Ungeduld als Grund

Experte: Verletzte Spieler kommen zu früh zurück

Holger Badstuber muss zum wiederholten Male eine Zwangspause einlegen. Foto: Marc Müller
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Holger Badstuber muss zum wiederholten Male eine Zwangspause einlegen. Foto: Marc Müller

Heidelberg - Viele Bundesligavereine müssen mit einer Liste von Verletzten durch die Meisterschaft. Ein Experte benennt mangelnde Ruhezeiten und Ungeduld als Gründe.

Profi-Fußballer kehren nach Einschätzung eines Sportorthopäden in Deutschland nach Verletzungen zu früh zurück. "Im Profifußball ist zu beobachten, dass Athleten - ohne dass sie bereits fit sind - auf das Spielfeld gelassen werden", sagte Professor Holger Schmitt in Heidelberg.

"Unter rein medizinischen Gesichtspunkten würde man den Spielern eine längere Auszeit gönnen. Aber der Profi-Fußball ist ein eigenes Geschäft. Da wird ein gewisser Druck ausgeübt, auch auf die medizinischen Betreuer", sagte Schmitt.

Auf die Verletztenliste in der Fußball-Bundesliga kamen mit Holger Badstuber (FC Bayern München) und Daniel Ginczek (VfB Stuttgart) erneut zwei Leistungsträger.

Nach einer früheren Studie von Schmitt zu typischen Verletzungen von männlichen Fußballspielern fallen Profis durchschnittlich zwei Mal pro Saison verletzt aus. "Das ist schon eine ganz hohe Zahl. Die Belastungen befinden sich im absoluten Grenzbereich", sagte der Experte vom Deutschen Gelenkzentrum Heidelberg. Er fordert längere Ruhepausen für einzelne Spieler. Wegen Übermüdung, Überbelastung und Konzentrationsproblemen steigt laut seiner Untersuchung das Verletzungsrisiko vor allem gegen Ende von Halbzeiten und zum Ende der Vorrunde merklich an.

Gegen längere Ausfälle werde in der Bundesliga im Training zudem zu wenig getan. "Durch ein bestimmtes Trainingsprogramm könnten Verletzungen vorbeugend reduziert werden", sagte Schmitt. Das Wissen in den Vereinen hierzu sei da - oft aber nicht die nötige Geduld. "Mediziner haben leider im Profibereich wenig zu sagen. Im Endeffekt entscheidet der Trainer, da er die Hauptverantwortung trägt", sagte Schmitt.

Pep Guardiola, Trainer des verletzungsgeplagten Bayern-Kaders, sieht bei der Fitness auch die Spieler in der Pflicht. Einige von ihnen hatte er wegen angeblich ausschweifender Freizeitaktivitäten kritisiert.

Ein unangemessener Lebensstil könne durchaus die Funktionalität von Nerven und Muskel beeinträchtigen - und damit eine erhöhte Verletzungsgefahr hervorrufen, sagte Schmitt. "Wer genügend schläft und sich gut ernährt, geht ausgeruht und damit mit einer günstigeren Voraussetzung ins Spiel."

Studie

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