Katalanische Konfusion

Bei Messi und Co. herrscht die "totale Krise"

Krise beim FC Barcelona: Superstar Lionel Messi forciert offenbar den Rauswurf von Trainer Luis Enrique.
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Krise beim FC Barcelona: Superstar Lionel Messi forciert offenbar den Rauswurf von Trainer Luis Enrique.

Barcelona - Beim FC Barcelona geht es drunter und drüber. Nach der Entlassung von Sportdirektor Andoni Zubizarreta ist auch der Posten von Trainer Luis Enrique nicht mehr sicher - und Lionel Messi macht Druck.

Der Sportchef gefeuert, die Klub-Ikone zurückgetreten, der Trainer vor dem Rauswurf, der Präsident wackelt - und nun könnte die katalanische Konfusion beim FC Barcelona sogar den unzufriedenen Superstar vertreiben. Lionel Messi hat offenbar genug vom Chaos beim 22-maligen spanischen Meister - obwohl er selbst als einer der Auslöser gilt. Sollte die Querelen nicht im Sinn des viermaligen Weltfußballers beendet werden, droht der Abgang des 27-Jährigen.

„Messi hebt Barca aus den Angeln“, beschrieb die Zeitung AS treffend die derzeitige Lage beim viermaligen Champions-League-Sieger. Dem Argentinier reicht die Entlassung von Sportdirektor Andoni Zubizarreta, dessen Assistent Carles Puyol gleich mitgegangen ist, offenbar nicht aus. Messi forciert die Ablösung von Coach Luis Enrique, mit dem er sich in den wenigen Monaten seit dessen Amtsübernahme zu Saisonbeginn bereits überworfen hat.

„Ich werde diese Geschichten weder bestätigen noch dementieren, weil es zu viele sind und weil sie sich zu sehr unterscheiden“, sagte Enrique am Mittwoch dazu: „Ich fühle die Rückendeckung der Spieler und des Klubs.“ Trotz dieser Aussage werden in den Medien bereits Bernd Schuster, Michael Laudrup und Frank Rijkaard als mögliche Nachfolger gehandelt.

Dazu passt der Bericht von AS, wonach der Streit zwischen Messi und Enrique „kurz vor der Eskalation“ stehe. Um Messi zu besänftigen, sei Zubizarreta zum Bauernopfer gemacht worden, spekulieren die spanischen Medien. Dem Star, der von Enrique bei der zurückliegenden Niederlage bei Real Sociadad San Sabeastian (0: 1) zunächst auf die Bank gesetzt worden war, reiche das aber nicht.

Messi habe am Dienstag beim traditionellen Dreikönigstraining vor 11.300 Zuschauern gefehlt, um Druck zu machen. „Niemand glaubt das“, kommentierte AS die offizielle Begründung (Magen-Darm-Entzündung) für das Fernbleiben Messis. Auch die anderen Zeitungen haben sich auf Barca eingeschossen. „Barcelona zerfällt“, titelt die Marca. Für Sport herrscht in Barcelona die „totale Krise“.

Da passt es gut ins Bild, dass Messi seit neuestem dem FC Chelsea auf dem Foto-Netzwerk Instagram folgt. Spanische wie englische Medien werten das als Indiz für einen möglichen Wechsel. Schließlich sind die Londoner einer der wenigen Klubs, die die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 250 Millionen Euro für den Weltstar aufbringen könnten.

Doch nicht nur Messi soll sich laut Medienberichten gegen Enrique ausgesprochen haben. Auch andere Stars rebellieren angeblich, bei der Pleite in San Sebastian habe ein Teil der Mannschaft gegen den Trainer gespielt.

Neuwahlen angekündigt

Enrique kommentierte die Spekulationen mit einem Vergleich. „Wie meine Kinder behandle ich auch nicht alle Spieler gleich. Das wäre ein Fehler“, sagte der Coach: „Aber es gibt für alle Regeln.“

Dennoch soll es bereits ein Ultimatum für Enrique geben - obwohl dieser das am Mittwoch dementierte und Barca in der Liga lediglich einen Punkt hinter Erzrivale Real Madrid liegt. Nur wenn das Team das Pokalspiel am Donnerstag gegen den FC Elche und das Punktspiel am Sonntag gegen Atletico Madrid gewinnt, dürfe der Trainer bleiben.

Um die Wogen zu glätten, kündigte Präsident Josep Maria Bartomeu noch am Mittwoch an, Neuwahlen bereits am Ende der laufenden Saison durchführen zu wollen, um „die angespannte Stimmung zu entspannen“. Eigentlich läuft die Amtszeit von Bartomeu, der den Posten erst vor gut einem Jahr von Sandro Rossell übernommen hatte, noch bis Sommer 2016.

Laut Sport bereitet der ehemalige Präsident Joan Laporta bereits vor der Bekanntgabe eine Kandidatur vor. Im Mittelpunkt des Wahlprogramms steht übrigens die Rückkehr von Pep Guardiola als Sportdirektor.

SID

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