Ex-Referee

Merk: "Kleiner Machtkampf" zwischen Fandel und Krug

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Ex-Schiedsrichter Markus Merk.

Frankfurt/Main - Die Bundesliga-Referees kommen nicht zur Ruhe. Nach der Saison wird es einen Umbruch in der Führung geben - und spätestens beim Bundestag auch Strukturänderungen.

Das Rumoren bei den deutschen Spitzenschiedsrichtern wird immer lauter. Zwar äußerten sich die Bundesliga-Referees am Wochenende wie erwartet nicht zur Situation nach der Rücktrittsankündigung ihres Bosses Herbert Fandel. Doch die früheren FIFA-Unparteiischen Markus Merk und Thorsten Kinhöfer finden klare Worte zur Krise bei den Spielleitern. „Es stimmt nicht mehr in diesem Umfeld. Die Schiedsrichter sind insgesamt unzufrieden, da ist Handlungsbedarf da“, sagte Merk als Sky-Experte.

Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Kinhöfer forderte mehr Rückendeckung für die Referees. „Wir brauchen neue Strukturen, und mir fehlt auch jemand, der die Schiris in der Öffentlichkeit vertritt“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Wenn ein Bayern-Star unter Beschuss gerät, dann stellt sich zum Beispiel Matthias Sammer sofort vor ihn. Wer macht das bei den Referees? Da kommt gar nichts.“

Beim DFB gibt es schon länger Überlegungen, dass ein früherer Unparteiischer als regelfester Experte nach außen hin als Sprecher einer Berufsgruppe auftritt, die regelmäßig in der öffentlichen Kritik steht. Dieser könnte auch aus einem Kreis jener stammen, die am Saisonende aufhören: Florian Meyer, Michael Weiner und Knut Kircher.

Merk bemängelte zudem fehlenden Nachwuchs bei den Spielleitern. „Der Aderlass ist sehr groß, und die Situation wird immer schwieriger. In den letzten Jahren hat man es verpasst, mehr Nachwuchs schneller an die Spitze zu bringen“, sagte der einstige EM- und WM-Schiedsrichter aus Kaiserslautern. Beim Verband hingegen sieht man die meist jungen Zweitliga-Referees als breite Basis.

Differenzen zwischen Fandel und Krug

Merk sieht auch Differenzen zwischen DFB-Mann Fandel und Hellmut Krug, dem Schiedsrichter-Boss bei der Deutschen Fußball Liga (DFL): „Auch wenn beide es dementieren, das ist durchaus ein kleiner Machtkampf.“ Beide hatten dies am Freitag zurückgewiesen. „Mit Hellmut Krug habe ich in den zurückliegenden sechs Jahren sehr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet“, sagte Fandel in einer DFB-Mitteilung. Zur Kritik von Merk wollte er sich am Sonntag nicht äußern. Sein Verhältnis zu Krug gilt schon länger als angespannt.

Der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission aus Kyllburg hatte vergangene Woche seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft für den Sommer angekündigt. Beim Bundestag im November werde er nicht mehr für das Amt kandidieren, will aber dem Schiedsrichter-Geschäft verbunden bleiben.

Für Schlagzeilen hatte im Nachhinein der Lehrgang der Erst- und Zweitliga-Referees auf Mallorca gesorgt. Dort soll es nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung Zoff um ungerechte Spiel-Bewertungen gegeben haben. Der Zorn habe sich vor allem gegen Krug gerichtet. „Irgendwann ist für dich als Schiedsrichter einfach das Maß voll, wenn du immer das Gefühl hast, dass andere differenzierter und wohlwollender bewertet werden“, erklärte Kinhöfer nun. Der sogenannte Beobachtungsbogen sei nicht mehr zeitgemäß: „Denn was nutzt mir intern eine gute Beobachtung, wenn ich in der Öffentlichkeit Feuer bekomme - oder umgekehrt.“

Für die Ansetzungen der Unparteiischen ist auch Fandel zuständig. Für die Kollegen von WM-Referee Felix Brych, dem Vorzeige-Schiedsrichter des DFB, geht es dabei auch um viel Geld: 3800 Euro erhalten sie für ein Bundesliga-Spiel. Zudem gibt es seit der Saison 2015/2016 Grundgehälter für die Spielleiter.

dpa

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