Sieg gegen Nordirland

tz-Kommentar: Löw hat alles richtig gemacht

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Bundestrainer Löw hat aus dem Remis gegen Polen die richtigen Schlüsse gezogen.

Paris - Ist der Knoten von Deutschland nun geplatzt? Gegen Nordirland zeigte sich die Truppe bei der EM 2016 weltmeisterlich. Eine Leistung von Joachim Löw. Der tz-Kommentar.

Jungs, das war titeltauglich! Zwar mussten wir länger als erwartet auf den ersten überzeugenden Auftritt des Weltmeisters bei dieser EM warten, doch im dritten Spiel ist der Knoten endlich geplatzt. Viel wichtiger als das Ergebnis – was nebenbei viel zu niedrig ausgefallen ist – war das Auftreten der deutschen Spieler. Natürlich ging es „nur“ gegen Nordirland, dennoch war von der ersten Minute an der unbedingte Siegeswille zu spüren. Die tz hatte gestern noch gefordert: Zeigt uns euer wahres Gesicht! Sie zeigten es uns – nicht nur die Mannschaft, auch der Trainer.

Jogi Löw nahm zwei Änderungen an der Startelf vor und machte damit alles richtig. Er schmiss Youngster Joshua Kimmich ins kalte Wasser, der Senkrechtstarter des FC Bayern lieferte auf der rechten Seite eine bärenstarke Partie ab. Vorne vertraute Löw diesmal Mario Gomez – der dankte es dem Bundestrainer mit seinem ersten Pflichtspieltreffer im Nationaltrikot seit der EM 2012.

Die Defensive um Jerome Boateng und Mats Hummels stand wie eine Eins, im Spiel nach vorne entwickelte der Weltmeister unheimlichen Druck. Schon nach zwölf Minuten hatten Müller, Özil und Götze drei Großchancen – mehr als die deutsche Mannschaft zuvor im ganzen Turnier. Zur Pause hätte die Partie bereits entschieden sein müssen. Das ist auch der einzige Vorwurf, den man ­Löws Spielern gestern machen konnte, am Ende sogar musste.Aber die K.o.-Phase fängt ja jetzt erst an. Und die DFB-Elf hat ihre Ansprüche genau zum richtigen Zeitpunkt eindrucksvoll untermauert.

Sven Westerschulze.

Der Druck auf die Mannschaft wird damit trotzdem nicht geringer. Mats Hummels hatte die jüngste Kritik nach dem Polen-Spiel für überzogen befunden und sich über die zu hohe Erwartungshaltung beschwert. Doch vom Weltmeister wird eben mehr gefordert als reiner Ergebnisfußball. Da muss er nur mal seine Kollegen in Diensten des FC Bayern fragen. Diese Erfahrung wird er in München aber ohnehin noch früh genug machen.

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