Mäzen will keinen Feuerwehrmann

Hopp: "Kurz macht einen guten Job"

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Dietmar Hopp neben dem Klubmaskottchen

Frankfurt/Main - Wie reagiert eine Krisenmannschaft wie die TSG 1899 Hoffenheim, wenn nichts mehr hilft - und der FC Bayern vor der Tür steht? Mäzen Dietmar Hopp bezieht Stellung.

Marco Kurz kann sich seines Trainerpostens bei der krisengebeutelten TSG 1899 Hoffenheim sicher sein. „Wir brauchen keinen Feuerwehrmann, denn Marco Kurz macht einen guten Job“, sagte Mäzen Dietmar Hopp der "Bild". Wie der rasant um sich greifende Brand beim Tabellenvorletzten der Bundesliga doch noch gelöscht werden kann, darüber zerbrachen sich die Verantwortlichen auch am Montag auf dem Trainingsgelände in Zuzenhausen die Köpfe. „Warum wir so entgleist sind, bleibt für alle ein Rätsel“, sagte Milliardär Hopp.

Man könne, so Andreas Müllers neue Erkenntnis vor der Partie am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den FC Bayern „nicht ständig auf die Mannschaft draufknüppeln“. Der Manager hatte schon nach der Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart auf die Spieler eingedroschen („Für mich war das heute unterirdisch“) und vor dem so blamablen Auftritt der Hoffenheimer beim 1:2 am Samstag in Augsburg den Versuch einer Brandrede gestartet mit Sätzen wie „Es ist eine Schlacht“.

Genutzt hat das alles herzlich wenig. Die klassischen Mittel der Branche haben sich erschöpft bei den Kraichgauern. Kurz ist erst seit der Winterpause Chefcoach, seine Ausbeute von vier Punkten in sechs Spielen allerdings mehr als mager. Noch erschreckender seine übergreifende Bilanz in Hoffenheim und beim 1. FC Kaiserslautern, wo er im März 2012 entlassen worden war und auch sein Nachfolger Krassimir Balakow den Abstieg nicht verhindern konnte: Kurz hat in den letzten 22 Bundesliga-Spielen als Chefcoach einen einzigen Sieg feiern können - das 2:1 mit der TSG gegen den SC Freiburg am 2. Februar. „Wir werden den Teufel tun und uns ergeben. Platz 16 ist weiter machbar“, sagte der 43-Jährige allen Entwicklungen zum Trotz.

Das nächste Auswärtsspiel steht ausgerechnet bei Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth am 9. März an. Auch die Wintereinkäufe im Wert von etwa 12 Millionen Euro wie Igor de Camargo und Eugen Polanski haben sich kaum ausbezahlt - wenn man einmal davon absieht, das zwischen den Pfosten der Brasilianer Heurelho Gomes eine wesentlich bessere Figur als Ex-Nationaltorwart Tim Wiese abgibt, der sein Jahresgehalt von etwa 3,5 Millionen Euro derzeit auf der Tribüne absitzt.

Und nun? „Hier muss sich alles ändern, komplett, sonst endet das in der zweiten Liga“, sagte Tobias Weis. Der Mittelfeldgrätscher muss es am besten wissen: Unter Kurz-Vorgänger Markus Babbel war er zu den Amateuren verbannt und zuletzt vom Verein mit einer Geldstrafe sanktioniert worden, weil er zusammen mit Wiese auf einer Karnevalsparty so gepöbelt hatte, dass die beiden Profis von Sicherheitskräften aus der Halle geworfen worden waren.

„Wir müssen der Mannschaft Vertrauen geben“, erklärte Müller nach der „Katastrophe“ beim Mitkonkurrenten Augsburg. Einer Mannschaft, „die ihre Struktur verloren hat“. Eine Mannschaft, für die Babbel zum Saisonbeginn das Ziel Europa League ausgerufen hat. „HD - EL 1899“ lautet immer noch das Nummernschild auf dem Mannschaftsbus. „Das heißt nur erste Liga“, erklärte Müller im Sonntag im Sport1-„Doppelpass“ mit seinem wohl einzigen Anflug eines Lächelns am vergangenen Wochenende.

dpa

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