Neid: „Ganz verliebt“

DFB-Frauen glänzen im WM-Test gegen Brasilien

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Anna Blässe im Zweikampf gegen die brasilianische Verteidigerin Monica.

Fürth - Im letzten Heimspiel vor der WM haben die deutschen Fußball-Frauen gegen Brasilien überzeugt und sich Selbstvertrauen geholt. Bundestrainerin Silvia Neid war begeistert von ihrem Team.

Deutschlands Fußball-Frauen haben den vorletzten WM-Test mit Bravour bestanden und mit einem glanzvollen 4:0 (2:0) gegen Brasilien mächtig Selbstvertrauen für die Mission „dritter Stern“ getankt. Knapp acht Wochen vor dem WM-Auftakt gegen die Elfenbeinküste bot das Team am Mittwoch in Fürth eine überzeugende Leistung. „Ich bin ganz schön verliebt in meine Mannschaft“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid in der ARD. Celia Sasic per Foulelfmeter (26. Minute), Simone Laudehr (35.), Melanie Leupolz (60.) und Dzsenifer Marozsan (86.) schossen vor 15 043 Zuschauern im zwölften Duell mit Brasilien den zehnten Sieg heraus.

Ziel sei es gewesen, „mit viel Selbstvertrauen in die letzte Vorbereitungsphase für die WM zu gehen“, sagte Neid. Dies gelang voll und ganz. „Das tut wirklich sehr gut“, meinte Torschützin Simone Laudehr zum deutlichen Ergebnis, fügte aber auch hinzu: „Wir können aus dem Spiel viel rausziehen, was wir bei der WM noch besser machen können.“

Mit der Ankündigung „Samba in Fürth“ hatte der Veranstalter nicht zu viel versprochen. Allerdings legten nicht die Südamerikanerinnen ein flottes Tänzchen hin, sondern die Neid-Truppe. Vier Wochen nach dem 3:1-Erfolg beim Algarve-Cup geriet die DFB-Auswahl, die verletzungsbedingt auf eine komplette Elf verzichten musste, nur in der Anfangsphase unter Druck. Superstar Marta (8.) scheiterte an Torfrau Nadine Angerer, die kurz darauf Glück hatte, als ein Lupfer von Tamires (9.) knapp am Pfosten vorbeistrich.

Doch dann demonstrierte der Europameister seine Klasse, auch wenn Laudehr zunächst noch zu früh jubelte: Bei ihrem Treffer in der 21. Minute stand die Frankfurterin im Abseits. Als die dynamische Mittelfeldspielerin wenig später im Strafraum von Mônica zu Fall gebracht wurde, besorgte Sasic vom Punkt mit ihrem 57. Tor im 103. Länderspiel die umjubelte Führung.

Die DFB-Frauen beherrschten fortan das Geschehen und legten durch Laudehr nach. Sasic (30.) und Alexandra Popp (38.), die aus fünf Metern vorbeischoss, hatten weitere Treffer auf dem Fuß. Defensiv ließ der zweimalige Weltmeister kaum noch etwas anbrennen, so dass es mit eifürth

ner beruhigenden Führung in die Kabinen ging.

Nach dem Wechsel blieb Deutschland am Drücker. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen, auch wenn hier und da die Präzision fehlte. Popp hätte schnell auf 3:0 erhöhen können, doch ein wuchtiger Kopfball der Stürmerin vom deutschen Meister VfL Wolfsburg verfehlte knapp das Ziel.

Nach einer Stunde setzte Laudehr, die einen Sahnetag erwischte, Leupolz gekonnt in Szene. Die Mittelfeldspielerin vom FC Bayern umkurvte gekonnt Brasiliens Torfrau Bárbara und vollendete zur Entscheidung. Von den Gästen kam nichts mehr, obwohl Neid danach munter durchwechselte. Der Überlegenheit ihrer Schützlinge tat dies kein Abbruch. So durfte sich am Ende auch noch Marozsan für ihr gutes Spiel mit einem Treffer belohnen.

dpa

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