4:0 gegen Aston Villa

Mertesacker trifft bei Arsenals FA-Cup-Triumph

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Weltmeister Per Mertesacker (r.) traf zum zwischenzeitlichen 3:0.

London - FA-Cup-Sieger, Weltmeister, jetzt auch noch Rekordpokalsieger: Der glänzende Spielmacher Mesut Özil und Torschütze Per Mertesacker haben ein brillantes Fußball-Jahr mit ihrem nächsten Titel gekrönt.

Das deutsche Duo triumphierte mit dem FC Arsenal in einem einseitigen FA-Cup-Finale gegen Aston Villa hochverdient mit 4:0 (1:0) - 321 Tage nach dem deutschen WM-Triumph in Rio de Janeiro und 378 nach dem Vorjahressieg im Wembleystadion.

Spielstark und hellwach dominierten die Gunners das ungleiche Duell am Samstag im mit 89.283 Zuschauern ausverkauften „Heiligtum“ des englischen Fußballs. Theo Walcott (40.), Alexis Sanchez (49.), Mertesacker mit der linken Schulter (62.) und Olivier Giroud (90. +3) bescherten dem Titelverteidiger den zwölften Pokalsieg seit der ersten Austragung 1872. Arsenal ließ den Rekordmeister Manchester United (11) damit hinter sich. Einen höheren Finalsieg hatte es zuletzt 1903 gegeben.

Arsene Wenger hatte vor dem Spiel erkannt, dass er gar nichts richtig machen kann. „Verlieren wir, ist es ein Desaster. Gewinnen wir, sagen wieder alle: Ist ja kein richtiger Titel“, sagte Arsenals Teammanager.

Wenger, nun FA-Cup-Rekordsieger (6 Titel) unter den Trainern, setzte auf seine deutschen Stützen: auf Özil, der laut Statistik in der Cup-Saison 2014/15 alle 18 Minuten eine Großchance vorbereitet hat, und den selten geforderten Innenverteidiger Mertesacker, der die Kapitänsbinde trug.

Arsenal begann druckvoll und enorm kreativ, nach acht Minuten hatten Theo Walcott und Laurent Koscielny die erste Doppelchance. Im vergangenen Jahr gegen Hull City (3:2 n.V.) hatte es aus Sicht der Gunners zu diesem Zeitpunkt 0:2 gestanden.

Özil spielte wie aufgezogen und zerriss die Abwehr des Gegners. Er brauchte nicht 18, sondern 19 Minuten, um Aaron Ramsey einzusetzen, der ganz knapp verzog. Zwei Minuten später bereitete Özil glänzend für Walcott vor.

Villa, seit 1957 ohne Cupsieg, konnte nichts tun, als die Bälle aus dem Strafraum zu schießen, köpfen, boxen - es war ein kleines Wunder, dass der Tabellen-17. der Premier League derart lange das 0: 0 hielt. Bis zum zuletzt herausragenden belgischen Stürmer Christian Benteke kam der Ball meist nicht. Da nutzte auch das Daumendrücken des berühmtesten Villa-Fans nichts: Prinz William, Duke of Cambridge und Präsident des Verbandes FA, musste am Ende Arsenal die legendäre Silbertrophäe überreichen.

Einer der vielen Vorstöße an die Grundlinie hatte Arsenal die Führung gebracht. Nacho Monreal flankte, Sanchez legte per Kopf ab - und Walcott, anstelle von Olivier Giroud in der Startelf, schoss aus kurzer Distanz ein. Sanchez traf dann mit einem krachenden 20-Meter-Schuss, Mertesacker köpfte am Ball vorbei und lenkte ihn doch ins Tor: die Entscheidung.

Der „Cup Final Day“ war in London wie üblich ein Festtag. Die Zeitungen analysierten alles und jeden bis ins letzte Detail, die BBC begann ihre Übertragung fünfeinhalb Stunden vor dem Anpfiff (!) - unter anderem mit dem deutschen Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der aus alter Verbundenheit stilecht mit Aston-Villa-Krawatte antrat.

sid

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