Mainz schafft Sensation in München

Drei Tage vor Spitzenspiel: BVB rückt an Bayern heran

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Die Mainzer schafften es am Mittwoch in München, dem FC Bayern ein Bein zu stellen: Bayern-Star Franck Ribéry (oben) und Leon Aderemi Balogun vom FSV Mainz 05 im Zweikampf.

Darmstadt - Borussia Dortmund greift im Titelrennen noch einmal an: Drei Tage vor dem Gipfeltreffen mit Bayern München rückte der BVB trotz einer Radikal-Rotation bis auf fünf Punkte an den Tabellenführer heran.

Die Westfalen siegten bei Darmstadt 98 am Mittwoch mit 2:0 (1:0) und bringen etwas Spannung in einen Kampf um die Meisterschaft, der vor Monaten entschieden schien.

Nach dem Blick auf das Ergebnis aus München (1:2 gegen den FSV Mainz 05) war der Jubel groß: Am Samstag könnte der BVB mit einem Sieg gegen den Meister sogar auf zwei Punkte verkürzen.

Adrian Ramos (38.) und Erik Durm (53.) besiegelten vor 17.000 Zuschauern den siebten Pflichtspielerfolg des BVB in Folge. In der ersten Halbzeit allerdings waren die Dortmunder trotz Feldüberlegenheit vieles schuldig geblieben. Vor allem eine Kreativ-Kraft wie der geschonte Nationalspieler Marco Reus wurde vermisst.

BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte seine Startelf im Vergleich zum vergangenen Wochenende gegen 1899 Hoffenheim (3:1) auf acht Positionen verändert. Reus und der leicht erkrankte Stammkeeper Roman Bürki hatten die Reise nicht angetreten, ein Erfolgsgarant wie Henrich Mchitarjan saß zunächst nur auf der Bank. Dafür feierte der 17-jährige Felix Passlack sein Bundesliga-Debüt - er zeigte gute Ansätze.

Doch zündende Ideen fehlten zunächst - auch der am vergangenen Spieltag noch überragende Ilkay Gündogan blieb lange blass. Zumindest war der Nationalspieler an zwei Chancen beteiligt, scheiterte aber am starken Lilien-Keeper Christian Mathenia (5./44).

Bezeichnend, dass sich Borussen-Abwehrchef Mats Hummels öfter ins Angriffsspiel einschaltete. So auch vor dem Führungstreffer, als Mathenia einen Kopfball von Pierre-Emerick Aubameyang unglücklich abwehrte - und Ramos nur noch einzuschieben brauchte. Nur zwei Minuten zuvor hatte Darmstadts Torjäger Sandro Wagner haarscharf am langen Pfosten vorbeigeschossen.

Nach der niveauarmen ersten Hälfte erarbeiteten sich die Dortmunder etliche gute Möglichkeiten und wirkten insgesamt präsenter. Die Anfangsoffensive des Europa-League-Achtelfinalisten wurde schnell belohnt: Nach einem Steilpass von Castro schaltete Durm am schnellsten und erzielte aus acht Metern seinen ersten Saisontreffer.

Die wie immer aufopferungsvoll kämpfenden Darmstädter wollten sich aber nicht geschlagen geben. Mario Vrancic schob den Ball nach Vorarbeit von Wagner aus kurzer Distanz über die Latte (60.).

Bei den Hessen, die seit September 2015 auf ihren zweiten Saison-Heimsieg warten, überzeugten Torhüter Mathenia und Florian Jungwirth. Castro sowie Hummels verdienten sich bei den Westfalen die besten Noten.

Herthas Europa-Lust wächst - Eintracht tiefer im Abstiegskampf

Ein Traumtor von Mitchell Weiser und der zwölfte Saisontreffer von Salomon Kalou haben Hertha BSC den ersten Heimsieg im Jahr 2016 beschert und den Gegner aus Frankfurt auf den Abstiegs-Relegationsplatz befördert. Mit dem 2:0 (0:0) des Überraschungs-Dritten gegen die Eintracht am 24. Bundesliga-Spieltag wächst bei den Berliner Fans die Lust auf Fußball-Europa weiter. Ein satter 16-Meter-Schuss in den Torwinkel von Weiser (63.) und Kalou mit einem starken Solo (78.) entschieden am Mittwoch vor 36 608 Zuschauern die Partie, in der die Gäste lange dagegenhielten.

„Wir wehren uns nicht dagegen, dass die Leute über Europa reden. Wir sagen nur, für uns bringt das nichts“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz beim TV-Sender Sky. Berlins Cheftrainer Pal Dardai räumte ein: „Das war ein Arbeitssieg.“

2:1 gegen Augsburg: Hoffenheim hofft unter Nagelsmann auf Klassenerhalt

Unter Trainer-Novize Julian Nagelsmann kommt 1899 Hoffenheim in der Bundesliga immer mehr in Schwung und darf wieder auf den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga hoffen. Nur drei Tage nach der ersten Niederlage unter ihrem neuen Trainer meldeten sich die Kraichgauer mit einem 2:1 (1:1) gegen Nagelsmanns Ex-Klub FC Augsburg eindrucksvoll zurück. 1899 hat durch den Erfolg am 24. Spieltag 21 Punkte auf dem Konto. Eintracht Frankfurt weist auf dem Relegationsrang 16 zwei Zähler mehr auf.

Nationalspieler Kevin Volland (25.) und Mark Uth (81.) trafen für das Team des jüngsten Bundesliga-Trainers. Volland, der zuletzt am 8. Spieltag ein Tor erzielt hatte, beendete damit eine monatelange Durststrecke. Paul Verhaegh war per Handelfmeter (40.) für den FCA erfolgreich. Die Strafstoß-Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) war äußerst umstritten. Dennoch baute die TSG ihre Serie gegen den FCA aus, noch nie hat Hoffenheim zu Hause gegen Augsburg verloren.

Drei Pizarro-Treffer bei Bremens Sieg in Leverkusen  

Die Bremer stellten einen Negativ-Rekord auf, den aber niemand störte. Kein anderes Team der Liga kassierte in den 24 bisherigen Saisonspielen mindestens einen Gegentreffer. Werder, das nach fünf sieglosen Partien wieder einen Dreier landete, ging durch Fin Bartels früh 1:0 in Führung (5.). Die Leverkusener agierten in der Offensive gehemmt. Claudio Pizarro legte in der zweiten Hälfte drei Treffer nach (55./65./Foulelfmeter/83.). Bremens Papy Djilobodji hatte zwischenzeitlich per Eigentor verkürzt.

HSV startet stark und verliert dann gegen Schalke 04

Der HSV erwischte einen Blitzstart. Nicolai Müller erzielte das 1:0 nach einem Missverständnis in der Schalker Abwehr (4.). Die Gastgeber hätten den Fehler schnell korrigieren können, scheiterten aber mit guten Gelegenheiten am starken HSV-Keeper René Adler. Zudem versagte Schiedsrichter Günter Perl den Schalkern einen Strafstoß (22.). Max Meyer sorgte dann für den hochverdienten 1:1-Ausgleich (38.). In der 45. Minute sah Hamburgs Johan Djourou Gelb-Rot. Klaas-Jan Huntelaar sorgte für das 2:1 (67.). Das 3:1 von Allesandro Schöpf ließ den Revier-Club (77.) endgültig erleichtert aufatmen. Gojko Kacars Anschlusstreffer in der Nachspielzeit kam für die Hamburger zu spät.

Großkreutz-Eigentor besiegelt Stuttgarts Niederlage

Die Gladbacher waren zu Beginn die klar bessere Mannschaft und gingen durch Thorgan Hazard verdient 1:0 in Führung (16.). Von der viel gelobten VfB-Offensive, die Top-Torschütze Daniel Didavi nach seiner Sperre wieder unterstützte, war wenig bis nichts zu sehen. Raffael bestrafte ein Missverständnis der VfB-Abwehr mit seinem elften Saisontreffer zum 2:0 (60.). Der gerade eingewechselte Patrick Hermann entschied das Match mit dem 3:0 (68.). Zu allem Überfluss unterlief Kevin Großkreutz in der 90. Minute ein Eigentor zum 4:0 für die Borussia.

SID/dpa

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