Gieriger FC Augsburg am Limit

FCA vermisst Europa-Euphorie

Der FC Augsburg um Tobias Werner spielten gegen Frankfurt zum ersten mal in dieser Saison unentschieden.
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Der FC Augsburg um Tobias Werner spielten gegen Frankfurt zum ersten mal in dieser Saison unentschieden.

Augsburg - Die Augsburger Fans sind bekannt für die leidenschaftliche Unterstützung ihrer Lieblinge. Bei der Remis-Premiere gegen Frankfurt aber vermisst Anführer Baier den letzten Kick für Europa.

Augsburgs Anführer Daniel Baier war nach der „gefühlten Niederlage“ gegen Eintracht Frankfurt richtig angefressen. Da klopft der kleine FCA ans Tor zur Europa League und der noch viel größeren Champions League - und dann bleiben beim ärgerlichen 2:2 (2:1) einige tausend Sitzschalen in der Augsburger Fußball-Arena unbesetzt. „Dann spielen wir lieber nicht in Europa, wenn nur 27 000 Zuschauer ins Stadion kommen. Das kann ich nicht verstehen“, klagte der 30-Jährige nach dem ersten FCA-Remis der Bundesliga-Saison.

Der Mittelfeldchef des furiosen Tabellenvierten redete sich am Sonntagabend unmittelbar nach dem Spiel in Rage. „Wenn man auf der Tribüne sitzt und sieht, dass man auf Platz drei rücken kann, hätte ich mir mehr Unterstützung gewünscht“, grantelte Baier.

Erstmals gab es Kritik am sonst so leidenschaftlichen Augsburger Publikum. „Wenn wir alle erfolgreich sein wollen und so eine geile Situation haben, hätte ich mir ein volles Stadion gewünscht. Das hätte den letzten Kick gegeben“, rügte Baier die seiner Ansicht nach mangelhafte Europa-Euphorie in der Stadt. Die Enttäuschung über zwei verlorene Punkte nach einer 2:0-Führung durch Ragnar Klavan (7. Minute) und Raul Bobadilla (37.) verdeutlichte, dass entgegen der weiterhin offiziell propagierten 40-Punkte-Marke ein internationaler Startplatz längst die neue Zielsetzung der Mannschaft darstellt.

Gierig nach Europa

„Wir müssen mit dem Punkt leben“, resümierte Trainer Markus Weinzierl nach der erfolgreichen Frankfurter Aufholjagd durch Stefan Aigner (45.+2) und das 14. Saisontor von Bundesliga-Toptorjäger Alexander Meier (70.). Leben können sie sehr gut damit in Augsburg, schließlich bedeuten auch sieben Punkte aus den ersten drei Rückrundenpartien „einen fast perfekten Start“, wie Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker erklärte.

Bei einer besseren Chancenverwertung in der klar dominierten ersten Spielhälfte würde der Vorsprung auf einen nicht-europäischen Tabellenplatz allerdings nicht nur acht, sondern sogar zehn Punkte betragen. Trotzdem verkündete Weinzierl gelassen: „Mit 34 Punkten sind die Sorgen nicht so groß für mich.“

Zumal die Chance auf Europa intakt ist. „Die Mannschaft ist sehr stabil. Die Spieler sind weiter gierig, sie wollen mehr“, lobte Manager Stefan Reuter. Am Ende der Auftaktwoche mit drei Partien stieß der Augsburger Kader aber auch an sein Limit. „Man hat gemerkt, dass wir ein bisschen auf dem Zahnfleisch dahergehen, dass die Woche viel Kraft gekostet hat und wir viele Verletzte ersetzen müssen“, bemerkte Reuter.

Verhaegh vergrößert Lazarett

Gegen Frankfurt vergrößerte Paul Verhaegh mit einer schweren Muskelverletzung an der Wade das FCA-Lazarett. Der Kapitän wird wochenlang ausfallen, wie der Verein am Montag mitteilte. „Unsere Viererkette hatte es so noch nicht mal im Training gegeben“, äußerte Weinzierl zum personellen Notstand gerade in der Abwehr.

„Wenn bei anderen Vereinen zwei Spieler ausfallen, ist das schon ein Weltuntergang“, spottete Baier. In Augsburg würde dagegen mit Teamgeist selbst das Fehlen von zehn Akteuren kaschiert, ergänzte der Mittelfeldchef stolz. Baier und seine Kollegen wollen mit aller Macht nach Europa. Werder Bremen, der nächste Gegner, werde „eine harte Nuss“, meinte Sportchef Reuter. Aber Anführer Baier gab schon am Sonntagabend die Richtung vor: „Wir fahren dahin, um zu gewinnen. Wir werden auch in Bremen wieder alles raushauen.“

dpa

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