Verein steckt endgültig in der Krise

FC Schalke 04 blamiert sich gegen Donezk

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Schalkes Roman Neustädter schlägt nach dem Spiel enttäuscht die Hände vor sein Gesicht.

Gelsenkirchen - Nach drei Pflichtspielen ohne Sieg wollte Schalke unbedingt die sportliche Wende schaffen. Doch gegen Donezk erwies sich das 0:0 aus dem Hinspiel als die befürchtete „gefährliche Ausgangsposition“.

Nach einer desolaten Vorstellung hat sich der FC Schalke 04 unter lauten Pfiffen seiner Fans aus der Europa League verabschiedet. Der Fußball-Bundesligist kassierte am Donnerstag in der eigenen Arena eine heftige 0:3 (0:1)-Niederlage gegen den ukrainischen Meister Schachtjor Donezk. „Wenn du so ausscheidest, ist das natürlich kein schöner Abend. Das ist sehr ernüchternd und sehr sehr bitter“, sagte Schalkes Torwart Ralf Fährmann im TV-Sender Sky.

Vor nur 45 308 Zuschauern erzielten der Brasilianer Marlos (27. Minute), der Argentinier Facundo Ferreyra (63.) und Viktor Kowalenko (78.) im Zwischenrunden-Rückspiel die Tore für den UEFA-Cup-Sieger von 2009. Nach dem 0:0 im Hinspiel vor einer Woche zeigte die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter eines ihrer schlechtesten Saisonspiele und wurde am Ende sogar vorgeführt.

„Wir haben einfach keine gute Leistung gezeigt. Wir müssen uns der Kritik stellen, das können wir besser“, sagte Fährmann, der für die Pfiffe der Fans allerdings nur bedingt Verständnis zeigte.

Die Offensive um den erneut schwächelnden Klaas-Jan Huntelaar war viel zu harmlos und entwickelte bis auf die ersten zehn Minuten praktisch keine Torgefahr. Nach den turbulenten Tagen mit der Entscheidung für Christian Heidel als Nachfolger von Manager Horst Heldt im Sommer und jetzt vier Pflichtspielen ohne Sieg stecken die Schalker nun endgültig in einer sportlichen Krise. Auf europäischer Ebene ist der Club so früh raus wie seit 2008/2009 nicht mehr.

Dabei begann die Partie in Gelsenkirchen mit einem Schalker Knalleffekt, dem aber wenig später die Ernüchterung folgte. Nach nur drei Minuten landete ein Freistoß von Johannes Geis am Innenpfosten. Kurz darauf versuchte es Neuzugang Younes Belhanda mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, scheiterte aber am gut reagierenden Donezk-Schlussmann Andrej Pjatow (7.). Schalke hatte nur in den ersten zehn Minuten mehr vom Spiel - danach wurde es fast peinlich.

Breitenreiter hatte sein Team gegenüber der Bundesligapartie gegen den VfB Stuttgart (1:1) nur auf einer Position verändert: Leroy Sané stand für den verletzten Eric Maxim Choupo-Moting (Beckenprellung) in der Startelf. Doch ausgerechnet der Jung-Nationalspieler leitete mit einem Fehlpass am gegnerischen Strafraum die Führung der Gäste ein.

Viktor Kowalenko startete auf der linken Seite den Konter und passte zu Facundo Ferreyra. Der Argentinier wiederum legte im Strafraum quer auf den Brasilianer Marlos, der im Drehen mit der Hacke zum 0:1 traf. Die Schalker wirkten merklich geschockt von dem Gegentor, das sie unbedingt vermeiden wollten. „Wir wollen kreativ und mutig nach vorne sein“, hatte Breitenreiter kurz vor der Partie noch im TV-Sender Sky gesagt. Davon war nach dem Schachtjor-Tor nur noch wenig zu sehen.

Zu langsam, zu wenige Ideen, zu unpräzise die Abspiele - Breitenreiter litt am Spielfeldrand mehr und mehr. Zur Stimmungsaufhellung trug auch die Verletzung von Leon Goretzka nicht bei. Der Mittelfeldspieler musste kurz vor der Pause mit dem Verdacht auf eine Schultereckgelenksprengung ausgewechselt werden. Für ihn kam Franco di Santo. Für die zweiten 45 Minuten brachte Breitenreiter auch Dennis Aogo für Sead Kolasinac, nach einer knappen Stunde wurde Sidney Sam für den blassen Alessandro Schöpf eingewechselt.

Besser wurde es allerdings nicht - im Gegenteil. Joel Matip pennte bei einem Zweikampf am eigenen Sechzehnmeterraum. Der Brasilianer Taison legte quer auf Ferreyra, der diesmal selber abschloss und Schalke-Schlussmann Ralf Fährmann keine Abwehrchance ließ. Kowalenko setzte schließlich den Schlusspunkt für Schachtjor.

dpa

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