In Erfurt

DFB-Bundestag bestätigt Präsident Reinhard Grindel im Amt

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Bleibt DFB-Präsident: Reinhard Grindel.

Erfurt - Reinhard Grindel bleibt Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Ohne Gegenstimme wird der frühere Politiker wiedergewählt. Der frühere Außenminister Klaus Kinkel soll die neu gegründete Ethikkommission führen.

Reinhard Grindel ist ohne Gegenstimme als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes wiedergewählt worden. Der 55-Jährige wurde am Freitag in Erfurt von allen 258 anwesenden Delegierten des DFB-Bundestages bis 2019 im Amt bestätigt.

„Das ist ein großer Rückenwind für die Aufgaben der kommenden drei Jahre“, sagte Grindel, der zuvor die Amtszeit des zurückgetretenen Wolfgang Niersbach beendet hatte. „Es ist schön, dass man jetzt ein richtiger Präsident ist.“ Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete führt den DFB seit dem 15. April 2016, als er zum Nachfolger des durch die WM-Mauscheleien belasteten Wolfgang Niersbach gekürt wurde.

Die weiteren Themen des DFB-Bundestags im Überblick:

Ethikkomission: Der DFB führt als Konsequenz aus der Affäre um die Heim-Weltmeisterschaft 2006 eine Ethikkommission ein und reformiert seine Compliance-Struktur. Der frühere Bundesaußenminister Klaus Kinkel soll den Vorsitz des Ethik-Gremiums übernehmen.

DFB-Pokal: Anfang des kommenden Jahres stehen Gespräche im Konflikt um die erste Pokalrunde zwischen DFB und Deutscher Fußball Liga an. Die Proficlubs wollen die Zeit vor der Saison lieber für lukrative Auslandsreisen nutzen, die Amateure direkt zum Auftakt schon die Chance auf die Traum-Auslosung gegen einen Top-Verein haben. DFB-Vize Rainer Koch kündigte an, dass die erste Runde zukünftig womöglich erst nach dem Bundesliga-Start gespielt werden könnte.

DFB-Akademie: Der geplante Bau der neuen DFB-Akademie in Frankfurt wird teurer als geplant. Der bisherige Kostenrahmen von 109 Millionen Euro werde nicht ausreichen, sagte Grindel. Daher wolle man im Laufe des kommenden Jahres die DFB-Delegierten zu einem Außerordentlichen Bundestag einladen, um über die konkrete Umsetzung des umstrittenen Projekts abstimmen zu lassen. Derzeit läuft ein juristisches Verfahren gegen den bislang geplanten Bau auf der Galopprennbahn in Frankfurt. In der Akademie sollen alle sportlichen und logistischen Abläufe des Deutschen Fußball-Bundes zentralisiert werden.

Grundlagenvertrag: Die Delegierten stimmten wie erwartet dem neuen Grundlagenvertrag mit der DFL bis 2023 zu. Der Vertrag regelt die Geldflüsse zwischen dem DFB und den im Ligaverband organisierten 36 Proficlubs der Bundesliga und 2. Liga. Der DFB erhöht seine Zuschüsse für die Landesverbände von fünf auf acht Millionen Euro jährlich. Die DFL wiederum will pro Jahr 2,5 Millionen für Projekte des Masterplans Amateurfußball bereitstellen. Der DFB schießt weitere 1,2 Millionen für dieses Projekt zu.

WM-Affäre: Der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und der ehemalige Generalsekretär Helmut Sandrock wurden nicht entlastet. Dies werde „zurückgestellt, bis eine endgültige Klärung des Sachverhalts erfolgt ist“, sagte Generalsekretär Friedrich Curtius.

Ansonsten wurde die Aufarbeitung des Skandals um die WM 2006 aber weitgehend als abgeschlossen bewertet. „Der DFB wurde vor einem Jahr in seinen Grundfesten erschüttert, gleichwohl gelang es uns, den beinahe entgleisten DFB-Zug auf den Schienen zu halten“, sagte DFB-Vize Rainer Koch. Der Name des früheren WM-Organisationschefs Franz Beckenbauer fiel bis zur Wahl kein einziges Mal.

„40 min. Rede, aber kaum was zum #WMSkandal & nichts zur Aufklärung & #Beckenbauer gesagt!“, twitterte der Grünen-Politiker Özcan Mutlu, der auch Mitglied des Sportausschuss des Deutschen Bundestags ist, über seinen früheren politischen Gegner Grindel. „Aufbruch & Transparenz ist das nicht!“

dpa

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