Überraschung in Hamburg

St. Pauli trennt sich von Präsident Orth

Stefan Orth
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Stefan Orth muss sein Amt als Präsident des FC St. Pauli abtreten.

Hamburg - Paukenschlag beim FC St. Pauli: Der Verein trennt sich vom langjährigen Präsidenten Stefan Orth. "Ich und mein Team werden nicht wieder nominiert", sagte der 47 Jahre alte Hamburger.

Stefan Orth versuchte erst gar nicht, seine Gefühle zu verbergen. Sichtlich deprimiert kommentierte der Präsident des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli seine überraschende Ausbootung. "Ich und mein Team werden nicht wieder nominiert", sagte der 47 Jahre alte Hamburger am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der Hansestadt konsterniert. Der Aufsichtsrat des Kult-Clubs habe entschieden, sich vom Präsidenten zu trennen. Erklärungen von dem Gremium gab es bisher nicht.

"Das ist ein satzungskonformer Vorgang, der uns sehr überrascht, persönlich enttäuscht und den wir auch nicht nachvollziehen können. Der Aufsichtsrat begründete seine Entscheidung damit, dass es dem FC St. Pauli an einem einmaligen Profil zwischen Vermarktung und Identität fehle", sagte Orth weiter. Im November endet Orths ehrenamtliche Amtszeit, bis dahin wolle er weiterarbeiten. Er könne auch beleidigt zurücktreten, doch das wolle er nicht. Auch von einem vereinsinternen Machtkampf wollte er nichts wissen.

Rückblickend auf die vergangenen sieben Jahre, in denen er schon vor Corny Littmanns Abschied 2010 als Vizepräsident mitarbeitete, zog Orth eine positive Bilanz: "Uns ist es in dieser Zeit gelungen, den Verein wirtschaftlich zu konsolidieren. In den letzten vier Jahren wurden Gewinne vor Steuern von über 13 Millionen Euro erwirtschaftet. Zudem konnten wir die Merchandisingrechte wieder in den Verein zurückholen. Wir haben wichtige Infrastrukturprojekte wie den Stadionneubau und den Bau des Trainingszentrums umgesetzt." Außerdem habe man jüngst die notwendigen Zusagen erhalten, um im August mit dem Bau der Nordtribüne beginnen zu können.

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Sportlich befinde sich die Mannschaft derzeit in einer Konsolidierungsphase, man halte aber weiterhin am Ziel Top 25 in Deutschland fest. Die abgelaufene Saison beendete der Kiez-Club auf Rang acht. Turbulent war es in den vergangenen Jahren in der sportlichen Führungsebene zugegangen. In Orths Zeit fallen die kostenintensiven Trainerwechsel von André Schubert zu Michael Frontzeck und dann zum aktuellen Coach Roland Vrabec. Orth entließ auch im November 2013 überraschend den auf St. Pauli beliebten Sportchef Helmut Schulte, der von Rachid Azzouzi beerbt werde.

Orth bleibt nun bis zur Mitgliederversammlung im Herbst im Amt. Aufhören werden auch Vize-Präsident Bernd-Georg Spies aus beruflichen Gründen und Präsidiumskollege Tjark Woydt aus Altersgründen.

dpa

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