Fragen und Antworten

WM-Affäre: Wie geht es beim DFB weiter? 

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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (re.) und sein Vorgänger Theo Zwanziger (li.).

Köln - Wie ist der Stand der Ermittlungen und wie reagiert die Politik auf die DFB-Affäre? Die wichtigsten Fragen und Antworten. 

Vieles fokussiert sich auf die ungeklärte Rolle von Franz Beckenbauer. Der Druck auf den „Kaiser“, seine Sicht der Dinge ausführlicher zu schildern, steigt täglich. Und: Es rumort heftig in allerhöchsten Kreisen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der Verband will seine Landesverbände auf Stand bringen und erwägt dafür die Einberufung einer außerordentlichen Vorstandssitzung. Entsprechende Hinweise gingen bei den Mitgliedern des Vorstandes ein. „Man sollte eine außerordentliche Vorstandssitzung in Betracht ziehen, um alle auf den gleichen Informationsstand zu bringen“, sagte Präsident Erwin Bugar vom Fußball-Verband Sachsen-Anhalt. 

Wann bricht Wolfgang Niersbach sein Schweigen? 

Ungewiss. Der DFB hält sich bis auf seine kurze Mitteilung vom Dienstag („Der DFB unterstützt vollumfänglich die Ermittlungen“) weiterhin bedeckt. Allerdings wird der Verband ein erneutes Debakel wie bei der denkwürdig missratenen Pressekonferenz nach den ersten Enthüllungen vermeiden wollen. Am Mittwochmittag fand in der DFB-Zentrale dem Vernehmen nach eine Mitarbeiterversammlung statt. Niersbach fehlte, Ergebnis: unbekannt. 

Wie reagiert die Politik?

Der Deutsche Bundestag zeigt offensichtlich noch kein ernsthaftes Interesse daran, den früheren WM-OK-Chef Beckenbauer zur Aufklärung der Vorwürfe in den Sportausschuss zu bitten. „Bislang hat keine Fraktion des Bundestages bei mir beantragt, Herrn Beckenbauer einzuladen“, sagte die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) dem SID am Donnerstag. Selbiges gelte für eine Einladung von Günter Netzer, dem früheren WM-Botschafter. Die Bundesregierung hält sich bedeckt und erklärt, Fragen zur WM-Affäre beträfen nicht ihre Politik. 

Wird es jetzt still um Theo Zwanziger?

Nein. „Sagen durch verneinen“ war zuletzt offensichtlich die Taktik. Der Ratschlag des früheren Verbandspräsidenten an den DFB zur Überprüfung von Ansprüchen gegen Franz Beckenbauer soll jedenfalls keine Anschuldigung gegen den WM-Chef von 2006 gewesen sein. Das erklärte Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz. „Keinesfalls ist damit, nicht einmal ansatzweise, behauptet, das Geld befinde sich bei Beckenbauer“, sagte Metz zur Bild-Zeitung. Dennoch: Das Thema ist dadurch in der Welt. Aufgrund der Erfahrung der vergangenen Wochen ist mit weiteren Aussagen Zwanzigers zu rechnen. 

Wie geht's weiter?

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden lange dauern, allein die Auswertung der am Dienstag gesammelten Dokumente wird Wochen in Anspruch nehmen. Erst dann kann entschieden werden, ob eine Anklage erhoben wird - und gegen wen. An der nächsten Front könnte sich die Ethikkommission des Weltverbands FIFA einschalten, die zuletzt FIFA-Boss Joseph S. Blatter (79) und UEFA-Chef Michel Platini (60) suspendiert hatte. Es würde nur um Niersbach gehen, der zudem im FIFA- und UEFA-Exekutivkomitee sitzt. Am schnellsten gehen würde es mit persönlichen Konsequenzen. 

Wer könnte sonst aufklären?

An erster Stelle: Franz Beckenbauer. Würde man ein Schaubild der Affäre zeichnen - der „Kaiser“ stünde in der Mitte. Alleine Beckenbauer scheint zu wissen, was es wirklich mit angeblichen Millionenzahlungen auf sich hat. Das einzige öffentliche Statement des früheren WM-OK-Chefs war dürftig. Günter Netzer ist die einzige Schlüsselfigur der Affäre, die sich noch nicht öffentlich geäußert hat. Auch seine Aussage wäre höchst interessant.

SID

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