Effenberg unter Druck: "Habe damit kein Problem"     

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Paderborns Trainer Stefan Effenberg gibt sich selbstbewusst. Foto: Friso Gentsch

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Kampf um den Klassenverbleib sind alles andere als optimal. Nach der Affäre um Nick Proschwitz wächst für Paderborns Trainer Stefan Effenberg der Druck.

Paderborn (dpa) - Stefan Effenberg wirkte selbstbewusst wie eh und je. Leicht genervt, aber mit festem Blick meisterte er die vielen Fragen nach der peinliche Affäre um seinen ehemaligen Profi Nick Proschwitz und dem Ultimatum von Vereinschef Wilfried Finke.

Selbst die Hinweise auf offensichtliche Disziplinprobleme innerhalb seiner Mannschaft lockten den neuen Trainer des wankenden Fußball-Zweitligisten am Mittwoch nicht aus der Reserve. "Ich habe das Team zu 100 Prozent im Griff."

Der erst im Oktober angestellte Effenberg steht beim Bundesliga-Absteiger nicht nur aufgrund der bescheidenen sportlichen Bilanz mit zuletzt sieben Punktspielen ohne Sieg unter besonderer Beobachtung. Auch die vielbeachtete Suspendierung des inzwischen zum belgischen Erstligisten VV St. Truiden gewechselten Proschwitz, der sich am letzten Tag des Trainingslagers in der Türkei in einer Hotelbar entblößt hatte, trug nicht zur Stärkung seiner Position bei.

Mit Blick auf das erste Spiel nach der Winterpause am Freitag in Sandhausen riet Kapitän Marvin Bakalorz allen Beteiligten, einen Schlussstrich zu ziehen: "Das darf nicht mehr in unseren Köpfen stecken. Wir wollen in Sandhausen damit beginnen, die Fans wieder auf unsere Seite zu bringen."

Dass Vereinsboss Finke im Zuge der Aufklärung dieser Affäre auch dem Trainer im Falle weiterer sportlicher Rückschläge im Februar mit einem "Reiterwechsel" drohte, lässt Effenberg kalt: "Ich habe damit kein Problem. Wenn die sportliche Erfolge ausbleiben, wirst du angezählt. Vielleicht sieht das in drei, vier Wochen ja schon wieder anders aus."

Kühl und knapp bestätigte der einstige Weltklasse-Profi Meldungen, wonach er sich nicht persönlich von Proschwitz verabschiedet habe. "Es gibt Schlimmeres im Leben. Vielleicht hätte er sich vorher bei mir entschuldigen sollen."

Aus Sorge um die Klassenzugehörigkeit sind alle Beteiligten um eine schnelle Rückkehr zur Normalität bemüht. "Was Proschwitz gemacht hat, hat er allein zu verantworten. Ich wehre mich dagegen, nun eine ganze Mannschaft in Sippenhaft zu nehmen", sagte Manager Michael Born.

Bereits im Dezember waren die Profis Srdjan Lakic und Mahir Saglik von Effenberg suspendiert worden. Auch deshalb waren die Paderborner in der Winterpause gezwungen, den Kader zu verstärken. Die zuletzt verpflichteten Spieler Robin Krauße und Nicklas Helenius spielen in den Planungen von Effenberg für die Partie in Sandhausen aber noch keine Rolle: "Die Beiden brauchen noch Zeit."

Vorschau auf Sandhausen-Spiel auf Vereinshomepage

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