Als Nummer Drei

Eintracht-Keeper Hildebrand vor Comeback: "Bin bereit"

Timo Hildebrand steht vor seinem Comeback im Eintracht-Tor. Foto: Fredrik von Erichsen
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Timo Hildebrand steht vor seinem Comeback im Eintracht-Tor. Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main - Auf der Zielgerade seiner bewegten Torwart-Karriere rückt Timo Hildebrand noch einmal ins Rampenlicht. Die Nummer drei von Eintracht Frankfurt wird im Gastspiel bei 1899 Hoffenheim am Freitag sein Bundesliga-Comeback feiern.

"Wir wissen, was er leisten kann und haben überhaupt keine Zweifel. Wir können uns auf ihn verlassen", sagte Eintracht-Trainer Thomas Schaaf am Donnerstag und stärkte dem 35-Jährigen damit für dessen 299. Einsatz im deutschen Fußball-Oberhaus den Rücken.

Nach dem Abschlusstraining entschied Schaaf, dass die Zeit für die Rückkehr von Kevin Trapp nach mehr als zweimonatiger Verletzungspause noch nicht reif ist. Der Stammtorhüter wird die Reise ins Kraichgau nicht mit antreten. Trapp hatte nach seinem am 23. September im Spiel gegen den FSV Mainz 05 erlittenen Syndesmoseriss am Mittwoch erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert. "Timo hat schon ein paar Jahre gespielt, er weiß, wie man mit solchen Situationen umgehen kann", sagte Trapp.

Wegen dessen schwerer Verletzung hatte die Eintracht Hildebrand Ende September über Nacht als Ersatztorwart verpflichtet. Nachdem der zur Nummer eins aufgestiegene Felix Wiedwald an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt ist, schlägt für Hildebrand nun die große Stunde. "Wenn ich spielen sollte, bin ich fit und bereit", sagte der Routinier.

Dabei hatte Hildebrand mit seiner Bundesliga-Karriere eigentlich schon abgeschlossen, nachdem sein Vertrag bei Schalke 04 im Sommer nicht verlängert wurde. Statt nach Bällen zu fliegen, las der frühere Nationalkeeper lieber in Kindergärten aus seinem Buch "Noja und seine magischen Torwarthandschuhe", das im April erschien.

Sein bisher letztes Spiel im Oberhaus hatte Hildebrand am 23. November 2013 mit Schalke bestritten - gegen die Eintracht. Bei seiner Rückkehr zwischen die Pfosten am Freitagabend gibt es eine weitere pikante Note. Denn von 2009 bis 2010 war Hildebrand, der 2007 mit dem VfB Stuttgart deutscher Meister wurde, in Hoffenheim beschäftigt. Im Kraichgau wurde er jedoch nicht glücklich und schied nicht gerade im Frieden. "Diese Geschichten schreibt nur der Fußball", sagte Hoffenheims Chefcoach Markus Gisdol, der Hildebrand noch aus gemeinsamen Zeiten bei Schalke 04 kennt.

Wie gut Hildebrand noch drauf ist, weiß jedoch niemand so recht. Bei den Hessen kam der WM-Dritte von 2006, der in seiner Karriere auch zwei unglückliche Auslandsengagements beim FC Valencia (2007-2008) und bei Sporting Lissabon (2010-2011) hatte, lediglich in Freundschaftsspielen gegen unterklassige Gegner zum Einsatz. "Ich habe ein gutes Gefühl bei ihm - wie bei allen unseren Torhütern", meinte Schaaf. "Er weiß, was er zu tun hat."

Für Hildebrands Zukunft gilt dieser Satz nicht mehr. Zuletzt hatte er darum gebeten, möglicherweise in der Winterpause aus seinem bis zum Sommer 2015 datierten Vertrag entlassen zu werden, um in die US-Liga zu wechseln. Diesen Schritt war schon Eintracht-Urgestein Oka Nikolov gegangen. Sollte er in Frankfurt länger gebraucht werden, müsste er den Plan auf Eis legen. Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner will erst einmal die drei restlichen Hinrundenspiele abwarten.

Schaaf-Pk

dpa

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