Nach Suspendierung

FIFA entlässt Generalsekretär Valcke

Valcke, FIFA
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Jerôme Valcke wurde von der FIFA mit sofortiger Wirkung entlassen.

Zürich - Der bislang suspendierte Jérôme Valcke ist mit sofortiger Wirkung als Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes entlassen worden.

Blatters erster Mann muss zum zweiten Mal gehen - diesmal ist es endgültig: Der taumelnde Fußball-Weltverband FIFA hat seinen ohnehin suspendierten Generalsekretär Jerome Valcke „mit sofortiger Wirkung“ gefeuert. Das teilte die FIFA, die den Franzosen schon einmal rausgeworfen hatte, am Mittwoch mit.

Anlass für die Entlassung ist die Eröffnung des Verfahrens gegen den 55-Jährigen durch die rechtsprechende Kammer der Ethikkommission in der vergangenen Woche. Zuvor hatte die ermittelnde Kammer des Gremiums den Antrag gestellt, Valcke neun Jahre zu sperren. Zudem soll der gebürtige Pariser, der sein Amt im Juni 2007 übernommen hatte, 100.000 Euro Strafe zahlen.

Valcke, einst die rechte Hand des inzwischen bis 2023 gesperrten FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter (Schweiz), soll sich nach Erkenntnissen der Ethik-Ermittler beim Ticketverkauf für WM-Endrunden persönlich bereichert haben. Er hatte Zeugen zufolge zudem im Rahmen von Verhandlungen schon vor der offiziellen Vergabe erklärt, die WM 2022 sei fest an Katar vergeben.

Von der FIFA war Valcke, der alle Vorwürfe bestreitet und im Zuge des Verfahrens bereits eine Anhörung beantragt hat, bereits am 17. September suspendiert worden. Später wurde der „General“ auch von der Ethikkommission mit einem vorläufigen Tätigkeitsverbot belegt.

Zuvor war die Nummer zwei der FIFA-Hierarchie aufgrund einer Anweisung von zehn Millionen Dollar in die Karibik im Zusammenhang mit Südafrikas Bewerbung um die WM 2010 in die Kritik geraten. Intern soll Valcke kurz darauf den Wunsch geäußert haben, den Weltverband möglichst zeitnah verlassen zu können. Als Gegenleistung hatte er einen Millionen-Bonus und den FIFA-Verzicht auf mögliche Strafverfolgung gefordert.

Valckes Amt hat vorläufig Markus Kattner als geschäftsführender Generalsekretär übernommen. Der neue FIFA-Präsident wird nach seiner Wahl am 26. Februar allerdings mit großer Sicherheit einen Generalsekretär seines Vertrauens installieren.

So wie es Blatter mit Valcke am 11. Juni 2007 gemacht hat - was nach der Vorgeschichte des früheren Journalisten bei der FIFA schon ein Skandal war. Schließlich war Valcke ein Jahr zuvor beim Verband rausgeflogen, weil er ihn 90 Millionen Dollar gekostet hatte.

Zu dieser Strafe wurde die FIFA aufgrund des Fehlverhaltens von Valcke in seiner Zeit als Marketing-Direktor von 2003 bis 2006 verurteilt. Valcke hatte ab dem Jahr 2004 trotz eines bestehenden Vertrags der FIFA mit der Kreditkartengesellschaft Mastercard Verhandlungen mit dem Konkurrenten Visa geführt. Damit hatte er das Erstverhandlungsrecht von Mastercard verletzt.

SID

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