Die Stiftung Plagentest ermittelt

TV-Kritik: Beckmann versus Usedom

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Beckmann beim Schnupfen mit Sepp Maier.

München - In Malente fuhr Reinhold Beckmann am Montag wieder sein Programm der biblischen Fußball-Plagen. Die TV-Kritik der tz.

Unser heutiges Thema sind die sieben biblischen Fußballplagen. Falls Sie nicht restlos im Stoff sind, handelt es sich dabei um: Hackentore von Rabah Madjer, Ole Gunnar Solskjær, Finale dahoam, Klatschpappen, Steffen Simon, Usedom und Beckmanns Sportschule. Wir möchten uns heute auf die jüngsten EM-Plagen konzentrieren. Was war schlimmer: Beckmann 2016 – oder Usedom 2012? Damals, als der Ex-Schalker Rudi Schuricke jeden Abend am Strande der Gesellschaft sang: „Wenn bei Kati die rote Sonne im Meer versinkt.“ Hier die Ergebnisse der Stiftung Plagentest.

1. Naturkatastrophen: Auf Usedom, wo sich Kati und ihr Olli im Schlandkorb räkelten, konnte man wenigstens auf einen zünftigen Ostsee-Tsunami hoffen. Einmal Flut, und alles wird gut. In Malente bestehen dagegen kaum Aussichten auf eine Naturkatastrophe, denn das Kaff liegt 30 Kilometer vom Meer entfernt. Das macht Beckmann zur deutlich größeren Plage, 1:0.

2. Realismus: Man kann gegen Beckmanns Sportschule sagen, was man will (also alles). Aber: Sie haben uns gewarnt. „Wirrer Unfug“, „Desaster“ – die Sendung hat einen Vorspann, gegen den jede Zigarettenpackung beruhigend wirkt. Motto: „Beckmann kann tödlich wirken“. Oder: „Beckmann enthält Benzol, Nitrosamine, Formaldehyd und Blausäure.“ KMH hat uns dagegen jeden Tag mit euphorisch gekreischtem „Hier ist Heringsdorf!“ eine Supi-Sendung versprochen. Ausgleich fürs ZDF, wegen böswilliger Zuschauertäuschung.

3. Muss-ich-gucken-Faktor: Hier müssen wir Beckmann entlasten. Beckie liefert den ultimativen Bettgeh-Befehl, damit Deutschland am nächsten Morgen munter aus den Federn kommt. Er ist: Reinhold Bettmann! Danke dafür! Bei Usedomina Kati gab’s dagegen kein Entrinnen, sie begrüßte uns zur besten Sendezeit aus ihrer intellektuellen Sahelzone. 2:1 fürs ZDF in der Desaster-Wertung.

4. Illegale Substanzen: KahnMH nahmen 2012 Vollbäder im Sangria-Kübel. Beckmann dagegen ist naturberauscht, von sich selbst. Doch nun wurde er erstmals mit illegalen Substanzen ertappt – mit dem Schmalzler von Sepp Maier. Beckmann traf auf die Katze von Anzing, die ihn zum Schnupfen verführte. Fazit vom Maiersepp: „Das ist bairisches Kokain, nur braun gefärbt.“ Beckmann war euphorisch: „Geile Scheiße, das Zeug.“ Seine rauschhafte Sendung ist nüchtern kaum denkbar, 2:2.

5. Tiere: Nach dem Island-Sieg war ein Island-Pony bei Beckmann zu Gast, das wegen Falschparkens ein Knöllchen kassierte. Auf Usedom dagegen Tier-Flaute. Der einzige Pony, der zu sehen war, saß auf dem Kopf vom Jogi. Insofern: Keine Tiere, keine Freude. Jetzt 3:2 fürs ZDF.

6. Moderation: KMH auf Usedom – das war die moderierende „Costa Concordia“. Motto: „Beach, Olle, Ball“. Bei Beckmann merkt man dagegen, dass der „Moder“ im „Moderator“ steckt. Altbackener und selbstverliebter geht’s kaum, Beckie ist der Lou van Burg des Fußballs. Ständig wünscht man sich einen modernen, dynamischen Moderator, oder auch Waldi. Erneut ist Beckmann schlimmer, 3:3.

7. Durchknall-Faktor: Als jüngstes Highlight ging Beckmann mit Muskel-Tim Wiese Tretbootfahren. Völlig irre, Beckie ist die Lady Gaga vom Ersten, nur ohne Lady. Dagegen war Usedom ein Ort der Vernunft und der Einkehr. 4:3 für Beckmanns Sportschule im Plagentest, Usedom ist rehabilitiert!

Plus & Minus

Plus: Lust, eine neue Sprache zu lernen? Hier finden Sie die komplette Übertragung des Sieges gegen England aus dem isländischen Fernsehen ­(bit.ly/297W8JR). Die Tore mit Kult-Kommentator Gudmundur Benediktsson gibt’s hier: bit.ly/291BPMy

Minus: Stefan Effenberg durfte in der ARD noch einmal die Zuschauer verwirren. Sein Eindruck von Island: „Ich glaube, dass sie müde sind. Nicht nur physisch und psychisch, sondern auch mental.“

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