einst beim FC Bayern München mit den heutigen Weltmeistern Mats Hummels und Thomas Müller zusammen gespielt hat.

"Wir stehen trotz des Sieges erst am Anfang. Aber das war schon ein Meilenstein für uns", glaubt der Mann der Futsal Panthers Köln. Neben Heinze trafen Timo di Giorgio, Christopher Wittig, Lennart Hartmann und Michael Meyer für die Deutschen. Deren erstes großes Ziel ist das Erreichen der Europameisterschaft 2018 in Slowenien. Bis dahin ist es ein steiniger Weg, der aber mit einem schönen Erfolg begonnen hat.

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