Video: Argentinier spickte

Elfer-Zettel! Keeper Romero machte den Lehmann

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Sergio Romero jubelt nach einem gehaltenen Elfmeter gegen die Niederlande.

Sao Paulo - Sergio Romero ist nur zweiter Torhüter in Monaco, aber der neue Held Argentiniens. Die Ironie: Louis van Gaal war einst sein Lehrer. Und: Er kopiert Jens Lehmann.

Nachdem Sergio German Romero im WM-Halbfinale im Stile von Jens Lehmann zum Elfmeter-Helden geworden war, führte der erste Weg von Argentiniens Torhüter zu seinem größten Förderer. „Ich bin in die Kabine gegangen, um ihm zu danken“, erzählte Romero von seinem Besuch bei den geschlagenen Niederländern und deren Trainer Louis van Gaal. Der hatte Romero einst „beigebracht, wie man Elfmeter hält“, wie van Gaal mit einem Schuss Sarkasmus erzählte. Dass ausgerechnet Romero Argentinien ins Finale am Sonntag (21 Uhr MESZ/ARD) gegen Deutschland rettete und damit die Niederländer zu tragischen Verlierern machte, „das tut weh“, gab van Gaal zu.

2007 hatte er Romero von Racing Club Avellaneda zu AZ Alkmaar geholt und ihm damit den Weg zu einer großen Karriere geebnet. „Ich war 20, kam in ein fremdes Land mit einer anderen Sprache und habe kein Wort verstanden. Er sprach Spanisch und hat mir geholfen“, sagte Romero über seinen Förderer: „Ich danke ihm für alles, was er für mich getan hat.“ Ein „großes Talent“ sei Romero damals gewesen, meinte van Gaal. Dass er ihm die Sache mit den Elfmetern beigebracht habe, sei aber „ein Witz“ gewesen. Lachen konnte darüber keiner in Oranje.

Die Argentinier umso mehr, obwohl Romeros Paraden gegen Ron Vlaar und Wesley Sneijder im finalen Shootout an eine ihrer bittersten Niederlagen erinnerte. Hatte sie nicht dieser Jens Lehmann im Viertelfinale 2006 mit seinem Spickzettel um den Verstand gebracht? Und was hatte Romero da? Ja, er hatte. Vor Vlaars Schuss schaute der Keeper auf ein „Papelito“ (Zettelchen) in seinem linken Handschuh, das er auf dem Weg in die Tormitte im Hosenbund verstaute (Video). „Aber das hatte nichts mit Informationen zu tun“, meinte Romero später, „das Zettelchen ist etwas Persönliches. Es hat mir geholfen.“

Und wie! „Als es darauf ankam, hat er “Hier bin ich!' gerufen", lobte Mario Kempes, Argentiniens WM-Held von 1978. Die Zeitung Rio Negro dichtete Romero in Anlehnung an Diego Maradona 1986 `Los Manos de Dios“ (die Hände Gottes) an, Diario Ole berichtete verzückt von „San Romero“ und sah „eine Reinkarnation von Sergio Goycochea“. Der hatte Argentinien 1990 mit je zwei gehaltenen Elfmetern in Viertel- und Halbfinale ebenfalls ins Endspiel gegen die Deutschen gerettet. Der Triumph von Sao Paulo „gehört zu 100 Prozent unserem Torhüter“, schwärmte Goycochea nun. Er konnte leicht verschmerzen, dass Romero seinen WM-Rekord von 16 Paraden auf dem Weg ins Finale übertraf.

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Und das, obwohl „Chiquito“ (der Kleine) eigentlich wie sein älterer Bruder Diego Basketballer werden sollte und bei seinem Klub AS Monaco nur die Nummer 2 hinter dem Kroaten Danijel Subasic ist. Nur neun Pflichtspiele absolvierte der 27-Jährige in der vergangenen Saison, mickrige drei in der Ligue 1. Trotzdem sagte Kollege Javier Mascherano vor dem Elfmeterschießen zu ihm: „Du wirst heute zum Helden!“

Als es soweit war, dankte Romero per Botschaft auf seinem gelben Unterhemd seiner Frau Eliana Guercio und den Töchtern Yazmin und Chloe sowie später verbal Trainer Alejandro Sabella: „Er hat mir in der schwersten Zeit meiner Karriere geholfen, weil ich zum ersten Mal auf der Bank gesessen habe.“

Und, klar, auch die Kollegen vergaß er nicht. „Sie sterben für mich auf dem Platz. Heute war ich mal dran.“ Wiederholung im Finale nicht ausgeschlossen. „Deutschland ist ein großer Rivale, sie haben schon viele Welt- und Europameisterschaften gewonnen und spielen mit einem guten Trainer schon lange zusammen“, sagte Romero. Aber, fügte er voller Zuversicht an: „Unser Glaube ist unerschütterlich.“

SID

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