Weltverband veröffentlicht Namen

FIFA-Ethikhüter erheben Anklage gegen Beckenbauer

FIFA, Franz Beckenbauer
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Kaiser Franz Beckenbauer muss sich vor der FIFA-Ethikkommission verantworten.

Zürich - Der Fall Franz Beckenbauer steht bei der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA unmittelbar vor dem Abschluss.

Die FIFA-Ethikkommission ermittelt erneut gegen Franz Beckenbauer und hat Anklage gegen den deutschen Fußballfunktionär erhoben. Dabei geht es nicht um die Vorwürfe rund um die Vergabe der WM 2006, sondern um die Turniere 2018 in Russland und 2022 in Katar.

Am Mittwoch informierte die FIFA in einer Pressemitteilung über laufende Verfahren gegen einzelne Funktionäre. Dabei bestätigten die Ethikhüter, dass sie gegen die gesperrten Michel Platini und Sepp Blatter ermitteln. Im Kern geht es um eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken von der FIFA an Platini.  „Die ermittelnde Kammer tut alles in ihrer Macht stehende, dass innerhalb der 90-tägigen Suspendierung von Herrn Blatter und Herrn Platini eine endgültige Entscheidung gefällt werden kann“, teilte das Gremium mit. Gegen den abgesetzten ehemaligen FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke wird ebenfalls ermittelt. 

Aber auch der Name Beckenbauer fällt in der Mitteilung und zwar in diesem Zusammenhang: "Formelle Verfahren wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Ethikreglement der FIFA laufen zudem gegen Worawi Makudi, Jeffrey Webb, Ricardo Texeira, Amos Adamu, Eugenio Figueredo und Nicolás Leoz. Bereits an die rechtsprechende Kammer übergebene Verfahren betreffen die beiden Funktionäre Ángel María Villar Llona und Franz Beckenbauer." 

Die Ermittlungskammer der Kommission hat die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zur Rolle des Kaisers bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Kater also abgeschlossen und der rechtsprechenden Kammer zur Entscheidung über ein Urteil vorgelegt. Beckebauer scheint durch die Untersuchungen der ermittelnden Kammer nicht vollends entlastet worden zu sein. Theoretisch nämlich hätte das Verfahren gegen den Weltmeisterkapitän von 1974 und Teamchef der deutschen Weltmeister-Elf von 1990 auch eingestellt werden können und nicht weitergeleitet werden müssen. Beckenbauers Management reagierte auf eine SID-Anfrage nach einer Reaktion des früheren Rekordnationalspielers zunächst noch nicht.

Der Münchner Richter Hans-Joachim Eckert als Chef der rechtsprechenden Kammer wird die Entscheidung aber als Landsmann Beckenbauers nicht treffen. Stattdessen wird der Australier Alan Sullivan das Urteil sprechen. Wann er seinen Beschluss fällen wird, ist nicht bekannt. 2014 war Beckenbauer wegen mangelnder Zusammenarbeit mit den Ethikern vorübergehend suspendiert worden.

Ob die FIFA-Fahnder wegen der Bestechungsvorwürfe gegen das Organisationskomitee der WM-Endrunde 2006 in Deutschkand weitere Untersuchungen gegen Beckenbauer und Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgenommen haben, teilte die ermittelnde Kammer nicht mit.

sr mit SID

Sophie Rohringer

Sophie Rohringer

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