Vor dem Viertelfinale

tz-Experte Bergomi analysiert die italienische Mannschaft

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Giuseppe Bergomi

München - Giuseppe Bergomi war fast 20 Jahre lang Verteidiger bei Inter Mailand. Für die tz analysiert der Weltmeister von 1982 die heutige italienische Mannschaft.

Giuseppe Bergomi (52), beinahe 20 Jahre lang Verteidiger bei Inter Mailand, war mit 18 Jahren der jüngste Spieler in Enzo Bearzots Kader, der 1982 in Spanien den WM-Titel gewann – gegen Deutschland (3:1). Bergomi nahm danach an drei weiteren WM-Endrunden teil: 1986 in Mexiko, 1990 in Italien und 1998 in Frankreich. Insgesamt bestritt er 81 Länderspiele. Mit dem bisherigen Abschneiden der Italiener ist der heutige TV-Kommentator sehr zufrieden. „Die Azzurri sind zwar nicht die Favoriten gegen Deutschland, sie sind aber gut organisiert. Sie werden den Weltmeistern bestimmt zu schaffen machen.“ Für die tz stellt Bergomi die italienische Mannschaft vor:

Tor: 1 - Gianluigi Buffon (Juventus, 38 Jahre/159 Länderspiele/0 Tore): Ein absoluter Leader. Gegen Spanien hat er den Sieg gerettet. Er ist einfach legendär.

Abwehr: 15 - Andrea Barzagli (Juventus, 35/60/0): Als Weltmeister 2006 zählt er zu den erfahrensten Spielern im Kader. Ein zäher Kämpfer, er hat Spaniens Stürmer stark unter Druck gesetzt und wird es auch mit den deutschen Spielern tun.

19 - Leonardo Bonucci (Juventus, 29/61/3): Wendig und vielseitig einsetzbar. Bonucci, der eine toole Saison bei Juventus hatte, verliert nie die Konzentration. Seit Jahren auf höchstem Niveau.

4 - Giorgio Chiellini (Juventus, 31/87/7): Der wahre Anführer der drei Juventus-Verteidiger, die das Fundament von Antonio Contes Abwehr bilden. Chiellini ist eine Mauer – und in hervorragender Form, wie auch sein Tor gegen Spanien beweist. Er hat viel internationale Erfahrung und brennt nach der Niederlage gegen Spanien im Finale 2012 auf den EM-Titel.

Mittelfeld: 8 - Alessandro Florenzi (AS Rom, 25/20/2): Er hat zunehmend an Selbstvertrauen gewonnen. Obwohl er zu den jüngsten Spielern zählt, hat er bereits seine gute Übersicht und Vielseitigkeit unter Beweis gestellt.

18 - Marco Parolo (Lazio Rom, 31/23/0): Er ist ein Anführer und versteht es bestens, Contes Anweisungen umzusetzen. Ein zentraler Mittelfeldspieler mit ausgesprochen offensivem Talent. Er hat ein gutes Stellungsspiel und das Geschick, den Gegenspielern den Ball wegzunehmen.

16 - Daniele De Rossi (AS Rom, 33/106/18): Ein beständiger Regisseur, der der Mannschaft Tempo und Rationalität verleiht. Seine bevorzugte Position ist im zentralen Mittelfeld, in der Nationalmannschaft spielt er meist links.

23 - Emanuele Giaccherini (FC Bologna, 31/28/4): Die wahre Überraschung dieser EM. Diszipliniert und vielseitig, stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. Er hat die Qualitäten eines wahren Regisseurs. Sein technisches Talent ist beeindruckend.

2 - Mattia De Sciglio (AC Mailand, 23/25/0): Er kann auf der rechten und auf der linken Abwehrseite eingesetzt werden. Außerdem im linken Mittelfeld. Er ist bei jedem Spiel gewachsen, zeigt Charakter und Persönlichkeit. Er ist ein wichtiges Element in einer italienischen Mannschaft, die nicht mehr nur auf Catenaccio setzt, sondern aggressiver geworden ist.

Angriff: 9 - Graziano Pellè (FC Southampton, 30/16/7): Vor einem Stürmer wie Pellè müssen auch die Weltmeister zittern. Bei dieser EM hat er außerordentliche Leistungen gezeigt. Er ist unberechenbar und äußerst talentiert. In Conte hat er den Trainer gefunden, der das Beste aus ihm herausholt.

17 - Eder (Inter Mailand, 29/13/3): Ein Torjäger, der auch Kolosse wie Hummels und Boateng unter Druck setzen kann. Unermüdlich und physisch auf Topniveau.

Trainer: Antonio Conte (46): Italiens bester Coach. Er hat aus einer Gruppe von Spielern, der wenig Chancen eingeräumt wurden, eine Mannschaften gemacht, die zu den Besten dieser EM zählt. Disziplin, harte Arbeit und Respekt sind sein Credo: Wer ihm folgt, bekommt die Resultate zu sehen.

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tz

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