Wenger plant nicht mit ihm

Spaßvogel Podolski versauert auf der Bank

Lukas Podolski FC Arsenal
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Lukas Podolski steckt beim FC Arsenal in einer Sackgasse. Wie geht es mit ihm in der Nationalmannschaft weiter?

London - Lukas Podolski hat beim FC Arsenal seinen Stammplatz verloren und steht vor einer ungewissen Zukunft. Droht ihm das gleiche Schicksal in der Nationalmannschaft? 

Am Mittwochabend bekommt Lukas Podolski vor Augen geführt, wie es auch hätte laufen können. Wenn der türkische Spitzenklub Galatasaray Istanbul am zweiten Spieltag der Champions League bei Podolskis FC Arsenal gastiert, könnte sich der Nationalspieler über eine verpasste Gelegenheit ärgern. „Gala“ wollte Podolski im Sommer an den Bosporus holen. Der 29-Jährige zögerte jedoch, blieb in London - und versauert dort auf der Bank. Als Reservist aber dürfte der 118-malige Nationalspieler auch seinen Platz im DFB-Team demnächst endgültig verlieren.

„Ich weiß nicht im Einzelnen, was Arsene Wenger aktuell mit ihm plant: Aber für Lukas ist es schon wichtig, die uneingeschränkte Unterstützung und das Vertrauen zu spüren“, sagte Bundestrainer Joachim Löw Mitte September im Fachmagazin kicker. Er hoffe, fügte Löw an, „dass er bei Arsenal die Rolle spielen wird wie in der vergangenen Saison.“ Da kämpfte sich Podolski nach einem Muskelbündelriss zurück ins Team, gewann den FA-Cup. Das brachte ihm die WM-Nominierung ein, doch beim Triumph in Rio war er eine Randfigur und höchstens als Gute-Laune-Onkel gefragt.

Nach einer schwachen Halbzeit in der Vorrunde gegen die USA war Podolski außen vor, als es in der K.o.-Runde darauf ankam. Und als es nach dem Rücktritt von Philipp Lahm darum ging, das Amt des Kapitäns neu zu vergeben, war Podolski nie Thema. Obwohl er von den aktiven Spielern die meisten Länderspiele bestritten hat. Auf seiner Position haben ihm Mario Götze, Thomas Müller, Marco Reus, Andre Schürrle, Mesut Özil oder Julian Draxler längst den Rang abgelaufen. Perspektivspieler wie Andre Hahn und Kevin Volland rütteln überdies an seinem Platz.

„Lukas weiß sich in den entscheidenden Momenten immer wieder zu steigern, und er gibt immer alles für die Nationalmannschaft“, sagte Löw zuletzt noch. Es gebe „Situationen, in denen Lukas für uns sehr wertvoll ist“. Das scheint seit längerer Zeit aber nur noch der Fall, wenn Spaßvogel Podolski als eine Art Maskottchen die Stimmung aufhellt.

Bei den Gunners ist das ähnlich. Von elf Pflichtspielen in dieser Saison bestritt er nur eine einzige von Beginn an und über die volle Distanz - im Ligapokal, beim 1:2 gegen den FC Southampton. Die Presse ätzte danach, Podolski habe bei Arsenal schon immer „wie ein eckiger Pflock in einem runden Loch“ gewirkt (Bleacher Report).

Ganze 128 Spielminuten stand „Poldi“ bei seinen vier Einsätzen in dieser Spielzeit auf dem Platz. Zunächst war er wie seine Weltmeisterkollegen Özil und Per Mertesacker außen vor, weil er nach der WM Zeit brauchte. Zuletzt musste Teammanager Wenger gegen Tottenham Hotspur Podolskis vorgesehenen Joker-Einsatz abblasen, weil er verletzungsbedingt zu anderen Wechseln gezwungen war. Podolski, sagte Wenger, hätte „sicher einen Unterschied gemacht“.

Wie hoch die Wertschätzung für den Deutschen wirklich ist, zeigte sich aber am letzten Tag der Transferperiode. Da reagierte Wenger auf die Verletzung von Angreifer Olivier Giroud mit dem Transfer von Danny Welbeck. Podolski konnte so kurzfristig nicht mehr weg, obwohl neben „Gala“ der VfL Wolfsburg, Juventus Turin und Klubs aus den USA Interesse hatten. Sein Vertrag mit Arsenal läuft bis 2016, ein Abschied im Winter gilt aber als wahrscheinlich.

In seinem Twitterkanal erlaubt Podolski beinahe täglich einen Blick in sein Seelenleben. Er sendet Grüße an Köln und den FC, gratuliert den polnischen Volleyballern zum WM-Gewinn und schickt Aufbaubotschaften. An den verletzten Reus, an Formel1-Legende Michael Schumacher - und an sich selbst. „Schau immer nach vorne, nie zurück“, hieß es da zuletzt, und: „Keep smiling“.

Hätten Sie's bei allen gewusst? Prominente FC-Bayern-Fans

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sid

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