Irrer Liveticker

England-Reporter macht Klopp-Abschied zum Kult-Hit

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Während Jürgen Klopp schweren Herzens seinen Rücktritt beim BVB zum Saisonende ankündigte, sorgte ein britischer Reporter mit seinem Liveticker zur PK für Aufsehen.

Dortmund - Die ganze Welt schaut zu, als Jürgen Klopp seinen Rücktritt bekanntgibt. Der britische Telegraph schickt einen Reporter zur PK, der kein Wort Deutsch spricht. Der macht einen irren Liveticker, der zum Internethit wird.

Ben Bloom heißt der Mann, dessen Liveticker zur wohl unterhaltsamsten Berichterstattung von Jürgen Klopps Rücktritts-Pressekonferenz geworden ist. Zunächst schien alles aber seinen normalen Lauf zu nehmen. Bloom tickert um 12.32 Uhr das, was Fußball-Deutschland gestern erschütterte: "Borussia Dortmund bestätigt, dass Jürgen Klopp den Klub zum 1. Juli verlässt." Was sich nach dieser Nachricht aber entwickelte, kann man getrost als verrückt bezeichnen.

Wer sind eigentlich die Typen neben Klopp?

Um 12.34 Uhr berichtet Bloom, dass sich Klopp gerade vor den Medien hingesetzt habe. Und drei Minuten später dann: "Wir haben ein kleines Problem...die sprechen Deutsch." Seine Deutschkenntnisse aus der Schulzeit würden ihm nicht ausreichen, meint Bloom. Und auch sein BVB-Wissen jenseits von Jürgen Klopp scheint nicht gerade berauschend zu sein: "Der Typ, der gerade spricht (ich nehme an, es ist der Dortmunder Vereinschef oder so), hört sich an als wäre jemand gestorben. Er ist ganz schön geschockt. Oh, jetzt hat er gerade 'fantastisch' gesagt. Ich schätze, er bezog sich damit nicht auf Klopps Entscheidung, den Klub zu verlassen." Von Sportdirektor Michael Zorc oder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat Bloom wohl noch nie was gehört. Als nächstes tickert der Reporter: "Warum kann ich kein Deutsch???????" Zorc wird er später noch als einen Kerl mit "wunderschön nach hinten geschleckten Haaren" beschreiben. 

"Ich würde ihnen sehr gerne berichten, was Klopp sagt. Er sagt viel. Aber ich kann genau gesagt gar nichts davon verstehen. Stattdessen kommt hier ein Foto davon, wie er sich Wasser einschenkt." Bloom macht aus der Not eine Tugend und liefert ein humoristisches Sahnestück ab. Doch ganz ohne inhaltliche Infos will er die Telegraph-User nicht zurücklassen. Also lässt er sich ein paar Übersetzungen zukommen. Inwiefern diese jedoch korrekt seien, könne er nicht überprüfen. "Mir wird gerade bewusst, dass ich in meinem Leben wohl noch nie so nutzlos gewesen bin wie jetzt gerade." Außerdem schreibt Bloom, er werde seinem ehemaligen Deutsch-Lehrer eine Email schreiben, in der er sich für sein Versagen entschuldigen werde.

Dennoch: Ein paar Fakten findet der wackere Engländer doch heraus: "Klopp hat kein Sabbatjahr geplant. Klopp ist nicht müde. Klopp hatte mit keinem anderen Klub Kontakt. Wenn das nicht aufschlussreich ist, dann weiß ich's auch nicht." Und schiebt dann noch in Großbuchstaben seine Verzweiflung hinterher: "WIESO HABEN WIR KEINE EINHEITLICHE SPRACHE FÜR DIE GANZE WELT???"

"Erzählt meinem Boss ja nicht, dass ich kein Deutsch kann"

Doch man merkt, dass Bloom an der prekären Situation immer mehr Spaß hat - und vermutlich auch schon ahnt, für wie viel Aufsehen er mit seiner Berichterstattung sorgen wird. So tickert er um 12.58 Uhr: "Es tut mir sehr leid. Ich weiß, dass das hoch unprofessionell ist. Erzählt meinem Boss ja nicht, dass ich kein Deutsch kann. Er denkt nämlich, dass ich diese Pressekonferenz Wort für Wort übersetze."

Um 13.05 Uhr ist plötzlich Schluss: "Es ist vorbei! Hä? Das habe ich jetzt nicht erwartet. Sie haben danke gesagt, sind aufgestanden und gegangen. Was zur Hölle mache ich jetzt??? Ich habe noch keinen Leser erleuchtet, und die sind schon weg!!! Hmm..."

Irgendwann weiß Bloom dann auch, wer der Kerl mit den nach hinten geschleckten Haaren war: "Es hat sich herausgestellt, dass der Typ, der vorhin fast in Tränen ausgebrochen wäre, Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc ist, und hier sind ein paar seiner Worte, die er noch vor dem totalen Zusammenbruch herausbekommen hat (Anmerkung: Er ist nicht wirklich zusammengebrochen)  /.../ Könnt Ihr die Liebe im Raum spüren?"

Tweets zu Ben Blooms irrer Berichterstattung

Die letzte Nachricht des Livetickers kommt um 15.20 Uhr von Blooms scheinbar recht amüsierten Telegraph-Kollegen. Darin beziehen sie auch Stellung zu Blooms nicht ganz ernst gemeinten Entlassungsängsten: "Leider ist Ben Bloom jetzt wieder unterwegs nach Hause, um mit seinem Deutschunterricht loszulegen. Währenddessen scheint er zu einer Internet-Sensation geworden zu sein. Hier also ein paar der lustigsten Tweets über seine lächerliche PK-Berichterstattung. (P.S.: Wir haben ihn nicht gefeuert. Noch nicht.)"

Über den unterhaltsamen Reporter ist ein wahrer Twittersturm hereingebrochen. Seinen zahlreichen Followern gegenüber fühlt sich Bloom aber verpflichtet - gerade was das Deutschlernen angeht:

Die User (auch aus Deutschland) sind von Blooms tollkühner Aktion in Dortmund auf jeden Fall völlig begeistert - auch wenn sie zum Teil gar nicht mal fußballaffin sind:

Übrigens: Mittlerweile hat Ben Bloom seine ärmlichen Deutschkenntnisse scheinbar schon ein wenig aufgefrischt:

Zum kompletten Liveticker geht es hier.

mas

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