FIFA reagiert wohl abwehrend

SZ: DFB-Ermittler wollen Blatter befragen

Jospeh Blatter
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Jospeh S. Blatter.

Köln - Die Kanzlei Freshfields will im Zuge ihrer Ermittlungen in der WM-Affäre angeblich auch den derzeit suspendierten FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter anhören.

Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (Freitagausgabe). Zudem sollen der frühere FIFA-Generalsekretär Urs Linsi und Markus Kattner, der diese Aufgabe derzeit kommissarisch innehat, auf der FIFA-Zeugenliste von Freshfields stehen.

Von Blatter, Linsi und Kattner erhofft sich Freshfields offenbar Aufschluss über die dubiosen Geldflüsse zwischen dem deutschen Organisationskomitee der WM 2006 und der FIFA, die im Zentrum der Affäre stehen. Die FIFA soll nach SZ-Angaben bislang aber abwehrend auf die Bitten der vom DFB beauftragten Anwälte reagieren. Man müsse erst mit Hilfe eigener Untersuchungen herausfinden, was damals geschehen sei, bevor man den DFB-Ermittlern Auskünfte gebe.

Freshfields soll derweil auch versucht haben, die Erben des früheren und 2009 verstorbenen adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus zu befragen. Dieser hatte den deutschen WM-Machern umgerechnet 6,7 Millionen Euro gewährt.

Angeblich sind die Millionen 2002 an die Finanzkommission der FIFA mit Sitz in Zürich geflossen, laut OK-Präsident Franz Beckenbauer als Sicherung für einen späteren WM-Zuschuss seitens des Weltverbandes in Höhe von 170 Millionen Euro. Die Rückführung des Millionendarlehens erfolgte mutmaßlich via FIFA an Dreyfus, fälschlicherweise deklariert als Beitrag zum Kulturprogramm des Weltverbandes.

Bei der Suche nach dem Verbleib des Geldes konnten oder wollten die Dreyfus-Erben den DFB-Ermittlern nach SZ-Angaben aber nicht weiterhelfen. Angeblich gebe es keine Bankunterlagen mehr aus der damaligen Zeit.

Das offizielle Ergebnis der externen Ermittlungen soll Ende Februar vorliegen. Der DFB will den Bericht öffentlich machen.

SID

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