Besuch in der Heimat

Nowitzki stellt Doku über sich selber vor

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Dirk Nowitzki hat in Frankfurt einen neuen Doku-Film über sich selber vorgestellt.

Frankfurt/Main - Gut erholt und betont locker hat sich Dirk Nowitzki den deutschen Basketball-Fans präsentiert. Der NBA-Star stellte einen Dokumentarfilm über sich selber vor.

Dirk Nowitzki muss schmunzeln. Dann fängt er an zu lachen. Der Superstar ist beeindruckt, als er sich vor mehreren Hundert Fans auf einem klitzekleinen Bildschirm zum ersten Mal Szenen aus dem neuen Film über sein Leben anschaut. „Ich wollte ihn nicht zweimal sehen müssen“, erklärte der deutsche Basketball-Held in Frankfurt/Main bei strahlendem Sonnenschein. Nowitzki will die Spannung bis zur Premiere am 16. September hoch halten.

Entspannt, erholt, locker, ausnahmsweise sogar mit Hemd und langer Jeans, präsentiert sich Nowitzki beim einzigen öffentlichen Termin während seines Heimatbesuchs. „Jetzt bin ich fast 40, da muss ich was hermachen“, scherzt der Würzburger gleich zu Beginn. Anschließend steht der 36-Jährige im Innenhof seiner Hausbank ausführlich Rede und Antwort. Zum neuen Vertrag bei den Dallas Mavericks, seiner Zukunft in der Nationalmannschaft, dem Urlaub und natürlich zu: „Nowitzki. Der perfekte Wurf.“

Mit Ehefrau Jessica und erstmals auch mit dem mittlerweile fast ein Jahr alten Töchterchen Malaika ist Nowitzki seit dem Ende der vergangenen Woche zu Gast. Große Pläne hat er nicht. „Freunde sehen, ein bisschen Tennisspielen, Grillen. Was so anfällt“, sagt Nowitzki, als er nach seinen Freizeitaktivitäten gefragt wird. Nach einer kleinen Europareise soll es zurück nach Dallas gehen, die Vorbereitung auf die neue Saison hat schon begonnen.

Vor der Abreise hatte Nowitzki eine neuen Dreijahresvertrag unterschrieben. Für ein verhältnismäßig kleines Gehalt (25 Millionen Dollar), damit der Klub in neue Spieler investieren kann. „Auf Geld zu verzichten, gehört im Alter dazu“, sagt der ehemals wertvollste NBA-Spieler (MVP), „für eine gute Mannschaft muss man Opfer bringen. Das habe ich gemacht“.

Nowitzki will noch einmal angreifen. Nach dem Titelgewinn von 2011 seien „die Jahre so dahingeplätschert. Das muss man leider sagen“. Mit den neu aufgestellten Mavericks will Nowitzki „oben ein Wörtchen mitreden“. Doch dort sei die Luft eben dünn.

Die Mavericks sind seine klare Nummer eins. Das Thema Nationalmannschaft hat Nowitzki aber noch längst nicht hinter sich gelassen. „Ich hab nie den Deckel draufgehauen. Ich möchte mir die Hintertür auflassen.“ Noch in diesem Sommer will er das Gespräch mit dem Deutschen Basketball Bund (DBB) suchen und in der EM-Qualifikation vielleicht als Fan zu einem Spiel kommen. Olympia 2016 in Rio? „Das wäre schon toll.“

Beim erfahrenen NBA-Profi, der langsam aber sicher auf die Zielgerade seiner Karriere einbiegt, hat die abgelaufene Saison keine Spuren hinterlassen. „Ich fühle mich gut“, sagt Nowitzki. Er habe körperlich kaum Sorgen gehabt. „Sie haben mir nur ein Spiel freigegeben, wegen Altersschwäche“, witzelt der Familienvater.

Nowitzki ist glänzend aufgelegt. Die Fußball-WM hat er von Anfang bis Ende verfolgt. „Von den Deutschen habe ich jedes Spiel gesehen. Die Zeiten in Amiland waren perfekt“, sagt er. Das Finale schaute er mit Vater Jörg und Mutter Helga. „Das war eine Riesensache. Als Götze das Tor gemacht hat, bin ich aufgesprungen.“

Im gelungenen Dokumentarfilm steht Nowitzki im Mittelpunkt. Zwei Jahre lang hat ihn das Team um Regisseur Sebastian Dehnhardt begleitet. Gedreht wurden in der Turnhalle in Rattelsdorf, wo sich Nowitzki Jahr für Jahr auf die Saison vorbereitet. Natürlich in Dallas, aber auch in Frankfurt, Berlin oder New York.

Rausgekommen sind 100 Stunden Material, das auf 105 Minuten zusammengekürzt wurde. Alle Höhen und Tiefen, auch viel Privates ist zu sehen. Der zurückhaltende Nowitzki hat sich geöffnet. „Wenn“s um das Zähneputzen am Morgen ging, habe ich gesagt: Das muss nicht sein„, so Nowitzki. Kinostart ist am 18. September.

sid

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