Abkürzung nach Europa für Topclubs

DFB-Pokal: Die Underdogs wittern die Sensation

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Das Finale um den DFB-Pokal findet auch 2016 im Berliner Olympiastadion statt.

Düsseldorf - Die Kleinen wittern die Sensation, die Großen träumen vom Pokaltriumph und fürchten die Blamage. Wie in jedem Jahr verspricht die erste Runde im DFB-Pokal großen Unterhaltungswert.

Update vom 13. August 2015: Spielt der FC Bayern gegen 1860 München? Oder gegen die SpVgg Unterhaching? Am Freitag wird die zweite Runde des DFB-Pokals ausgelost - hier gibt's alle Infos.

Update vom 7. August 2015: Alle Informationen zur Übertragung des Erstrundenspiels des FC Bayern beim FC Nöttingen können Sie hier sehen.

Die ewig jungen Duelle zwischen David und Goliath machen im DFB-Pokal auch in diesem Jahr den besonderen Reiz aus. In der vergangenen Saison mussten gleich fünf Erstligisten zum Auftakt des seit 1935 ausgespielten Traditionswettbewerbs ihren Traum vom Pokalsieg und der damit verbundenen direkten Qualifikation für die Europa League begraben. Insgesamt scheiterten im vorigen Jahr neun Vereine in Runde eins an unterklassigen Clubs.

Ein ähnliches Szenario fürchten vor allem die 18 Eliteclubs eine Woche vor dem Bundesligastart auch an diesem Wochenende. Und die spannende Frage für die Fußball-Fans lautet: Wen erwischt es diesmal?

Titelverteidiger Wolfsburg tritt bei den Stuttgarter Kickers an

Nicht nur in den Aussagen von Dieter Hecking schwingt die latente Angst der Großen vor der Blamage bei den vermeintlich Kleinen mit. „Es ist ein typisches Erstrunden-Spiel“, sagte der Trainer von Titelverteidiger VfL Wolfsburg vor dem Gastspiel am Samstag beim Drittligisten Stuttgarter Kickers. „Gehen wir mit dem nötigen Ernst an die Sache, werden wir weiterkommen. Wenn wir allerdings denken, nur 50 Prozent zu geben, kommen wir nicht weiter.“ Verzichten müssen die Wölfe dabei auf Weltmeister Andre Schürrle. Wie Bild.de berichtet, musste der 24-Jährige am Freitag wegen Oberschenkelproblemen das Abschlusstraining abbrechen. Schon am Donnerstag hatte der Klub bestätigt, dass Stammtorhüter Diego Benaglio auch im Pokalspiel noch nicht zur Verfügung steht. Der 31-jährige Schweizer leidet an anhaltenden Rückenproblemen.

Für einen frühen Fehltritt im Cup-Wettbewerb war lange Zeit auch Borussia Dortmund gut. In den letzten Jahren lief es für den dreimaligen Pokal-Gewinner und Finalisten der Vorsaison aber besser. Nach dem Willen von Weltmeister Mats Hummels soll das auch am Sonntag beim Drittligisten Chemnitzer FC so bleiben. „Wir müssen dem Gegner von Anfang an das Gefühl geben, dass gegen uns nichts zu holen ist. Dann bleibt uns eine Pokalüberraschung erspart“, sagte der Innenverteidiger nach dem 5:0 in der Europa-League-Qualifikation gegen den Wolfsberger AC. Im Pokal muss der BVB aber aller Voraussicht nach auf Kevin Krampl verzichten. Der slowenische Nationalspieler zog sich am Freitag eine Sprunggelenk-Verletzung zu und musste das Training abbrechen. 

Den dicksten Fisch zog der FC Nöttingen aus der Lostrommel. Der Regionalliga-Absteiger aus Baden-Württemberg empfängt am Sonntag im Karlsruher Wildparkstadion Rekord-Pokalsieger Bayern München. Nöttingens Trainer Michael Wittwer weiß die Rolle seines Teams realistisch einzuschätzen und ist zudem ein Spaßvogel. „Es wäre lächerlich, wenn wir da jetzt ein Analyseteam rausschicken, das elf Bayern zerfleddert. Meine Spieler lachen mich doch aus, wenn ich denen erzähle: Der Lahm, der kann nix.“ Dass das Millionen-Ensemble von Pep Guardiola beim Fünftklässler ausscheidet, erscheint so unwahrscheinlich, dass Wittwer sich lediglich ein „gutes Fußballspiel und tolles Event“ wünscht.

Schalke will sich erneute Blamage ersparen

Der FC Schalke 04 war 2014 in Dresden das prominenteste Erstrunden-Opfer. Eine ähnliche Blamage im Revierderby am Samstag beim Zweitliga-Aufsteiger MSV Duisburg wollen die Königsblauen mit dem neuen Trainer André Breitenreiter unbedingt vermeiden. Sonst wäre die neu entfachte Euphorie wohl gleich wieder im Keim erstickt.

Breitenreiter wertete Duisburg als „eines der schwersten Lose, das wir ziehen konnten“. Entsprechend ernsthaft bereitete er sein Team in dieser Woche auf das Duell vor. Dass die „Zebras“ in der 2. Liga mit zwei Niederlagen einen miserablen Start erwischten, hat nach Ansicht des Schalker Chefcoaches nicht viel zu bedeuten. „Die Duisburger werden ihre Lehren aus den beiden Spielen gegen Kaiserslautern und Bochum gezogen haben“, warnte Breitenreiter, betonte aber auch: „Unser Ziel ist ganz klar formuliert. Wir wollen in die zweite Runde einziehen.“

Überraschungspotenzial hat auch die Partie von Champions-League-Starter Borussia Mönchengladbach beim gut in die Saison gestarteten Zweitligisten FC St. Pauli. Trainer Lucien Favre will mit seinem Team trotz der Mehrfachbelastung mit Bundesliga und Königsklasse auch im Cup-Wettbewerb weit kommen und die Hürde am Millerntor nehmen: „Der Pokal ist sehr speziell, es zählt nur der Sieg. Wir wollen auf jeden Fall weiterkommen.“

dpa/SID

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