Leidenschaftlicher FCA luchst BVB einen Punkt ab

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Augsburgs Gibril Sankoh (l.) im Zweikampf mit Dortmunds Marcel Schmelzer.

Augsburg - Die Siegesserie von Borussia Dortmund ist ausgerechnet beim Abstiegskandidaten FC Augsburg gerissen. Gegen leidenschaftlich kämpfende Schwaben reichte es für den Tabellenführer nur zu einem Unentschieden.

Die Siegesserie von Borussia Dortmund ist ausgerechnet beim Abstiegskandidaten FC Augsburg gerissen. Nach acht Erfolgen in Serie kam der deutsche Fußball-Meister am Samstagabend bei dem von Spieltag zu Spieltag stärker werdenden Aufsteiger nicht über ein 0:0 hinaus. Die Borussia verlor zwar zwei Punkte, führt die Bundesliga-Tabelle aber immer noch komfortabel mit fünf Punkten Vorsprung vor den Bayern an. Zudem konnte der BVB mit dem 19. ungeschlagenen Spiel nacheinander seinen Vereinsrekord aus der Saison 1991/92 einstellen.

Vor 30 660 Zuschauern in der ausverkauften SGL-Arena durften sich die Augsburger allerdings als moralischer Sieger einer intensiv geführten Partie fühlen: Der Punktgewinn war hochverdient. Der von Trainer Jos Luhukay bestens eingestellte und seit sechs Heimspielen unbesiegte Aufsteiger rückte auf den rettenden 15. Tabellenplatz vor.

So tapfer kämpfte der FCA gegen Tabellenführer Borussia Dortmund

So tapfer kämpfte der FCA gegen Tabellenführer Borussia Dortmund

Beide Trainer hatten ihre Mannschaft auf jeweils einer Position umgebaut. BVB-Coach Jürgen Klopp konnte nach einer Gelb-Sperre wieder auf seinen Kapitän Sebastian Kehl im Mittelfeld zurückgreifen. Jos Luhukay brachte bei Augsburg nach dem Ausfall von Defensivspezialist Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Wadenprellung) in Stephan Hain einen Offensivmann neu in die Startelf - es war ein Signal, sich dem Meister mutig zu stellen. Das tat der Aufsteiger auch, in dem er offensiv verteidigte und auch mit Mumm nach vorne spielte. Torsten Oehrl kam nach einer Flanke von Paul Verhaegh zum Kopfball, den BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller aber sicher parierte (13.).

Die Dortmunder brauchten einige Anlaufminuten. Der Meister-Express kam gegen einen aggressiven, gut organisierten Gegner nie auf Hochtouren. Nicht zuletzt, weil Hajime Hosogai BVB-Regisseur Sjinji Kagawa in einem verbissen geführten Japaner-Duell neutralisieren konnte. Auch mehrere Standardsituationen der Borussia verpufften. Erst kurz vor der Pause musste FCA-Verteidiger Sebastian Langkamp in der lauf- und kampfintensiven Begegnung einen Kopfball von Robert Lewandowski mit dem Kopf kurz vor der Torlinie klären (40.).

Das 0:0 zur Pause hatte sich der Außenseiter redlich verdient, gleich nach Wiederbeginn war sogar das Führungstor möglich. Auf Pass des bärenstarken Antreibers Daniel Baier kam Axel Bellinghausen zum Abschluss, aber Weidenfeller lenkte den Linksschuss zur Ecke (47.). Bei dieser verschätzte sich der BVB-Torwart, aber der Kopfball von Gibril Sankoh war zu hoch platziert.

Besonders beeindruckte jedoch, wie der Bundesliga-Neuling das Kombinationsspiel des BVB zerstörte - bis auf wenige Ausnahmen: Einmal hatte der BVB mehr Raum, schon musste FCA-Torwart Simon Jentzsch einen Kopfball von Kevin Großkreutz nach Flanke von Jakub Blaszczykowski mit einer Glanzparade zur Ecke abwehren (60.). Bis zuletzt blieb es ein verbissen geführter Schlagabtausch - kein Team fand die spielentscheidende Lücke, keiner machte einen Fehler.

dpa

Kommentare

Bayroter1
(10)(0)

Danke Augsburg, dass ihr gegen den BVB nicht wie einige andere Mannschaften gleich zu Beginn der Partie weiße Fahnen in den Himmel gehobenen habt.
Endlich begegnete eine Mannschaft die Biene Majas mit der gleichen Einstellung, mit der alle anderen BuLi-Mannschaften sonst nur gegen die Bayern ins Werk gehen.
Dabei haben die Dortmunder noch Glück gehabt, dass sie einen Punkt aus Augsburg mitnehmen konnten.

Wenn die Augsburger weiterhin so spielen, werden sie auch in der nächsten Saison die Bundesliga bereichern.
Andererseits macht hoffentlich das Beispiel von Augsburg in der Bundesliga Schule, damit die Meisterschaftskampf nicht durch Spielverzerrungen entschieden wird.

JumpShotAntwort
(3)(0)

Der Goalie hatte mit Schweinsteiger nach dem Gladbach-Spiel schließlich ein optimales Vorbild in Sachen "Der Rasen war Schuld".

psdschgeistAntwort
(8)(0)

Der schwarzgelbe Torward hat voll recht: der Rasen war nicht grün genug, der Ball viel zu rund. Und der Wind hat in beiden Halbzeiten gezielt gegen die Mundtorter geweht. Böse, böse Datschis - mit allen Mitteln kämpfen sie.

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