Rüffel für Hitzkopf Ribéry - Große Bayern-Tage in New York

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Franck Ribéry wurde von Vereinsführung zweimal für seine Pep-Aussagen ermahnt. Foto: John Gress

Charlotte (dpa) - Im Schwitzkasten von Charlotte laufen die Bayern heiß. Beim 4:1 gegen Inter Mailand haben die vielen Münchner Fans besonders Spaß an einem US-Boy. Die USA-Reise wird schon vor den Höhepunkten in New York als Erfolg verbucht. Sport, Marketing, Geldverdienen - das Paket passt.

Auf der Fahrt zum Hotel konnten der beim zweiten Spiel als dreifacher Torschütze glänzende US-Nationalspieler Julian Green und seine Mannschaftskollegen schon mal den Blick auf die beleuchtete Skyline von Manhattan genießen.

Die vier Tage in New York bilden Höhepunkt und Abschluss eines elftägigen Trips, der intern schon jetzt als Erfolg gewertet wird. "Wir dürfen sehr zufrieden sein", erklärte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Auch ohne etliche Topstars macht die Rumpftruppe von Trainer Carlo Ancelotti in den Stadien einen ordentlichen Job, die Marketing-Maschine läuft - und die Kasse klingelt auch. "Natürlich müssen wir Geld verdienen, um diese großartigen Spieler marktgerecht zu bezahlen", sagte Rummenigge am Wochenende im "BR Sport".

Der Bundesliga-Branchenführer wird am Montag in Manhattan den nächsten großen US-Sponsor präsentieren. Auch die Teilnahme am International Champion Cup bringt Geld. Im Football-Stadion des Super-Bowl-Finalisten Carolina Panthers hatten die überwiegend in roten Bayern-Trikots gekleideten 53 629 Zuschauer am Samstag große Freude am Auftritt ihrer Lieblinge. Auch Ancelotti war sehr angetan. "Schöne Atmosphäre, gutes Spiel. Das Ergebnis ist im Moment nicht so wichtig, wichtiger war die Performance", sagte der neue Chefcoach.

US-Nationalspieler Julian Green konnte sich vor den Augen seines in Amerika lebenden Vaters als dreifacher Torschütze besonders in Szene setzen. "Drei Tore sind immer etwas Besonderes - und hier in Amerika umso schöner", sagte der 22-Jährige. Der in Florida geborene, aber in Bayern aufgewachsene Youngster konnte in Abwesenheit der Topstürmer Robert Lewandowski und Thomas Müller Werbung für sich betreiben. "Er hat gut gespielt. Er war präsent im Strafraum. Die Mannschaft hat gut nach vorne gespielt, und er hat gut abgeschlossen", lobte Ancelotti.

Zudem traf Franck Ribéry, der anstelle des geschonten Philipp Lahm das Team bei seinem 45-Minuten-Einsatz als Kapitän anführen durfte. Der Franzose versprühte erneut große Spiellaune. Der 33-Jährige präsentiert sich in toller Frühform - und musste doch gleich zwei Rüffel einstecken. In einer Trinkpause, die der Schiedsrichter den Spielern wegen der extremen Hitze nach 30 Minuten einräumte, tadelte Ancelotti den Hitzkopf, weil sich Ribéry nach einem Foul von Felipe Melo gleich mehrere Scharmützel mit dem Inter-Profi lieferte.

"Ich habe ihm gesagt, dass ich so ein Verhalten auf dem Platz nicht mag", berichtete Ancelotti. Er wolle Spieler, die sich auf dem Platz benehmen, auch nach einer Provokation des Gegners. Rummenigge hatte Ribéry zuvor für sein verbales Nachtreten gegen Guardiola getadelt. Es gebe "keinen Grund, bei Pep Guardiola nachzutreten", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. "Das hat Franck nicht nötig – fertig, Ende, aus. Er soll sich auf den Fußball konzentrieren und gut spielen, das ist das einzig Interessante", lautete Rummenigges klare Ansage beim TV-Sender Sky Sport News HD.

Gut spielen, das tat Ribéry erneut, ebenso wie der im Mittelfeld auffällige Thiago. Zudem absolvierte Arturo Vidal nach dem Gewinn der Copa America mit Chile seine ersten 45 Minuten. "Ich fühle mich gut. Ich will in dieser Saison alles gewinnen", sagte Vidal. Besonders die Champions League, die fehlt ihm noch in seiner Titelsammlung.

Die Ansage passt zum Höhepunkt der Amerika-Tournee, den US-Boy Green mit leuchtenden Augen ansprach: "Die ganze Reise war schon schön. Auf ein Spiel in New York gegen ein Topteam wie Real Madrid freut man sich aber besonders." Am Mittwoch kommt es zur reizvollen Kraftprobe.

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