Löw stärkt ihm weiter den Rücken

Kritik am Spielmacher: Kann Özil endlich liefern?

+
Mesut Özil (l.) hat die Hoffnungen der Fans bislang noch nicht erfüllt.

Evian-les-Bains - Es sollte sein Turnier werden, die renommierte französische Sportzeitung L’Équipe hatte ihn sogar als Favoriten zum Superstars des Turniers ausgemacht – doch bislang versinkt Mesut Özil bei der EM im Mittelmaß.

Zwei alles andere als atemberaubende Auftritte lieferte der Regisseur gegen die Ukraine und Polen ab. Und dabei ließ er nicht nur die spielerischen Glanzpunkte vermissen, sondern teilweise auch das Engagement. Jogi Löw nimmt seinen Zauberfuß zwar nach wie vor in Schutz, doch jetzt muss Özil liefern!

Denn die Kritik am Spielmacher des Weltmeisters wird immer größer. Nach der schwachen Leistung gegen die Polen rechnete Mehmet Scholl mit dem 27-Jährigen ab. „Die Teilnahmslosigkeit, auch diese Körpersprache von Özil – das fällt natürlich auch den Abwehrspielern hinten auf. Die sagen: ,Wir rödeln, wir kommen von einer schwierigen Situation in die andere und vorne schaut man, dass man ein bisschen Fußball spielt.‘ Das funktioniert so nicht“, kritisierte der ARD-Experte das Auftreten von Özil. Auch Mario Basler hatte den Linksfuß nach dem Polen-Spiel verspottet. „Hätte ich die Ecken früher so geschossen wie der Özil, hätte ich mit 14 aufgehört“, twitterte der ehemalige Nationalspieler und Standard-Spezialist.

Dieser schöne EM-Fan macht die Fußball-Welt kirre

Montag bot sich dem begnadeten Techniker die Gelegenheit, gegen seine Kritiker zurückzuschlagen. Neben Löw war er für die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Nordiren heute Abend (18 Uhr, ARD) vorgesehen. Doch rund anderthalb Stunden vor PK-Beginn übermittelte die Uefa die Nachricht, dass Mats Hummels statt Özil vor die Journalisten treten würde. Es war eine verpasste Chance – so flüchtete sich der Deutsch-Türke lieber in ein Bild-Interview, in dem er zu den Vorwürfen Stellung nahm. Sie interessierten ihn nach eigener Aussage recht wenig. „Es tut mir leid, aber ganz ehrlich: Es ist mir egal, was andere sagen“, entgegnete der Arsenal-Legionär den Attacken der Ex-Nationalspieler und verwies lieber auf Statistiken: „Wie viel man läuft, wie viele Sprints. Da können Sie auch den Bundestrainer fragen, da gehöre ich immer zu den Top Fünf.“

Im ersten Spiel gelang ihm in der Nachspielzeit immerhin noch die Vorlage auf Bastian Schweinsteiger zum 2:0, gegen Polen hatte er Mitte der zweiten Hälfte die beste deutsche Chance. Doch ansonsten war von Özil nicht viel zu sehen. Dabei kam er nach einer starken Saison in der Premier League zum Nationalteam. 19 Treffer bereitete der Edel-Techniker vor – keiner war besser. Umso enttäuschender ist es, dass Özil bislang noch nicht in Fahrt gekommen ist. Denn wie wichtig er für das deutsche Offensivspiel ist, hat man zuletzt deutlich gemerkt. Öffentlich stärkt Löw ihm weiter den Rücken – intern hat er hoffentlich die richtige Ansprache für seinen Spielgestalter gefunden.

Fußball-EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Stadien und Themenseite

In unserem Übersichtsartikel finden Sie alle Informationen zur EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Termine, Ergebnisse, Gruppen und Kurzporträts der Austragungsorte. Außerdem haben wir alle wichtigen Fakten und Hintergründe zu den Stadien der EM 2016 zusammengestellt. Und: Wir bieten Ihnen die wichtigsten Infos zum Kader von Deutschland bei der EM 2016. Alle aktuellen Nachrichten erfahren Sie außerdem auf unserer Themenseite zur Fußball-EM 2016 in Frankreich bei tz.de. Tipps zum Public Viewing in München gibt es hier, den Link zum Tippspiel unter tippkaiser.de.

sw

auch interessant

Meistgelesen

Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Tuchel stinksauer: "Das war ein einziges Defizit"
Tuchel stinksauer: "Das war ein einziges Defizit"
Gegenwind für BVB-Coach Tuchel
Gegenwind für BVB-Coach Tuchel
FC Barcelona gegen Real Madrid: So endete der Clasico
FC Barcelona gegen Real Madrid: So endete der Clasico

Kommentare