EM-Qualifikationsspiel

Löw und Schweinsteiger ärgern sich über Flitzer

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Fünf Flitzer waren während des EM-Qualifikationsspiel in Tiflis auf dem Spielfeld unterwegs. Zum Beispiel dieser Herr.

Tiflis - Gleich acht Flitzer über das Wochenende haben beim EM-Qualifikationsspiel Deutschlands in Georgien für Ärger gesorgt. Im August wollen die Georgier den europäischen Supercup austragen.

Auch dieser junge Mann stürmte den Platz und wurde dann abgeführt. 

Schluss mit lustig! Das Flitzer-Festival von Tiflis hat Bundestrainer Joachim Löw und seinem Kapitän Bastian Schweinsteiger verärgert und besorgt, den Georgiern könnte indes Ungemach vonseiten der Europäischen Fußball-Union (UEFA) drohen. Das Nationalstadion in der Hauptstadt soll Schauplatz des nächsten europäischen Supercupduells werden, insgesamt acht Flitzer beim Training, dem Spiel und in der Interview-Zone zeigten aber große Sicherheitslücken bei den Organisatoren auf.

„In der Regel passiert da nichts, aber es kann vielleicht auch mal anders ausgehen“, sagte Schweinsteiger, der im Training und im Spiel „Opfer“ der Flitzer war. Diese waren zwar angezogen und friedlich, umarmten ihre Helden und putzten ihnen sogar symbolisch die Schuhe, doch die Frage stellt sich, wie lange das gut geht.

„Man weiß natürlich nie, was in den Köpfen der Menschen passiert oder was sie vorhaben“, sinnierte Schweinsteiger, der im Falle eines Champions-League-Sieges mit Bayern München am 11. August im selben Stadion auf den Europa-League-Gewinner (und damit eventuell den VfL Wolfsburg) treffen würde.

... und noch einer.

Auch Löw empfand die vielen Flitzer nicht mehr als Spaß. „Das nimmt man als Trainer störend wahr. Einfach störend“, sagte der 55-Jährige: „Das passiert immer mal, aber es waren zu viele. Es stört auch die Spieler und ist manchmal nicht ganz ungefährlich. Das wünscht man sich normalerweise nicht.“

Abwehrspieler Mats Hummels erklärte mit fester Stimme, er könne „dem Flitzertum gar nichts abgewinnen und empfinde es als extrem störend“. Er kritisierte auch Spieler, die den Störenfrieden offensichtlich in deeskalierender Absicht ihre Wünsche erfüllen. „Ich kann nicht nachvollziehen, wenn da jemand sein Trikot hergibt oder denjenigen umarmt, das motiviert die Leute nur“, stellte Hummels klar: „Am besten straft man sie mit Nichtachtung.“

Fakt ist: Auch wenn es diesmal gut ging und keinerlei Aggressionen im Spiel waren, haben die georgischen Organisatoren Fehler gemacht. „Mir ist direkt aufgefallen, dass da keine Zäune vorhanden waren“, berichtete Torwart Manuel Neuer: „Dass sie einfach von der Mauer runterspringen konnten und direkt auf dem Spielfeld waren.“ Lukas Podolski meinte: „Man kann es nicht immer verhindern, wenn jemand über die Absperrung springt. Aber hier gab es ja keine Absperrung.“

Der Flitzer im Training soll nach Augenzeugenberichten eine Zugangsberechtigung für den Innenraum gehabt haben. Während des Spiels baute sich die durchaus stattliche Polizei-Delegation vor allem vor der Haupttribüne auf, während vor den Fanblocks, aus denen die Flitzer aufs Spielfeld gelangten, kaum jemand stand. Die Ordner reagierten selbst beim wiederholten Durchdringen viel zu spät und ließen die Flitzer erst einmal unbehelligt ihren Auftritt hinlegen, bevor sie sie vom Spielfeld geleiteten.

Solche Zustände dürfen sich im ersten UEFA-Supercup-Spiel in Georgien, auf das die Menschen in Tiflis dieser Tage immer wieder stolz verwiesen, keinesfalls wiederholen. Ob die Austragung der Partie, die zunächst ins Micheil-Meschki-Stadion vergeben und dann extra ins etwa doppelt so große Nationalstadion verlegt wurde, gefährdet ist, ist noch nicht absehbar.

Die UEFA ermittelt in solchen Fällen automatisch, mindestens wird sie wohl eine hohe Geldstrafe aussprechen. Die Berichte des Schiedsrichters und UEFA-Delegierten werden dabei ausgewertet und als Grundlage für eine mögliche Bestrafung seitens der Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA genommen.

sid

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