Intensive Pokalspiele am Samstagabend

KSC geht bei Fünftligist unter - VfB zittert lange

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Daniel Gordon (r.) sah Rot für eine Tätlichkeit, zwei weitere KSC-Spieler wegen einer Notbremse.

Reutlingen/Kiel - Der Karlsruher SC verliert in Reutlingen durch drei Strafstöße drei Profis und das Spiel. Stuttgart hechelt in Kiel zunächst einem Rückstand hinterher, dreht dann aber die Partie.

Der Karlsruher SC hat sich nach seinem verpatzten Ligastart auch noch im DFB-Pokal blamiert. Der Zweitligist, im Mai erst in der Relegation zur Bundesliga gescheitert, schied beim fünftklassigen SSV Reutlingen am Ende zu acht mit einem 1:3 (0:2) sensationell aus. Der Außenseiter steht dagegen erstmals seit 2003 in der zweiten Runde.

Der KSC wollte seine zwei Niederlagen zum Saisonauftakt vergessen lassen, stellte sich aber gleich mehrmals selbst ein Bein - im wahrsten Sinne. Zunächst foulte Manuel Gulde seinen in den Strafraum ziehenden Gegenspieler, dafür sah er Rot. Danach war es Gaetan Krebs, der unnötig Daniel Schachtschneider zu Fall brachte. Am Ende foulte Jannik Dehm, der ebenfalls Rot sah. Dreimal verwandelte Giuseppe Ricciardi (13./33./90.+1) vom Elfmeterpunkt sicher.

Kurz nach der Pause war es noch schlimmer gekommen: Der KSC dezimierte sich weiter. Daniel Gordon ließ sich nach einem harten Zweikampf mit Schachtschneider zu einem Tritt auf dessen Wade hinreißen - Trainer Markus Kauczinski regte sich über die berechtigte Rote Karte dermaßen auf, dass er auf die Tribüne geschickt wurde. Dennis Kempe (63.) traf danach noch zum Anschlusstreffer.

Offensiv hatte der Zweitligist seine besten Phasen vor 8166 Zuschauern im Stadion an der Kreuzeiche kurz vor und kurz nach der Pause. Einmal musste Reutlingen auf der Linie klären (45.+3), dann schoss der eingewechselte Neuzugang Erwin Hoffer (46.) freistehend den SSV-Torhüter Denis Grgic an.

Gelungener Einstand für Zorniger

Der neue Trainer Alexander Zorniger hat mit dem VfB Stuttgart nach einem intensiven Pokal-Abend eine geglückte Pflichtspiel-Premiere gefeiert. Die Schwaben zogen am Samstagabend durch das 2:1 (1:1) beim starken Fußball-Drittligisten Holstein Kiel in die zweite Pokal-Runde ein. Angreifer Daniel Ginczek (60. Minute) sorgte im zweiten Durchgang mit seinem Treffer für den Erfolg des Bundesligisten, der einige Mühe mit den Kielern hatte. Die Führung der Hausherren durch Rafael Czichos (37. Minute) hatte VfB-Regisseur Daniel Didavi (41.) fast postwendend ausgeglichen.

Vor 9916 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion offenbarte der VfB acht Tage vor seinem Bundesliga-Auftakt gegen den 1. FC Köln zunächst einige Abstimmungsschwierigkeiten. Kaum geregelter Spielaufbau, viele Fehlpässe und Stockfehler - es hakte im VfB-Spiel. Von dem schwungvollen Angriffsfußball, mit dem die Schwaben im letzten Härtetest Manchester City beim 4:2 übertölpelt hatten, war lange nichts zu sehen.

Die Kieler wirkten anfangs bissiger und kamen bei Kontern nach langen Bällen immer wieder gefährlich vors VfB-Gehäuse. So etwa, als Angreifer Marc Heider mit einem Kopfball VfB-Keeper Przemyslaw Tyton erstmals prüfte (23.). Neun Minuten später war der Pole dann geschlagen, als er Czichos' satten Linksschuss passieren ließ. Das Glück der Gastgeber währte aber nicht lang. Denn der agile Didavi, der in der 20. Minute die erste VfB-Chance gehabt hatte, nutzte seine zweite Torgelegenheit mit einem feinen Heber zum 1:1.

Nach Wiederanpfiff bekamen die Schwaben, die auf Martin Harnik (Infekt) und Serey Dié (Muskelfaserriss im Hüftbereich) verzichten mussten, die Partie besser in den Griff. Und nach Vorarbeit von Timo Werner beruhigte Ginczek mit einem präzisen Schuss Zornigers Nerven und machte die Kieler Hoffnungen auf eine Wiederholung ihres Pokaltriumphs vor 45 Jahren zunichte. Am 12. Dezember 1970 hatten sie die Schwaben mit 2:1 besiegt. Im zweiten Duell mit dem VfB hielten sie zwar gut mit, waren am Ende aber glücklos.

dpa/sid

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